Wegberg: RB 34 weiterhin nicht barrierefrei

Wegberg: RB 34 weiterhin nicht barrierefrei

Die neuen Züge, die auf der RB 34 zwischen Dalheim und Gladbach verkehren, gelten als vorbildlich ausgestattet für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität. Doch weil die Bahnsteige zu tief sind, bleiben Ein- und Ausstieg beschwerlich.

Mit den neuen Zügen, die seit Dezember 2017 zwischen Dalheim und Mönchengladbach fahren, sollte alles besser werden. Die Fahrzeuge der Reihe Lint 41 gelten als vorbildlich ausgestattet für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Der moderne Zug des Herstellers Alstom verfügt über ausfahrbare Schiebetritte, zwei Rollstuhlplätze, eine Behindertensprechstelle und ein behindertengerechtes WC. Doch ein Problem bleibt: Weil die alten Bahnsteige in Dalheim, Arsbeck, Wegberg und zwei weitere auf Mönchengladbacher Stadtgebiet zu niedrig sind, ist der Ein- und Ausstieg weiterhin nicht barrierefrei.

Das Problem mit den alten Bahnsteigen ist seit längerem bekannt. Im Dezember 2017 hatte die VIAS Rail GmbH die Strecke der Schwalm-Nette-Bahn (RB 34) zwischen Dalheim und Mönchengladbach übernommen. Seitdem verkehren dort auch die Neufahrzeuge des Typs Lint 41 - und damit tauchte die Schwierigkeit auf, dass der Einstieg in die neuen Fahrzeuge aufgrund der sehr niedrigen Bahnsteige zum einen nur sehr umständlich und zum anderen nur möglich ist, wenn ein Zugbegleiter dabei ist. Denn mit 24 Zentimetern sind die Bahnsteige zu tief für moderne Züge. Vorgesehen ist ein Niveau von 76 Zentimetern. Dieser Höhenunterschied bereitet besonders Kindern, Senioren und Menschen mit Behinderung Probleme. Bei den Fahrzeugen der Reihe Lint 41 wird das Problem durch den automatisch ausfahrbaren Schiebetritt zumindest teilweise entschärft: Die an einzelnen Bahnsteigen maximal zu überbrückende Höhendifferenz auf die erste Stufe beträgt auf der RB 34 genau 31 Zentimeter. Zum Vergleich: Treppenstufen sind üblicherweise 17 Zentimeter hoch. Weil der Zugang zu den Zügen der RB 34 aber barrierefrei gestaltet werden soll, hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland im vergangenen Jahr eine Investition von rund 1,5 Millionen Euro beschlossen. Mit dem Geld sollen die alten Bahnsteige erhöht und somit kompatibel mit modernen Zügen gemacht werden. "Auf Bitten der Aufgabenträger NVR und VRR wurde eine erste Baustufe vorgestellt, bei der die DB Netz AG mit eigenen Baumaßnahmen einen zunächst richtlinienkonformen Einstiegszustand durch Bahnsteigaufhöhung um einige Zentimeter herstellt", erklärt Holger Klein von der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR). Dies soll nach seinen Angaben nach Möglichkeit bis Ende 2018 erfolgen. Dann soll eine zweite Baustufe mit endgültiger barrierefreier Umgestaltung der Stationen folgen. "Klar ist, dass am endgültigen Ausbau auf 76 Zentimeter Höhe weiter festgehalten wird", sagt Holger Klein, "der endgültige Umbau wird aber wegen der erforderlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren nicht kurzfristig zu realisieren sein." Im Klartext: Zugreisende müssen sich noch ein Weilchen gedulden, bis der Ein- und Ausstieg an den Stationen der RB 34 endlich barrierefrei ist.

Die genaue Dauer der zurzeit geltenden Übergangslösung kann nach Angaben des NVR-Sprechers derzeit nicht prognostiziert werden. "Es werden planmäßig weiterhin die derzeit im Betrieb befindlichen neuen Fahrzeuge des Typs Lint 41 mit der in NRW üblichen und vorgegeben Normhöhe bis zum Ende der Vertragslaufzeit verkehren", teilt er auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der Verkehrsvertrag läuft bis Dezember 2029, so lange sollen die aktuell eingesetzten Fahrzeuge dann auch dort fahren.

(hec)