Wegberg: Schwelgen in plattdeutscher Sprache

Wegberg : Schwelgen in plattdeutscher Sprache

Der Historische Verein feierte mit einer "Großen Berker Klängerstu'ef" den Auftakt zum Jubiläumsjahr seines 25-jährigen Bestehens. Mundartfreunde aus Beeck, Wassenberg und Erkelenz feierten mit. Bilder untermalten die Vorträge.

Jeder Arbeitsbereich des Historischen Vereins wird im Laufe des Jubiläumsjahres zu seinem 25-jährigen Bestehen mit Veranstaltungen vorgestellt werden. Familienforschung, Archäologie, Fotosammlung und Bücherei gehören zu den Schwerpunkten der Vereinstätigkeit sowie die beliebte "Berker Klängerstu'ef". Diese Mundart-Veranstaltung erfreute die Besucher zum Auftakt des Jubiläumsjahres in einem besonderen Rahmen.

"In die Wegberger Mühle kommen immer annähernd einhundert Leute", begrüßte Vorsitzender Karl Küppers zur "Großen Berker Klängerstu'ef" die jetzt 200 Gäste, die im Forum an langen Tischreihen Platz gefunden hatten. Der Vorstand habe noch viel geplant. "Lachen, singen und uns an alte Zeiten erinnern wollen wir uns heute." Die Themen Heimat, Mühlen und Wegberg sollten an diesem Abend, der die Schönheit der umliegenden Dörfer und der Stadt Wegberg mit Bildern und Liedern oder Textbeiträgen in Mundart zeigte, im Vordergrund stehen. Mit der Hymne "Min Berker Klängerstuev", die Georg Wimmers 2012 komponierte, ging es stimmungsvoll los. Fotografien von Kindern, älteren Mundartfreunden, den Mundartreferenten des Vereins und Stadtprinz Kevin I. erinnerten an schöne Augenblicke der vergangenen 156 Mundartabende, die der Verein in 15 Jahren ausrichtete.

"Jezz wet mar blooss noch Platt jekallt" kündigte Küppers an und gab die Bühne "Professor" Karl Bertrams im "Taj Mahal von Wegberg" frei, wie dieser das Forum zu dessen Bauzeit genannt hatte. Die Schwierigkeiten vor 70 Jahren beim "Lii'erstell söö'ke" (Lehrstelle suchen) brachte er pointiert zur Sprache. Die Schrecken des 2. Weltkrieges zu seiner Schulzeit zuvor schilderte er ebenso wie die harten Bedingungen, unter denen er sich um den Ausbildungsplatz bewarb. "Lii'erjo'ehre sint kenn Herrejo'ehre" (Lehrjahre sind keine Herrenjahre) war eine Erkenntnis. Zur Heimat brachte Heinz Eßer den Besuchern Fotos und Zeilen bekannter Autoren, auf Plattdeutsch übersetzt, näher.

Gastbeiträge von Walter Bienen, Theo Schläger, Anita Ute Dittberner oder Annemie Falk brachten zusätzliche Anreize beim Schwelgen in der Moddersproak. Zwischen den Vorträgen hieß es immer wieder "Wr wolle noch e Liiedche senge", worauf die Gäste entweder den Refrain oder ganze Liedtexte mit anstimmten. Herbert Gehlen und Reinhold Küppers begleiteten wie gewohnt am Akkordeon. Musikalische Unterstützung erhielten sie von den "Oldtimers" aus Beeck: Georg Wimmers, Reinhard Tillmann und Heinz Schlömer. Drei Heimatlieder gaben die Sänger des MGV "Rather Dorfspatzen" und des MGV "Liederkranz" zum Besten.

Krönender Abschluss nach rund dreistündigem Programm (Katrin Küppers war für die Technik verantwortlich), waren Maria und Reinhold Küppers in der Rolle von Pfarrer und Kardinal aus Rom - viel Beifall und eine Rakete belohnte die beiden.

(cole)
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