Offene Tür im Trachtenmuseum und Flachsmuseum Beeck 2019

Offene Museen in Wegberg-Beeck : Flachsmuseum und Naturschützer kooperieren

Stand im Flachsmuseum die neue Kooperation mit dem NABU im Mittelpunkt, war es im Trachtenmuseum der Schmuck.

Bestmöglich gelingt Museumsarbeit, wenn viele Experten engagiert zusammenarbeiten. Der Heimatverein Wegberg-Beeck baut sein Netzwerk mit Partnern unterschiedlicher Bereiche kontinuierlich aus. Jetzt manifestierte er am 42. Internationalen Museumstag die Kooperation mit dem NABU, indem er den Museumsgarten am Flachsmuseum an die Ortsgruppe Wegberg, Hückelhoven und Erkelenz übergab. Darin legten NABU-Mitglieder eine Blumenwiese an und ziehen Pflanzen zum natürlichen Färben auf. Daneben sind kleine Flächen mit unterschiedlich alten Flachspflanzen zu sehen. Im Museum für Europäische Volkstrachten sahen sich Besucher die Ausstellung „Schmuckkulturen 2.0“ an und ließen eigenen Schmuck bewerten.

„Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ hieß das Motto des Museumstages, an dem sich 18 Museen im Kreis Heinsberg beteiligten. Die NABU-Ortsgruppe hatte gefragt, ob sie für ihre Versammlungen das Flachsmuseum nutzen könnte, blickte Heimatvereins-Vorsitzender Georg Wimmers auf den Beginn der Kooperation zurück. Die Idee kam auf, die Naturschützer in die Pflege des Gärtchens einzubeziehen. „Der NABU ist ein kompetenter Partner, und die Kooperation blüht – nicht ganz“, fügte Wimmers lachend hinzu. So ist die Blumenwiese angelegt und zeigt bereits ihr Grün, es sind einige Färberpflanzen eingesät worden und damit ebenfalls noch relativ klein. „Wichtig ist es für Kinder, die Thematik auch weiter pädagogisch aufzugreifen.“ Dies passe bestens zur Vereinssatzung, die sich für den Erhalt der Mundart, der Flachsverarbeitung oder von Natur- und Kulturerbe ausspricht. Auch dem NABU passe die neue Tätigkeit gut in das Engagement für Pflanzen, Tiere und Natur, betonte Ortsgruppen-Vorsitzende Astrid Jaques. Um Kindern einen Eindruck vom Färben mit Pflanzen zu geben, boten die Mitglieder an einem Tisch die Möglichkeit, mit zerdrückten Blüten zu malen. Und Vize-Bürgermeister Georg Schmitz betonte die Anerkennung der Stadt für das Vereinsengagement.

Im hinteren Teil des Gartens sind jetzt Pflanzen wie Klatschmohn, Färber-Kamille, Färber-Distel, Ligusterstrauch, Färber-Waid, Indigo oder Färberwau eingesetzt, erläuterte Gisela Stotzka bei Führungen. Die Blühpflanzen seien gute Ernährungsgrundlage für Insekten. Beim Färben mit Indigo handle es sich auch heute noch um eine Küpenfärbung, fügte Kunsterzieherin Birgit Menzel an, ziehe man die Stoffe aus der leicht grünlichen Mischung, werden sie im Kontakt mit Sauerstoff blau – „das blaue Wunder“.

Im Museum für Europäische Volkstrachten hatte Kunsthistoriker Simon Hofer etwa eine Brosche aus den 1870er Jahren, eine goldene Taschenuhr aus der Schweiz oder zwei Pistolen aus dem Schloss Dyck bewertet. Wichtig sei es, „Trachten und Schmuck regional übergreifend zu präsentieren und dazu überregionale Netzwerke zu schaffen“, sagten er und Ausstellerin Irene Steiner. Die Objekte seien Spiegelbild der Gesellschaft und zeigten Status, Familienzugehörigkeit oder Konfession an. Beide würden sogar eine Erweiterung des Museums begrüßen.