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Pianistin Sohyun Park begeisterte beim Meisterkurskonzert in Wegberg-Beeck

Pianistin Sohyun Park in Wegberg-Beeck : Eine Offenbarung am Flügel

Die junge Pianistin Sohyun Park gestaltete im Vincentiushaus das siebte Meisterkurskonzert des Kulturförderkreises Opus 512.

Zierliche Finger gleiten, flüstern und fliegen über die Tasten, dann folgen unversehens einige kräftige Forte- und Fortissimo-Passagen, die den kleinen Raum mit ihrer Klanggewalt überrollen und bis in den letzten Winkel vibrieren lassen. Die Ausdrucksstärke, die jeden Ton ihres innigen Spiels am Flügel durchdringt, macht es fast schon zu einem spirituellen Erlebnis, Sohyun Park bei ihrem Klavierspiel zuzusehen und vor allem zuzuhören.

Die aus Südkorea stammende junge Pianistin gastierte beim siebten Meisterkurskonzert des Kulturförderkreises Opus 512 im Vincentiushaus in Wegberg-Beeck. Wie die überaus talentierten Nachwuchspianisten, die vor ihr den Kulturförderkreis beehrt haben, ist auch sie eine Teilnehmerin des Meisterkurses „Next Generation“ der international gefeierten Pianistin und Klavierpädagogin Xin Wang, von der sie zudem seit zwei Jahren Privatunterricht erhält.

Wie sehr sich ihre harte Arbeit und hochkarätige Ausbildung in Kombination mit ihrem musikalischen Talent bezahlt machen, wurde schon innerhalb der ersten Takte offenbar. Nach einer Einführung in die Stücke durch den Aachener Pianisten und Kulturmanager Florian Koltun nahm Sohyun Park ihr Publikum in der ersten Hälfte des Konzertabends zunächst mit auf eine musikalische Reise in das impressionistisch geprägte Frankreich. Sie begann mit den Préludes 10, 11 und 12 aus der Feder von Claude Debussy, gefolgt von „Zwei Zwischenspiele“ von Stephen Goss. Als krönenden Abschluss vor der Pause präsentierte sie einen Auszug aus Debussys „Images“. Selbst die schwierigsten Passagen meisterte sie mit bestechender Eleganz und bewies dabei nicht nur ihr feines Gespür für dynamische Wendungen, sie vermochte es auch, ihr fließendes Spiel mit Emotionen und Geschichten zu füllen. In der zweiten Hälfte brillierte Park mit ihrer Interpretation von Sergei Prokofjews Ballettmusik „Romeo und Julia“ sowie der „Carmen Fantasy“ von Ferruccio Busoni, die technisch anspruchsvoll mit den musikalischen Motiven aus Bizets bekannter Oper spielt.

Opus 512 hat sich der Aufgabe verschrieben, qualitativ hervorragende Musik in direkter Nähe erfahrbar zu machen. Zudem ist es dem Verein ein Anliegen, jungen Pianisten ein Podium und Publikum zu bieten. Florian Koltun dankte dem Kulturförderkreis für diese Form der Nachwuchsförderung und die unermüdlichen und wertvollen Verdienste seiner Mitglieder um die Musik und ihre Tradition. Gemeinsam mit Xin Wang empfiehlt er bereits seit etwa acht Jahren Meisterschüler für die Meisterkurskonzerte bei Opus 512.

Sohyun Park begann ihren Klavierunterricht im Alter von neun Jahren. Mit dreizehn wurde sie an dem renommierten Internat Chethams School of Music in Manchester aufgenommen. Nach ihrem Abschluss lebte und studierte sie in London mit einem Stipendium am Royal College of Music, wo sie sowohl Bachelor als auch Master mit Auszeichnung ablegte. Sie gewann bereits Preise bei prestigeträchtigen Musikwettbewerben und nahm an europäischen Klassikfestivals wie dem Oxford Music Festival teil, bei dem sie 2016 den ersten Preis erhielt. Sie wird in diesem und im nächsten Jahr Konzerte mit dem Budapest Danube Symphony Orchestra und dem United Kingdom Symphony Orchestra geben – der gefühlvolle Erzählstil ihrer virtuosen Darbietungen wird sicher dafür sorgen, dass sie zukünftig auch darüber hinaus in den großen internationalen Konzertsälen bezaubern wird.