Wegberg: Schulstandort Merbeck ist in Gefahr

Wegberg : Schulstandort Merbeck ist in Gefahr

Weil es möglicherweise bald nicht mehr genügend Grundschüler in Merbeck gibt, droht dem Schulstandort das Aus. Darüber haben Schulleitung und Verwaltung in einer Elternversammlung informiert.

Dass die Schließung von Grundschulen ein brisantes Thema ist, haben Stadtrat und Verwaltung in der Vergangenheit schon erfahren müssen. Jetzt wird erneut darüber diskutiert: Bürgermeister Michael Stock (SPD) trug am Dienstag im Wegberger Rathaus eine gemeinsame Erklärung der Ratsfraktionen vor, wonach die Bezirksregierung Köln faktisch die Auflösung des Teilstandorts Merbeck verfügen werde, sollte die Schülerzahl unter die Grenze von 46 Kindern fallen.

Die Grundschule Merbeck wird seit dem 1. August 2013 als Teilstandort der Erich Kästner Schule Wegberg geführt. Die gemeinsame Erklärung kommt nicht ohne Grund zum jetzigen Zeitpunkt. Derzeit besuchen 49 Schüler den Teilstandort Merbeck. Das Problem: Mit den Schuljahren 2018/19 und 2019/20 verlassen starke Jahrgänge die Grundschule an die weiterführende Schule. Durch die geringe Anmeldezahl von acht Schülern im Schuljahr 2017/18 sind die Gesamtschülerzahlen für den Fortbestand des Teilstandorts Merbeck in den kommenden Jahren in einem kritischen Bereich. Die Schülerzahl droht unter die Mindestgrenze zu rutschen.

Weil die Mühlenstadt sparen muss, hatten Politik und Verwaltung 2015 im Haushaltssicherungskonzept (HSK) eine "Schulstandortoptimierung" vereinbart. Zwei Grundschulstandorte sollten geschlossen und damit 291.000 Euro pro Jahr gespart werden. Doch nachdem sich aus den Reihen der Bürger massiver Widerstand gegen die geplanten Schulschließungen formiert hatte, sah der Stadtrat von der unpopulären Maßnahme ab. Man beschloss stattdessen, dass alle sechs Grundschulstandorte im Stadtgebiet (Wegberg mit Teilstandort Merbeck, Beeck, Rath-Anhoven sowie Arsbeck mit Teilstandort Wildenrath) erhalten bleiben sollen. Doch wenn die Mindestschülerzahl an einem Standort unterschritten wird, greift die Bezirksregierung als übergeordnete Behörde ein.

Über die aktuelle Situation und die möglichen Entwicklungen in den kommenden Schuljahren am Teilstandort Merbeck haben die Schulleitung und die Stadtverwaltung am 18. April in einer Elternversammlung in der Grundschule Merbeck informiert. "Der Rat der Stadt Wegberg begrüßt das große Engagement der Merbecker Bürgerschaft, der Schulpflegschaft und des Fördervereins. Er steht nach wie vor zu dem Beschluss, die sechs Grundschulstandorte zu erhalten", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Der Erhalt des Teilstandortes Merbeck könne aber nur gelingen, wenn die gesetzlich vorgegebene erforderliche Mindestzahl von 46 Schülern vorhanden ist. Deswegen begrüße der Stadtrat auch die Initiative der Schule, die Eltern und Kinder transparent darüber aufzuklären, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sichergestellt sei, dass der Teilstandort Merbeck aus rechtlichen Gründen auf Dauer aufrechterhalten werden kann. "Für den Fall, dass die Schülerzahl unter die Grenze von 46 Kindern fällt, wird die Bezirksregierung faktisch die Auflösung des Teilstandorts Merbeck verfügen", heißt es in der Erklärung weiter. Für den Teilstandort Merbeck könne durch die derzeit noch ausreichenden Anmeldezahlen eine Klassenbildung für das Schuljahr 2018/19 sichergestellt werden. "Dies bestätigt die gute Zusammenarbeit des Fördervereins, der Schulpflegschaft, der Schulleitung und der Verwaltung für den Fortbestand des Standortes", heißt es weiter.

(hec)
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