Sorge vor Vandalismus - Stadt Wegberg riegelt Schulzentrum ab

Sorge vor Vandalismus : Wegberg riegelt Schulzentrum ab

Wegen der immensen Vandalismusschäden greift die Stadt Wegberg zu drastischen Maßnahmen. Das Schul- und Sportzentrum wird in den Sommerferien gesperrt. Außerdem patrouilliert ein Sicherheitsdienst auf dem Gelände.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Vandalismusschäden ergreift die Stadt Wegberg nun drastische Maßnahmen. Bürgermeister Michael Stock kündigt an, dass das Schulzentrum für die Zeit der Sommerferien mit einem Bauzaun rundherum abgeriegelt wird. Außerdem patrouilliert dort ein Sicherheitsdienst.

Für diese Tat fehlt Michael Stock jegliches Verständnis: Unbekannte Täter zündeten am frühen Sonntagmorgen die beliebte Bücherkiste auf dem Rathausplatz an und zerstörten sie komplett. „Das macht mich traurig und sprachlos. Da fehlen einem die Worte“, sagt der Bürgermeister. Es ist jedoch längst nicht das erste Mal, dass sich der Verwaltungschef über sinnlose Taten von Unbekannten ärgert, die für Schäden in erheblicher Höhe in seiner Stadt sorgen. Erst Anfang Juni musste Erste Beigeordnete Christine Karneth im Bildungsausschuss mitteilen, dass mehrere Lichtkuppeln auf dem Dach des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums und der Schule am Grenzlandring (Hauptschule) eingeschlagen wurden. Außerdem wurden Wände, Türen und Fenster mit Farbe besprüht, Sitzbänke beschädigt und Müll auf den Schulhöfen verteilt. Karneth sprach von Vandalismusschäden „in einer Qualität, die ich so noch nicht erlebt habe“. Die Fachleute der Verwaltung beziffern die Schäden auf eine Höhe im deutlich fünfstelligen Euro-Bereich. „Vandalismus ist ein grundsätzliches Problem, bei dem wir als Stadt jetzt auch mal ein deutliches Zeichen setzen müssen“, kündigt Michael Stock an. So sei man im Verwaltungsvorstand überein gekommen, dass das Schul- und Sportzentrum während der unterrichtsfreien Zeit besonders geschützt werden müsse, um weitere Vandalismusschäden zu verhindern. Für die Zeit der Sommerferien soll deshalb ein hoher Bauzaun um das gesamte Areal gezogen werden. Außerdem wird zusätzlich ein Sicherheitsdienst eingesetzt, der das Schulzentrum während der Sommerferien rund um die Uhr bewachen soll.

Im Jahr 2017 wurde rein statistisch alle 14 Tage ein Einbruch in eine Wegberger Schule verübt. Nachdem die mutmaßlichen Täter ermittelt worden waren, gab es bis Juni 2018 keinen Einbruch mehr. Doch zuletzt häuften sich die Vandalismusschäden. Die Stadtverwaltung sieht sich deshalb zum Handeln gezwungen. „Wir müssen jetzt ein deutliches Zeichen setzen“, sagt Michael Stock. Der Bürgermeister hält die Maßnahmen für gerechtfertigt, „weil wir mittlerweile erheblichen Ärger im Schulzentrum haben“ und die unbekannten Täter große finanzielle Schäden anrichteten. „Wir müssen zu dieser harten Maßnahme greifen, um die dort verübten Straftaten einzudämmen. Nur so sind Ordnungsamt und Polizei in der Lage, effektiv handeln zu können“, sagt Michael Stock. Es könne nicht sein, dass – wie in der Vergangenheit mehrfach geschehen – Unbekannte nachts auf den Dächern der Schulgebäude herumlaufen. Den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sei außerdem bewusst, dass die Anwohner des Schulzentrums in den vergangenen Wochen durch dieses Klientel negativ beeinträchtigt worden sind. Ausgenommen von der Sperrung des Schulzentrums ist der Hartplatz mit den Toren an der Hauptschule, da dieser auch in den Sommermonaten von Kindern zum Spielen rege genutzt wird.

Der Verwaltungschef hat die Fraktionsvorsitzenden über seinen Plan, der im Verwaltungsvorstand besprochen wurde, informiert. Auch die Anwohner rund um das Schul- und Sportzentrum wurden in einem Schreiben der Stadt über die geplanten Schutzmaßnahmen in Kenntnis gesetzt. Der kommunale Ordnungsdienst, der stundenweise im Stadtgebiet für Ordnung sorgt, sei mit dieser Aufgabe überfordert, erklärt Stock. „Der Ordnungsdienst kann für Ordnung sorgen. Im Falle des Schulzentrums bewegen wir uns allerdings im Bereich von Straftaten. Das hat eine andere Dimension.“ Demnach sieht der Verwaltungschef vor allem die Polizei in der Pflicht. Stock: „Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit der Polizei.“

Der Appell des Bürgermeisters geht aber auch an alle, die verdächtige Beobachtungen machen. Sie sollten sich unbedingt sofort an die Polizei wenden und den Notruf 110 wählen. Wer im Falle von zurückliegenden Sachbeschädigungen Hinweise geben kann, sollte die Polizei unter 02452 9200 informieren.

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