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Wegberg: Planungsmängel sorgen für Mehrkosten

Wegberg : Planungsmängel sorgen für Mehrkosten

Der Erweiterungsbau des Klinkumer Feuerwehrgerätehauses wird für die Stadt Wegberg knapp 90.000 Euro teurer als geplant. Weil es bei der Planung der Zufahrt Versäumnisse gab, wurde ein Parkplatz weitestgehend zerstört.

Statt der ursprünglich veranschlagten 335.000 Euro betragen die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Erweiterung des Klinkumer Feuerwehrgerätehauses nach Angaben der Wegberger Stadtverwaltung 422.580 Euro. Hinzu kommen 11.625 Euro für die Möblierung. Über die Mehrkosten von fast 90.000 Euro entwickelte sich während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend im Wegberger Rathaus eine lebhafte Diskussion.

Das Klinkumer Feuerwehrgerätehaus grenzte an das alte Klinkumer Grundschulgebäude, das vor wenigen Wochen abgerissen wurde. Auf der Fläche soll ein modernes zahnmedizinischen Zentrum entstehen. Der Rohbau und die Dachdeckerarbeiten der Erweiterung des Klinkumer Feuerwehrgerätehauses sind bereits weitestgehend fertiggestellt.

"Der Großteil der Mehrkosten ist baulich bedingt und nicht mehr steuerbar", teilte die Stadtverwaltung am Dienstagabend in der Hauptausschusssitzung mit. Ein wesentlicher Kostentreiber ist nach Darstellung der Verwaltung die fehlende Zufahrt zur Baustelle. Ursprünglich sollte die Zufahrt über das Gelände der alten Schule erfolgen. Das war jedoch nicht möglich, weil das alte Schulgebäude sofort nach dem Verkauf des Grundstücks an den Investor abgerissen wurde und das Gelände nicht mehr zugänglich war. Dadurch musste die Baustelle am Gerätehaus über einen bestehenden Parkplatz angefahren werden. Dabei wurde der Parkplatz von den schweren Baustellenfahrzeugen weitestgehend zerstört. Weitere Mehrkosten verursachten unter anderem das Heizsystem sowie Erd- und Betonarbeiten, die wegen des schlechten Bodens aufwendiger waren als geplant.

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Dass die Stadt die ursprünglich geplante Zufahrt zur Baustelle des Feuerwehrgerätehauses nicht rechtzeitig vor dem Verkauf des städtischen Grundstücks an den Investor sichergestellt habe, kritisierten mehrere Fraktionen. "Das können wir aber jetzt nicht mehr ändern, müssen daraus aber für die Zukunft lernen", sagte Sven Müller-Holtkamp (FDP). "Es ist völlig unbefriedigend, wenn es zu solch exorbitanten Mehrkosten kommt", beklagte CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Otten. Solche Versäumnisse sollten in Zukunft unbedingt verhindert werden.

Zur Finanzierung der geplanten Gesamtkosten in Höhe von 422.580 Euro stehen 250.946 Euro im Haushalt 2017 zur Verfügung. Im Haushaltsplan 2017 sind für das Folgejahr 2018 weitere 132.000 Euro vorgesehen. Weil der Erweiterungsbau aber deutlich früher fertiggestellt wird als geplant und wohl noch im Dezember 2017 in Betrieb genommen wird, müssen noch in diesem Jahr die gesamten finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die überplanmäßige Auszahlung in Höhe von rund 170.000 Euro soll durch Mittelübertragungen aus den Investitionsmaßnahmen Deckensanierung Bergstraße (100.000 Euro) und Deckensanierung Beecker Straße (70.000 Euro) bereitgestellt werden. Dazu erklärt die Verwaltung, dass die Baumaßnahme Bergstraße deutlich günstiger wird als geplant und noch in diesem Jahr umgesetzt werde. Die Arbeiten auf der Beecker Straße sollen verschoben und nicht mehr in diesem Jahr vorgenommen werden. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte dieser Vorgehensweise einstimmig zu.

Trotz der Mehrkosten in Höhe von knapp 100.000 Euro hat der Ausschuss mehrheitlich weitere Ausführungen im Wert von 13.362 Euro beschlossen, die als sinnvoll erachtet werden, auch wenn sie baulich nicht zwingend erforderlich sind. Dazu zählen ein Vordach am neuen Eingang des Gerätehauses (4165 Euro), elektronische Zylinder an der Eingangstür (1672 Euro), ein Parkplatz mit Pflasterbelag anstelle einer Wegedecke (3000 Euro) und besonders ausgestattete Feuerwehrschränke (4525 Euro).

(RP)