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Wegberg: Sammler zeigen wunderschöne Krippen

Wegberg : Sammler zeigen wunderschöne Krippen

Musikantenkrippe, Laternen-Krippe und hölzernes Engel-Orchester: Am Wochenende gab es bei der Wildenrather Krippenausstellung, die nur alle vier bis fünf Jahre stattfindet, viele schöne Krippen im Pfarrheim zu sehen.

Die Sammelleidenschaft befiel sie vor 20 Jahren. Schon damals hielt Käthe Puzinas auf Flohmärkten in der Umgebung Ausschau nach alten Krippenfiguren und Zubehör.

Bei der zweiten Krippenausstellung im Wildenrather Pfarrheim präsentierte die 80-Jährige ihre schönsten Stücke. Und die sehen alle aus wie neu. Denn die Rentnerin restauriert die historischen Unikate selbst, mischt herkömmliche Wasserfarben solange an, bis sie den richtigen Farbton trifft. Maria und Josef und die Heiligen Drei Könige, handgefertigt gegen Ende des 19. Jahrhunderts, präsentierte Käthe Puzinas ebenso wie die historische Musikantenkrippe aus dem Jahr 1938 und das von ihr selbst angefertigte Jesuskind.

Im Pfarrheim neben der Kirche gab es am Wochenende aber noch viel mehr zu sehen. Zum Beispiel die orientalische Laternen-Krippe der Rurdorfer Krippenfreunde. Hans-Josef Dohmen aus Baesweiler-Floverich hatte die Krippen-Szene in mühevoller Kleinstarbeit in die Laterne integriert und das ungewöhnliche Unikat zur Verfügung gestellt.

Das hölzerne Engel-Orchester aus dem Jahr 1950 stammt aus dem Erzgebirge und wurde von Willi und Hannelore Beenen ausgestellt. Als kleines Kind habe seine Frau schon immer die Engel in der Adventszeit bei ihrer Tante bewundert. Nach ihrem Tod vermachte die Tante ihr das seltene Sammlerobjekt. Auch Oberammergauer Schnitzkunst wurde von dem Wildenrather Ehepaar bei der zweiten Krippenausstellung, die nur alle vier bis fünf Jahre stattfindet, präsentiert.

Auf dem Dachboden und im Keller hat Willi Beenen die fein gearbeiteten Schätze das ganze Jahr über in Kartons gut verpackt, in der Vorweihnachtszeit kommen sie in jedem Jahr ans Tageslicht. Beenen gehört auch zum Krippenbauer-Team, das zurzeit ein gut gehütetes Geheimnis partout nicht lüften will. Schon seit Mitte November treffen sich die acht Männer zweimal pro Woche in der Kirche. "Unsere Krippe ist in jedem Jahr anders", erzählt Theo van Kan. Sehr stattlich wird sie auch in diesem Jahr wieder ausfallen und auf 40 bis 60 Quadratmetern ein echter Hingucker während der Christmette sein.

In einem Seitenschiff der Wildenrather Kirche neben dem Altar bauen die Männer die Krippe auf. Bei der Christmette an Heiligabend um 19 Uhr darf sie das erste Mal bewundert werden. Vorher, um 16.30 Uhr, kommen die Wildenrather Kommunionkinder zu einer Krippenfeier im Gotteshaus zusammen.

Krippenbesichtigungen finden am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr statt. Noch bis zum 2. Februar bleibt die Krippe in der Pfarrkirche. "Erst dann endet die kirchliche Weihnachtszeit", erklärt Krippenbauer Willi Beenen.

(cb)