Offene Gartenpforte in Wegberg Eine Verbindung von Kunst, Faszination und Tradition

Arsbeck · Zum Tag der offenen Gartenpforte lud die Familie Zohren in Arsbeck-Büch in ihr Gartenparadies – dort gab es neben Führungen und allerlei Austausch zur Gärtnerei auch Leckereien und Kunst zu erstehen.

 Im Garten von Familie Zohren in Arsbeck-Büch gibt es beim Lustwandeln viel zu entdecken.

Im Garten von Familie Zohren in Arsbeck-Büch gibt es beim Lustwandeln viel zu entdecken.

Foto: Renate Resch

Den Blick schweifen lassen und jenseits der Augenhöhe auf Entdeckungsreise gehen – das ist im Garten der Familie Zohren nicht nur erwünscht, sondern quasi vorausgesetzt. Dort gibt es nämlich überall etwas zu entdecken: Beispielsweise die Ramblerrosen in verschiedensten Farbtönen, die sich elegant um den Kirschbaum und andere Hochstammgewächse im „Zohrenschen Garten“ ranken, das Wasserspiel am Teich oder die „Nosferatu-Spinnen“ – Metallkunstwerke, die Günter Zohrens Vetter aus Herkenbosch erschaffen hat, und deren Augen sogar im Dunkeln leuchten. Solche Eyecatcher gibt es auf dem Gelände viele – an diesem Wochenende warteten sie nur darauf, von den Gartengästen gefunden zu werden.

Günter Zohren öffnet im Rahmen der „Offenen Gartenpforte Rheinland“ seit mehreren Jahren an einem Wochenende im Frühsommer seinen Garten für Besucher. Die erste „Offene Gartenpforte“ wurde 2002 anlässlich der regionalen Kulturschau „Euroga2002plus“ ins Leben gerufen. Damals beschlossen die Organisatoren aufgrund des hohen Zuspruchs der Besucher nach der Premiere, aus der einmaligen Aktion eine alljährliche Veranstaltungsreihe zu machen. Inzwischen öffnen fast 300 Privatgärten im Frühjahr und Sommer ihre Pforten – dabei kommen auf jeden Garten durchschnittlich etwa 100 Besucher.

Der frei gestaltete Bauerngarten, in den Günter Zohren und seine Familie viel Zeit investieren, verbindet den klassischen Nutzgarten mit Kunst, Faszination und Tradition. Das Gelände, rund 3500 Quadratmeter groß, schmiegt sich an den 300 Jahre alten Bauernhof der Familie. „Früher war das ein landwirtschaftlicher Betrieb, noch bis zur Generationen meiner Eltern“, erzählt Zohren. Die Geschichte des Hofes hat noch immer einen Platz im Garten – an vielen Ecken zollt Zohren der Historik des Gebäudes und seinen Vorfahren Respekt. Die Terrasse vor den ehemaligen Stallungen wird heute noch von allerlei altem Gerät geziert, etwa einem alten Pflug und Pferdegeschirr. Für anderes Arbeitswerkzeug haben die Zohrens sogar ein kleines Museum auf dem Gelände. „Da hängt noch eine alte Egge, die haben meine Eltern zur Goldhochzeit geschenkt bekommen“, sagt Günter Zohren und zeigt auf die Museumswand. Davor hängen alte Schlitten: „Auf diesem hier habe ich als Küken noch selber draufgesessen“, erinnert er sich. Mehr noch als Nostalgie hänge für ihn ein historischer Lehrwert an diesen Gegenständen: „Mir ist es sehr wichtig, diese Dinge nicht nur zu behalten, um mich zu erinnern, wo ich herkomme, sondern um zu zeigen, wie diese diversen Arbeiten früher verrichtet worden sind.“

Die Leidenschaft für seine Arbeit im Grünen ist Zohren in keinem Moment deutlicher anzumerken, als wenn er über die Früchte seiner Arbeit spricht: das große Kräuterbeet, der Nutzgarten mit Zwiebeln, Knoblauch, Pflücksalat, Bohnen und allerlei Gemüse oder der Naschgarten mit verschiedenen kleinen und großen Obstbäumen und Beerensträuchern – so benannt nach „Naschi“, einem Birnbaum der Sorte „Nashi Kuomi“, der hier prächtig wächst.

Egal, ob bei dem Terrassentisch, der auf einem alten Karrenrad aufgebaut wurde, oder den Dekorationselementen – Zohren verbindet in seinem Gartenparadies immer wieder Altes mit Neuem. Dabei darf es auch einer gewissen Exotik nicht entbehren, etwa bei dem Gingkobaum, dem „Methusalem der Bäume“, oder der Topinambur-Knolle, die neben heimischen Gewächsen auf dem Feld gedeiht. Stolz ist Zohren auch auf seine selbst gebauten Rückzugsorte: das Weidentipi, welches er als Naturlaube gefertigt hat, oder der japanische Pavillon in Bambusbauweise im hinteren Gartenteil. Dieser ist umhüllt von Hopfen – dank eines Freundes durfte Zohren so sogar schon sein eigenes „Gartenbier“ kosten.

Bei der Anlage der Gartenelemente seien ihm vor allem drei Dinge wichtig: genug Stauden, lange Blühzeit und insektenfreundliche Pflanzen. Diese Vielfalt macht sich auch bei den Gartenbewohnern bemerkbar, mit denen sich Zohren sein Stück Eden teilt: Zahlreiche Vögel, Insekten, Frösche und Ringelnattern sind bei ihm gern gesehene Gäste.