Schulsekretärin mit Leib und Seele

Abschied für Helene Tellers : Schulsekretärin mit Leib und Seele

Helene Tellers ist nach 25 Dienstjahren als Schulsekretärin der Erich Kästner Grundschule verabschiedet worden.

Helene Tellers wird Kinder in der großen Anzahl von 426, wie bei ihrer letzten Anstellung als Sekretärin an der Erich Kästner Schule, zukünftig missen müssen. Jedoch ist sie stolze Großmutter von sieben Enkeln, für die sie nun mehr Zeit haben wird. Stellvertretend für alle Schüler hatten am Morgen die Klassensprecher ihr zu ihrem bevorstehenden Ruhestand je eine Rose pro Klasse mit netten kleinen Sprüchen überreicht.

 Immer wieder kamen danach Kinder zu ihr, um Bilder zu überreichen, um noch mal „Tschüss“ zu sagen und sich drücken zu lassen. Später feierten Schulleitung, Lehrerinnen der Wegberger Schule und des Merbecker Teilstandortes sowie OGS-Mitarbeiter mit Helene Tellers – und es hatte sich Gerd Pint von der Stadt angekündigt.

Mit Blick auf die fast 25-jährige Dienstzeit bei der Stadt Wegberg sind der Sekretärin auch einige traurige Momente in Erinnerung geblieben, erzählte sie in einer ruhigen Minute. So etwa Schicksalsschläge wie der Tod eines Elternteils, die Kinder verkraften mussten. Allerdings habe es ebenfalls viele fröhliche Ereignisse wie die Geburt eines Brüderchens gegeben. Oder Geburtstagskinder waren zu ihr gekommen, um ihr Süßigkeiten und Kuchen zu bringen.

Gut eingeprägt hat sich bei ihr die Antwort eines Jungen im Religionsunterricht auf die Frage, was Nächstenliebe sei. Er kam aus einer Patchwork-Familie, erzählte Helene Tellers schmunzelnd. Wenn die Mutter einen neuen Partner und diesen ganz doll lieb hatte, war das für ihn Nächstenliebe.

Die Arbeitsweise als Sekretärin habe sich im Laufe der Jahre sehr gewandelt, fügte sie an. Zu Anfang wurde ohne Computer gearbeitet, vielmehr alles mit Schreibmaschine geschrieben und in Akten abgelegt. Heute arbeitet sie parallel mit Akten und Computer. So halten ihre Kollegin Ilona Dahmen und sie in einem Schulprogramm alle wichtigen Daten von Kindern und Eltern fest.

„Heute gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte sie während der Feierstunde, „ein lachendes, weil ich mehr Freizeit gewinne, auch für meine Enkel, und das weinende betrifft euch und die Kinder.“

Konrektorin Sonja Krahl bekräftigte, dass der „Schulsekretärin mit Leib und Seele“ alle Türen der Erich Kästner Schule offen stehen bleiben. OGS-Koordinatorin Eva Küpper hob lobend Helene Tellers hilfsbereite Art hervor. Die Kinder wüssten, dass die Sekretärin eine Institution in der schulischen Institution ist und jetzt nicht mehr da sei. Sie überreichte ein buntes, selbst gestaltetes Bild.

Und Rektorin Helene Neumann hatte Helene Tellers als überaus korrekte und sehr, sehr sparsame Sekretärin kennengelernt, wie sie erzählte. Jedes Zettelchen wurde verwertet und jeder Bleistift bis zum Schluss verwendet. Sie überreichte ihr Block, Bleistift und Mappe sowie Kühlpacks und Pflaster für Erstversorungen, mit denen Tellers zuvor vielfach bei Blessuren geholfen hatte. Das Lehrerkollegium hatte zudem ein Rezeptbuch erstellt und Material zur Vorbereitung auf eine geplante Reise besorgt. Alles Dinge, die zur gelungenen Freizeitgestaltung beitragen werden. Nachfolgerin im Amt ist jetzt Stefanie Giesen, die frühere Leiterin des Klinkumer Kindergartens.