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Wegberg: So soll Sozialarbeit an Schulen bezahlt werden

Wegberg : So soll Sozialarbeit an Schulen bezahlt werden

Schulsozialarbeit ist gut, aber teuer. Bürgermeister Stock legt dem Wegberger Stadtrat nächste Woche einen Finanzierungsvorschlag vor.

"Gut, aber zu teuer" und "ein Luxus, den sich die Stadt in der derzeitigen finanziellen Situation nicht leisten kann." Beim Thema Schulsozialarbeit hat die Wegberger CDU als größte Ratsfraktion zuletzt Klartext gesprochen. Bürgermeister Michael Stock (SPD) lässt sich davon aber offenbar nicht beeindrucken. Der Verwaltungschef ist fest entschlossen, sein wichtigstes Wahlversprechen - die Fortführung der Schulsozialarbeit in Wegberg - einzulösen. Für die Ratssitzung am 23. September hat Stock deshalb einen Finanzierungsvorschlag vorbereitet, der aufzeigt, wie Schulsozialarbeit in Wegberg künftig bezahlt werden soll. Auf die Reaktionen der Politik darf man gespannt sein.

51 000 Euro kostet eine Schulsozialarbeiter-Stelle pro Jahr. Bis Ende 2013 war die Finanzierung der Schulsozialarbeit über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) sichergestellt, bis zum Schuljahresende 2013/'14 hatte der Kreis Heinsberg die Kosten übernommen. Um die Schulsozialarbeit fortsetzen zu können, schlägt Stock nun vor, dass die Stadt Wegberg die Kosten in Höhe von 51 000 Euro pro Jahr künftig übernimmt. Dieses Geld möchte er an anderer Stelle einsparen und dabei die Politik mit ins Boot holen. So soll unter anderem aus dem Landesprogramm "Geld statt Stellen" eine bestimmte Summe in die Schulsozialarbeit nach Wegberg fließen. In der Vergangenheit seien diese Fördermittel nicht komplett ausgeschöpft worden, sagt Stock. Zusammen mit der geplanten Umstellung auf den digitalen Sitzungsdienst - "iPad statt Papier" (die RP berichtete) - ließen sich insgesamt rund 36 000 Euro sparen.

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Für Diskussionen dürfte der Vorschlag des Bürgermeisters sorgen, die Berechnung und Auszahlung der Aufwandsentschädigung für Ratsmitglieder anzupassen. Dadurch ließen sich nach Darstellung der Stadtverwaltung pro Jahr weitere 30 022,55 Euro sparen, die ebenfalls der Finanzierung der Schulsozialarbeit zugutekommen sollen. Und das ist geplant: Bisher erhält jedes Ratsmitglied in Wegberg - unabhängig von der Zahl der besuchten Rats- oder Ausschusssitzungen - jeden Monat eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 263,80 Euro. Die Verwaltung schlägt vor, die Aufwandsentschädigung künftig gleichzeitig als monatliche Pauschale und Sitzungsgeld zu zahlen. Jedes Ratsmitglied würde dann eine Pauschale in Höhe von 173,80 Euro pro Monat und zusätzlich 17,80 Euro pro Sitzung bekommen. Das Sitzungsgeld würde für Rats-, Ausschuss- und Fraktionssitzungen gezahlt und die Abrechnung von Fraktionssitzungen für sachkundige Bürger auf maximal zwölf Fraktionssitzungen pro Jahr begrenzt. Die Verwaltung schlägt außerdem vor, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit dies bei den Ratsmitgliedern ebenso zu handhaben.

Ob sich die Fraktionen im Rat der Stadt Wegberg mit den Sparvorschlägen des Bürgermeisters zugunsten der Schulsozialarbeit anfreunden können, wird sich spätestens in der Ratssitzung am Dienstag, 23. September, 18.30 Uhr, im Wegberger Rathaus zeigen.

(RP)