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Neuer Thriller von Robert Fuhr​: Erst das Rheinland, dann die ganze Welt​

Neuer Thriller von Robert Fuhr : Erst das Rheinland, dann die ganze Welt

Schriftsteller und Kampfsportler Robert Fuhr aus Tetelrath hat einen neuen Thriller vorgelegt. Darin geht es um eine Erfindung, die das Weltgefüge aus den Angeln heben könnte. Warum mit künstlicher Intelligenz nicht zu spaßen ist.

Zwischen Fakten und Fiktion liegt manchmal nur ein schmaler Grat. Was ist wahr? Was ist ausgedacht? Die Vorstellungskraft des Lesers spielt bei der Beantwortung dieser Fragen keine unbedeutende Rolle: Was ist überhaupt denkbar? Wenn der Zweifel gesät ist und die Grenzen verschwimmen, wird es so richtig interessant. Robert Fuhr hat es sich bei seiner Tätigkeit als Schriftsteller zur Aufgabe gemacht, immer ganz nah dranzubleiben an dem, was man gemeinhin als Realität begreift. Nur nicht zu nah, denn er schreibt keine Sachbücher, sondern Thriller. Er sagt: „Das, was ich schreibe, ist zu 90 Prozent authentisch.“ Er sagt aber auch: „Ich würde es mir selber nicht abkaufen.“ Sein neuestes Werk ist vor wenigen Tagen im Gmeiner-Verlag erschienen und trägt den Titel „Rheinische Lösung“.

Die Geschichte beginnt in einem kleinen Ort am Niederrhein und führt an internationale Schauplätze. Der junge Karl Ruf ist durch die Firma seiner Eltern in Staatsaufträge eingebunden, die ihn in die höchsten Kreise der Nato und der Geheimdienste führen. Durch politische Intrigen steht das Familienunternehmen kurz vor dem Konkurs, sodass Karl dringend Geld beschaffen muss. Die Rettung sieht er darin, eine künstliche Intelligenz zu vermarkten, den polymorphen Agenten, der die komplette Weltordnung auf den Kopf stellen könnte. Es kommt zu bizarren Begegnungen, die mal tödlich enden, mal in witzigen Dialogen münden. Auch die Kritik an Gesellschaft, Politik und Medien findet Eingang in die Handlung von „Rheinische Lösung“.

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Robert Fuhr verarbeitet in seinen Büchern immer auch die eigene Biografie. Parallelen zwischen ihm und seinem Romanhelden sind nicht vor der Hand zu weisen: 1962 in Mönchengladbach geboren, studierte er Betriebswirtschaftslehre und absolvierte danach ein Maschinenbau-Traineeprogramm, das ihn später in die Branche mit sogenannten Staatsaufträgen und somit rund um die Welt führte. Dabei sei es in erster Linie um Sicherheitstechnik für Gebäude als Schutz vor militärischen oder paramilitärischen Angriffen gegangen, sagt er. Heute führt er in Mönchengladbach eine Schule für Kenpo-Karate und Management-Training. Seit seinem sechsten Lebensjahr betreibt er die auch heute in Deutschland noch weitgehend unbekannte Kampfkunst japanischen Ursprungs, mit 26 Jahren errang der den Schwarzgurt. „Kenpo ist eine Zertrümmerungsmaschine“, sagt Robert Fuhr. Zugleich sei Kenpo auch eine Weltanschauung.

Zur Schriftstellerei ist der Kampfsportler erst mit 45 Jahren nach einschneidenden Ereignissen in seinem Leben gekommen. „Ich war immer ein guter Staatsbürger, hab‘ mich angestrengt und Steuern gezahlt“, sagt Robert Fuhr. Dann beschloss er, abzurechnen mit den Menschen, die ihn in eine Lebenskrise gestürzt haben. Heraus kam damals sein Debütroman „Einer von 10“. Authentizität ist sein Steckenpferd, damit möchte er auch möglichst viele Leser für sein aktuelles Werk gewinnen. Der Autor sagt, dass es ein Patent für eine künstliche Intelligenz (KI), wie er sie in seinem Buch beschreibt, tatsächlich gibt. Diese KI sei dazu in der Lage, fast mit Lichtgeschwindigkeit zu operieren und mehrere Millionen Rechenprozesse pro Sekunde auszuführen. „Die Frage ist: Wie stoppt man dieses Ding? Oder: Innerhalb welcher Parameter soll die KI arbeiten? Moral? Macht?“

Die Antworten dazu gibt’s im Roman, gleichwohl Robert Fuhr sagt: „Meine Aufgabe als Autor ist es, Fragen aufzuwerfen.“ Ursprünglich hätte der Thriller anders heißen sollen, nämlich „Der polymorphe Agent“ – weil die KI vielgestaltig ist beziehungsweise keine physische Gestalt besitzt und als Waffe eingesetzt werden könnte, je nachdem, in wessen Händen sie landet. „Wenn man die Morde abzieht, ist alles genau so passiert“, sagt Robert Fuhr. „Sie werden in meinem Buch keine Personen finden, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Ich habe nicht so viel Phantasie.“ Nur die Namen seien alle geändert. Mit anderen Worten: Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind also beabsichtigt und nicht rein zufällig.

„Rheinische Lösung“ (380 Seiten, Paperback) von Robert Fuhr ist im Gmeiner-Verlag erschienen und kostet 14 Euro, als E-Book 4,99 Euro