Wegberg: Spannung(en) auf Zeeland

Wegberg: Spannung(en) auf Zeeland

Kabarettist, Karnevalist und Autor Bernd Stelter musste ein wenig mit dem Platz haushalten, aber war dafür ganz nah an seinen Zuhörern dran. Er saß auf einem Hocker am Tisch, auf dem sein zweiter Camping-Krimi - "Der Killer kommt auf leisen Klompen" - lag.

Urlaub mit dem Wohnwagen in den Niederlanden steht bei ihm und seiner Familie hoch im Kurs - der zweite Camping-Krimi spielt entsprechend wieder im schönen Städtchen Middelburg auf der niederländischen Halbinsel Zeeland. Zur Einstimmung auf eine Gegend, in der ebenfalls viele aus den Zuhörerreihen schon einmal ihre Ferien verbrachten, ließ er zunächst sein Lied "Ich will am Meer sein" zur eigenen Gitarrenbegleitung hören. Möwen, Sand, Dünen und Windböen besang er darin und schuf damit die passende Atmosphäre, um sich gedanklich ganz auf die Situation vor Ort einzulassen. Im Roman ist Agatha-Christi-Fan Inspecteur Piet van Houvenkamp tief in seinen zweiten Kriminalfall verstrickt, bei dem fünf Camper vom Campingplatz "De Grevelinge" kräftig mitmischen. Eine Leiche wurde auf einem Hausboot gefunden und van Houvenkamp ermittelt in der zwielichtigen Welt der Reichen und Schönen.

Den Krimi habe er aus zwei Sichtweisen geschrieben, wandte sich Bernd Stelter zwischendurch ans Publikum, so wie er es mit verschiedenen Erläuterungen und Anekdötchen im Laufe des Abends immer wieder machte. Aus der des Kriminalisten und der Camper. Die Erzählstränge setzte er teils im raschen Wechsel hintereinander und erzeugte so Abwechslung und eine gewisse Komik, da die jeweiligen Personen die meiste Zeit mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigt sind. Viel Unterhaltungswert hatten bildhafte Vergleiche - ein Camperfreund war "aufgelöst wie ein Beutel Ahoi-Brause im Mineralwasser" - oder durch detaillierte Beschreibungen erzeugte Situationskomik. Etwa als "verschlafene, restalkoholisierte Recken" zu sehr früher Morgenstunde hinter ihren Frauen auf deren Weg zur Yoga-Einheit herschlichen. Die Männer hatten eine "Anti-Fleur-Lobby" gegründet, um ihre Frauen vom Sport abzuhalten, um einen gemütlichen Urlaub verbringen zu können. Die Geschichten von Inspecteur und Campern treffen dann in der Kneipe Rote Ohren in einer gemeinsamen Unterhaltung zusammen - darin kommt die Idee auf, dass das Schönheitsmittel Botox, das die Männer von ihren Frauen fernhalten wollen, die Todesursache bei der Schönen auf dem Hausboot sein könnte.

Mit Lesung und weiteren Liedern unterstrich Bernd Stelter seine Stellungnahme für innere Werte und Treue zu sich selbst. Die Orte und Örtlichkeiten habe er alle besucht, sagte er am Rande. Seit 20 Jahren mache er Urlaub in den Niederlanden und schreibe dort an den Romanen.

(RP)