Wegberg: Schauspieler müssen selbst oft lachen

Wegberg : Schauspieler müssen selbst oft lachen

Bald hebt sich bei der Schwalmbühne der Vorhang zu "Love and Peace im Landratsamt" - Komödie in drei Akten von Andreas Weniung. Premiere ist am 29. November.

Elfriede freut sich. Sie hat eine Kaffeemaschine in ihr Büro gestellt - und die bekommt sogar Strom. "Dann kann ich tatsächlich Kaffee machen", ist Elfriede zufrieden. Sehr sogar. Und eigentlich heißt Elfriede Helga. Kurios?

Mit Sicherheit. Vor allem dann, wenn die Akteure des Theatervereins Schwalmbühne Harbeck aktiv sind. Noch wird fleißig geprobt. Im Keller der neuen Sporthalle an der Maaseiker Straße hat der Theaterverein seine Heimat. Hier ist - zumindest teilweise - schon zu erkennen, wie das Bühnenbild aussehen wird. Gerade im Zentrum ist eben Sekretärin Elfriede Stegner, gespielt von Helga Rögels.

Tatsächlich soll die Kaffeemaschine auf der Bühne voll funktionstüchtig sein. Das ist zumindest der Plan, mit dem Helga Rögels besonders gut leben kann. Denn: In der Komödie wird sie ihrem Chef, kein geringerer als Bernhard Pisch (Walter Kotlowski), seines Zeichens Landrat im Landratsamt Wegberg, mehrfach Kaffee servieren müssen. Zunächst aber plagt sich die resolute und wortgewaltige Sekretärin mit Hotelerbe Marcel Meisner (Tobias Geiser), von Beruf Sohn in höchster Vollendung und Pischs Helfer im Wahlkampf, herum. Der nämlich, also der Landrat, strebt seine Wiederwahl an. Er ist erfolgreich, bekommt aber, auf der Zielgeraden jede Menge Gegenwind zu spüren.

Alfred Uschmann-Kamps, der Regisseur des Stücks, lässt seine Schauspieler agieren. "Bleib' mal länger da am Tisch stehen. Du führst schließlich ein Gespräch. Lass dir noch Zeit, ehe du dich setzt", sagt er zu Roger Honisch, der im Stück den Sensationsjournalisten Timo Treiber verkörpert. Also alles noch mal auf Anfang in der Szene. Als die sitzt, kommt der große Moment von Hilde Brustwickel- Schnödesenf (Karin Bonitz).

Die Emanze ist Oppositionsführerin und wittert ihre Chance, kräftig am Stuhl des amtierenden Landrates zu sägen. Karin Bonitz gibt Vollgas, vor allem in der Szene, in der sie sich mit Harbecks Bürgermeister Friedbert Stein (Toni Röttinger), übrigens ein Freund des Landrates, anlegt. Die Szene sorgt selbst bei den Schauspielern immer wieder für herzhafte Lacher. Durch ein Missverständnis glaubt Hilde, dass der Landrat in Kürze tot sein wird. Grund genug für sie, ihre Teilnahme am Gesprächskreis "Auch Männer können bügeln" abzusagen.

Die Atmosphäre bei der Probenarbeit ist locker. Hier und da helfen die Souffleusen aus, doch die Abläufe sind den Schauspielern schon bestens bekannt. Unterdessen sprechen die Akteure über das Bühnenbild, das noch nicht ganz fertig ist. Ein Regal? Oder doch besser eine Fototapete? Fragen, die die erfahrenen Mitglieder des Theatervereins bis zur Premiere geklärt haben.

Gaby Braun, sonst als Regisseurin aktiv, geht auf die Bühne. Und wie: Als wilde Love-and-Peace-Aktivistin sorgt sie für reichlich Unruhe im Landratsamt. Kein Wunder, denn sie und Bernhard Pisch haben sich in der Flower-Power-Zeit kennengelernt. Welche Rollen eine Wasserleiche, Hasch-Kekse und eine naive Schlager-Diva spielen - die Zuschauer werden es erleben.

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