Wegberg: Pfingstlager mit 1700 Pfadfindern

Wegberg : Pfingstlager mit 1700 Pfadfindern

Unter dem Motto "Zeitlos" trafen sich die Bezirke und Stämme der Diözese auf dem Gelände von Haus St. Georg bei Workshops und auf einem Markt der Möglichkeiten. Zelte standen auch auf den benachbarten Wiesen.

Mit einer Zeitmaschine in Form eines durchaus repräsentativ aussehenden Toilettenhäuschens war Gründer Lord Robert Baden-Powell (Benjamin Blanken) zu Beginn des viertägigen Diözesanpfingstlagers der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) des Diözesanverbandes Aachen dazugekommen. Reichlich irritiert davon, direkt gefilmt zu werden, brauchte er einige Zeit, um den gedanklichen Sprung in die Jetztzeit zu meistern. War es doch im weit zurückliegenden Jahr 1907 gewesen, dass er das erste Zeltlager mit jungen Pfadfindern durchführte und dass im Folgejahr das methodisch richtungsweisende Buch "Scouting for Boys" veröffentlicht wurde.

"Zeitlos" hieß das Motto des riesigen Pfingstlagers, an dem rund 1700 junge Menschen teilnahmen, die sich bei Workshops und auf einem Markt der Möglichkeiten trafen. Die Ziele der deutschen Pfadfinderschaft umriss zunächst Diözesanvorsitzender Jonas Spinczyk im Gespräch. Junge Menschen zur Selbstständigkeit zu erziehen, ein Gemeinschaftserlebnis zu ermöglichen und Dinge zu erleben, die es woanders nicht gibt, gehören dazu. Nach dem Gedanken, jeden Tag eine gute Tat zu tun, agieren die Pfadfinder heute unter dem Leitspruch "Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast". Der Diözesanverband Aachen setzt entsprechend Schwerpunkte, führte Diözesanvorsitzende Annkathrin Meyer - neben Diözesankurat Thomas Schlütter die Dritte im Vorstandsbund - aus: Flüchtlingsarbeit, Integration auch von Behinderten oder das Referat Ökologie inklusive umweltfreundlichen Produkten, ökologisch abgehaltenen Veranstaltungen oder Tipps für die ehrenamtlichen Gruppenleiter gehören dazu. Jährlich entsendet der Diözesanverband Aachen mit der Organisation "Weltwärts" einen Freiwilligen in sein Partnerprojekt "Suenos Especiales" ("Besondere Träume") in Kolumbien. Am Pfingstzeltlager wiederum nahmen zwei kolumbianische Projektleiter teil. Außerdem absolviert derzeit die Kolumbianerin Tatjana Cortez im Haus des DPSG in Watern ihr Freiwilliges Jahr. "Vor zwei Jahren haben wir mit den Vorbereitungen für das Pfingstwochenende begonnen", beschrieben die Bildungsreferentin im Diözesanbüro, Erika Haase-Zeimetz, und Stephan Milthaler von der Gruppe "Kommunikation" den organisatorischen Aufwand. Eher zufällig hat sich ein Neun-Jahres-Rhythmus der Ausrichtung eingestellt. Nach dem Jahr 2000 hatte das Zeltlager 2009 erstmals in Wegberg stattgefunden - aufgrund des enormen Platzangebots durch die von Bauern zur Verfügung gestellten angrenzenden Wiesen ist die Wahl diesmal erneut auf die Stadt im Tal der Mühlen gefallen. 60 Ehrenamtliche, fünf Hauptamtliche und 30 bis 40 Mitarbeit im Haus betreuten die Workshops, Angebote auf dem Markt der Möglichkeiten und sorgten für die Verpflegung. Politische Gesprächsrunden für Antworten auf Stammtischparolen, Pfadfinderspiele wie "Fahnenklau", Bänderknüpfen, T-Shirt-Siebdruck mit "Zeitlos"-Logo, Batiken, Tanz-Workshops und vieles mehr wurden neben Lagerfeuertreffen angeboten.

(cole)
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