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Photolvoltaik-Anlage auf ehemaliger Mülldeponie in Wegberg geplant

Photolvoltaik-Anlage auf ehemaliger Mülldeponie in Wegberg geplant : Sonne soll Strom für Klärwerk liefern

Die Stadtverwaltung plant, eine Photovoltaikanlage (PVA) zu errichten. Das dafür verfügbare Gebiet mit einer Fläche von 16.000 Quadratmetern befindet sich östlich der Kläranlage im Eckbereich Grenzlandring / Feltenbergweg.

Um dieses Vorhaben zu realisieren, muss zunächst der Flächennutzungsplan geändert und die Fläche als Sondergebiet ausgewiesen werden. Diesem Vorhaben stimmte der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Verkehr und Tourismus geschlossen zu.

Wie der Technische Beigeordnete Frank Thies erläuterte, hat die Kläranlage jährlich einen zusätzlichen Bedarf von 1,4 Millionen Kilowattstunden (kWh), der nicht über das vor Ort verbaute Blockheizkraftwerk abgedeckt werden kann. Nach Schätzungen der Verwaltung könnten per Photovoltaik etwa 450.000 kWh erzeugt werden. „Wir können diese Energie sehr gut gebrauchen“, so Thies. Er geht davon aus, dass das vorbereitende Bauleitplanverfahren inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung etwa zwölf Monate beanspruchen wird. Die zuständigen Kreisbehörden seien bereits miteingebunden worden. „Es herrscht ein großes Einvernehmen darüber, dass es funktioniert.“

Auch die Bezirksregierung Köln hat nach Angaben der Verwaltung keine „raumordnerischen Bedenken“ geäußert. Von der Anlage dürfe allerdings keine Blendwirkung ausgehen. Darauf weist die untere Immissionsschutzbehörde hin. Die untere Naturschutzbehörde macht in einer Stellungnahme deutlich, dass die Module der PVA den ökologischen Wert der Flächen reduzieren würden. Der vorwiegend aus Sträuchern bestehende Bewuchs der Grünlandfläche, die sich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, müsse in den Randbereichen erhalten bleiben. Die Lage neben der Kläranlage und die günstige Anbindung an die elektrische Infrastruktur sowie die geringe optische Wahrnehmbarkeit der PVA lassen aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde eine Ausweisung als Sondergebietsfläche für Photovoltaik zu.

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Da die geplante Anlage auf einer ehemaligen Hausmülldeponie errichtet werden soll, muss vor Tiefbauarbeiten geprüft werden, ob sich noch größere Mengen an Methan im Boden befinden. Das macht die untere Wasser- und Bodenschutzbehörde zur Auflage. Bei der letzten Messung vor vier Jahren seien nur noch geringe Restgehalte nachweisbar gewesen. Das Gelände der ehemaligen Deponie unterliegt derzeit noch einer regelmäßigen Grundwasserüberwachung. Daher dürfen die vorhandenen Messstellen nicht beschädigt werden.

Den endgültigen Beschluss soll der Stadtrat am 21. Dezember treffen. Zuvor geht der Vorschlag der Verwaltung noch durch den Ausschuss für Wohnen, Bauen, Vergaben und Liegenschaften.