Rittertheater der Grundschule am Beeckbach 2019

Rittertheaterstück der Beeckbach-Bühne : Rittertheater um Lug, Betrug und Wahrheit

Die auf Burg Lügenschreck lebenden Menschen und fantastischen Gestalten fesselten die Aufmerksamkeit der rund hundert Grund­schüler, die während der Aufführung immer wieder miteinbezogen wurden.

Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Beeckbach bezeugten durch staunende Ausrufe und immer wieder durch schallendes Gelächter, was ihnen am neuen Theaterstück „Ritter Lügenschreck“ der Gruppe „Beeckbach-Bühne“ besonders gut gefiel. So waren sie im ersten Akt von der Kulisse mit Burgmauer, Zinnen, Ritterkleidung und Waffenkorb begeistert. Oder sie lachten herzhaft, als der gutmütige Ritterbruder „Veritas“ nach dem Hahnkrähen im Dunkeln hinfiel und Knappe Matthes über ihn stolperte. Es war das 6. Theaterstück, das ehemalige Eltern des Beecker Kindergartens „St. Vincentius“ und Erzieherin Bärbel Hamacher in kompletter Eigenleistung auf die Bühne im Haus St. Vincentius mit vier Aufführungen auf die Beine stellten.

Erstmals waren Kinder der „Paul-Moor-Schule“ aus Mönchengladbach zu Gast, seit zwei Jahren sind auch die Grundschüler der Erich Kästner Schule Wegberg dabei, erzählte Autorin und Regisseurin Monique Jungbluth. Zur vierten Vorstellung am Nachmittag waren Freunde und Anwohner eingeladen. „Wir möchten das Theater gerne weiter anbieten“, beschrieb sie die über die Kindergartenjahre hinausreichende große Motivation der kreativen Aktiven, „und es ist vom Kindergarten- bis zum Schulkind für jeden etwas dabei.“ Das neue Stück sei wieder lustig und schön und beinhalte eine kleine Botschaft. Diese war für die jungen Zuhörer am Ende des Stücks sehr klar. Vorher verfolgten sie aber mit ihren Lehrerinnen gespannt, was sich auf der Burg ereignete. Dort wohnte Ritter Lügenschreck zusammen mit dem Knappen Matthes, einem Schlossgespenst und Drachen Balduin. Als er wegen eines Ritterturniers für einen Monat verreiste, übertrug er seinem Bruder Veritas die Verantwortung. Dieser tritt im Gegensatz zu seinem lügenden, tricksenden und herrischen Bruder wahrheitsliebend und freundlich auf. Nach und nach stellten sich Menschen, Drache und Geist zwischen oder später vor den Burgmauern vor. Dabei hüteten alle bisherigen Bewohner ihre eigenen Geheimnisse. Der Knappe in standesgemäßer Kleidung log wie sein Herr, in der Hoffnung, zum Ritter geschlagen zu werden. Herzallerliebst zog der lispelnde Drache Balduin mit seinem Buch in der Hand die Sympathien auf sich: Wie sich während des Aufenthalts des guten Bruders herausstellte, war er weder mutig, noch konnte er Feuer spucken. Und das Schlossgespenst „veräppelte“ die anderen mit funkelnden Augen für sein Leben gern – es brachte Veritas und eine Pferdehändlerin in große Gefahr, da sie wegen einer Lügengeschichte in die Fänge von Räubern gerieten. War zunächst die Burg Ort des Geschehens, zeigten später aufgestellte Tannenbäume und ein gemalter Wald die Umgebung an. Die Szenen wurden um Lieder ergänzt, welche entweder die Schauspieler oder Kerstin Schockert in gekonnter Weise vortrugen und mit denen sie die Handlung erklärten oder erweiterten.

Von Beginn an ging die Schauspiel-Gruppe auf Fragen und Einwürfe ihres jungen Publikums ein und integrierten die Gedanken geschickt ins Geschehen. Ebenso sollten die Kleinen für eine authentische Geräuschkulisse an einigen Stellen sorgen – wie ein Gespenst heulen oder wie ein Drache fauchen. Zudem sangen sie mal im Refrain mit oder klatschten rhythmisch im Takt. Die Botschaft am Ende war klar: Das vorherige Motto der Burg-Crew, „Mit Lügen und Tricks kommt man an sein Ziel“, wandelte sich durch den guten Ritter zur Erkenntnis „Ehrlich sein ist gut!“ Dieser war einfach er selbst geblieben.

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