Wegberg: Pechtheyden Landtechnik: Tradition und Hightech unter einem Dach

Wegberg: Pechtheyden Landtechnik: Tradition und Hightech unter einem Dach

Mitglieder des Aktionskreises Wegberger Mühle besichtigen die Firma Pechtheyden Landtechnik in Rath-Anhoven. Herzstück des Unternehmens ist das Ersatzteillager mit rund 45.000 Artikeln.

Tradition in Verbindung mit Hightech - so präsentiert sich die Firma Pechtheyden Landtechnik an ihrem Hauptsitz in Rath-Anhoven. Die Experten für Landmaschinentechnik empfingen auf Einladung des Aktionskreises Wegberger Mühle (AWM) über 50 Interessierte zu einer Betriebsbesichtigung. Empfangen wurden die Gäste auf dem Betriebsgelände an der B 57 von Inhaber Hans Peter Clev (62) und dessen Sohn Carsten Clev (32).

Pechtheyden Landtechnik ist seit 2010 Vertragshändler des Herstellers New Holland. Foto: Michael Heckers

Pechtheyden gilt als führender Spezialist für Landtechnik im Rheinland. "Das Unternehmen wurde 1906 von Franz Pechtheyden in Rath-Anhoven gegründet", erklärte Inhaber Hans Peter Clev. Heute hat das Unternehmen neben der Hauptniederlassung in Rath-Anhoven mit rund 50 Mitarbeitern zwei weitere Filialen in Rees am Niederrhein und in Kürten bei Bergisch-Gladbach mit jeweils 15 Mitarbeitern. "Wir bilden selber aus", erklärte Hans Peter Clev, zurzeit gibt es 13 Lehrlinge bei Pechtheyden, die zu Landmaschinentechnikern ausgebildet werden, im Sommer kommen fünf weiter hinzu.

Auf dem Betriebsgelände gibt es eine große Reifenhalle. Foto: Michael Heckers

Der Landtechnikmarkt wird vor allem aus dem Ausland bestimmt. Während es früher zahlreiche deutsche Hersteller von Traktoren und Schleppern gab, gibt es heutzutage nur noch wenige, erklärte Hans Peter Clev den erstaunten Gästen. Klangvolle Markennamen wie Deutz und Fendt seien längst in ausländischer Hand. Pechtheyden Landtechnik ist seit November 2010 New Holland Vertragshändler. Zahlreiche Fahrzeuge im typischen Design dieser Marke, deren Name zurückgeht auf das gleichnamige Unternehmen, das seinen Ursprung im Ort New Holland, Pennsylvania (USA) hat, stehen auf dem großen Firmengelände von Pechtheyen Landtechnik an der B 57. Zum Produktportfolio des Unternehmens zählen aber auch Fahrzeuge anderer Marken, wie beispielsweise der knallgrüne Teleskoplader von Merlo, dessen außergewöhnliche Fähigkeiten die Besucher von Pechtheyden-Mitarbeiter Rogier Hermens erläutert bekamen. Beeindruckt zeigten sich die Gäste auch von einem riesigen Mähdrescher von New Holland. "Das Mähwerk hat eine Breite von 7,60 Meter, der Motor leistet 425 PS und der Tank fasst etwa 1000 Liter", erklärte Stefan Hauser, der bei Pechtheyden Landtechnik für den Verkauf und Außendienst zuständig ist. Das riesige Gefährt kostet rund 300.000 Euro (netto) - eine Summe, die sich meistens mehrere Käufer teilen. Denn bei Mähdreschern gibt es die Besonderheit, dass sie nur zur Erntezeit an zehn bis zwölf Tagen im Jahr im Einsatz sind, "die restlichen 355 Tage im Jahr sind diese Geräte nicht im Einsatz", erklärte Stefan Hauser. Darum sei entscheidend, dass die Geräte dann einwandfrei funktionieren, wenn sie gebraucht werden. "Zuverlässigkeit ist in der Landtechnik das A und O", erklärte Hauser. Die Maschinen werden bei Pechtheyden auf Herz und Nieren untersucht und mit größter Sorgfalt für ihren Einsatz vorbereitet. Außerdem stehen in der Erntezeit rund um die Uhr Mechaniker Gewehr bei Fuß, um im Notfall schnell technische Hilfe vor Ort anbieten zu können. Die modernen Geräte sind vollgestopft mit neuester Technik. "Dieser Mähdrescher zeichnet sämtliche Daten auf, erfasst Ertrag und Feuchte auf jeder einzelnen Parzelle und liefert damit wertvolle Informationen, beispielsweise zum Thema Düngung", erklärte Hauser. Dank des Presicion-Land-Management (PLM), dem wohl bedeutendsten Fortschritt in der Landwirtschaft seit Beginn der Mechanisierung, ist das Fahrzeug sogar in der Lage, alleine zu fahren. "Und zwar bis auf zwei Zentimeter genau", erklärt Stefan Hauser.

Das Ersatzteillager mit 45.000 Artikeln geht über drei Stockwerke. Foto: Michael Heckers

Herzstück von Pechtheyden Landtechnik in Rath-Anhoven ist das riesengroße Ersatzteillager. Rund 45.000 Artikel lagern dort auf drei Etagen. Vom Scheibenwischer bis zur Kupplungsscheibe - dort gibt es alles, was das Kundenherz begehrt. Die Gänge im Ersatzteillager erscheinen endlos: "Jeder Mitarbeiter im Ersatzteillager legt pro Tag eine Strecke von rund 20 Kilometern zurück", schätzt Carsten Clev. Gleich neben dem Ersatzteillager befinden sich die Reparaturannahme, einige Büroräume und im Obergeschoss die Garantieabteilung, von wo aus man einen perfekten Blick in die Werkstatthalle hat. Dort werden an 20 Plätzen Traktoren repariert und ausgerüstet. Außerdem gibt es auf dem Betriebsgelände noch eine große Reifenhalle und eine Halle für Neufahrzeuge.

Die Reifen der Maschinen, die in Rath-Anhoven gewartet werden, sind riesig. Foto: Michael Heckers

Die Besucher vom Aktionskreis Wegberger Mühle zeigten sich beeindruckt von der Angebotsvielfalt, die das Unternehmen seinen Kunden zu bieten hat. "Wir wussten gar nicht, dass Sie so viele Produkte anbieten", hieß es. Hedwig Klein dankte abschließend Inhaber Hans Peter Clev und dessen Sohn Carsten für die Gastfreundschaft und die Gelegenheit, auch mal hinter die Kulissen eines renommierten Wegberger Unternehmens blicken zu können, das in vorbildlicher Weise Tradition und Hightech unter einem Dach vereint.

Inhaber Hans Peter Clev (mit Schal) begrüßte die Gäste vom Aktionskreis Wegberger Mühle im Verkaufsraum von Pechtheyden in Rath-Anhoven. Foto: Michael Heckers
(RP)