Wegberg: Neue Brücken lassen zwei Gleise zu

Wegberg : Neue Brücken lassen zwei Gleise zu

In Wegberg und Dalheim werden die Eisenbahnbrücken erneuert. Über die neuen Brücken könnten später zwei Gleise geführt werden. Die Bahn sagt: Mit einer möglichen Reaktivierung des Eisernen Rheins hat das nichts zu tun.

Die Bauarbeiten an den Eisenbahnbrücken an der Venloer Straße in Wegberg-Harbeck und Am Waldweg (Kreisstraße 23) in Dalheim gehen gut voran. Dort baut das Unternehmen B+H Bau GmbH aus Ettlingen bei Karlsruhe zwei neue Eisenbahnbrücken, weil die alten marode sind. "Der Einschub der neuen Brücken soll an beiden Standorten im Oktober dieses Jahres erfolgen", sagte Projektleiter Thomas Rüsing von der B+H Bau GmbH.

Die alte Stahlbrücke an der Venloer Straße wird durch eine Brücke aus Beton ersetzt. Die Strecke wird weiterhin eingleisig geführt, allerdings werden die neuen Brücken so gebaut, dass später bei Bedarf ein zweites Gleis darüber geführt werden kann. Mit einer möglichen Reaktivierung des Eisernen Rheins, der früheren Güterzugverbindung zwischen den Häfen in Antwerpen und Duisburg, hat dies nach Angaben der Deutschen Bahn AG nichts zu tun. In Wegberg sind viele Menschen gegen die Reaktivierung des Eisernen Rheins.

Die Arbeiten an den Brücken liegen nach Angaben des zuständigen Bauunternehmens voll im Zeitplan. "Wir sind früh dran. Das liegt daran, dass die Rodungsarbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sein mussten", erklärt Rüsing. Noch bis Ende März sind die Bauarbeiter an der Venloer Straße mit vorbereitenden Arbeiten wie Rodung, Kabelarbeiten und dem Freimachen des Baufeldes beschäftigt. Ab Ende März wird dann geprüft, ob im Baubereich möglicherweise noch unentschärfte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Wenn dies erfolgt ist, sollen bis zum 11. April ein neues Gleisbett und neue Gleise bis an den Brückenbereich verlegt werden.

Dabei müssen die Anwohner nach Angaben der B+H Bau GmbH in vier Nächten mit lärmintensiven Bauarbeiten rechnen. "Die notwendigsten, nicht vermeidbaren Belästigungen werden selbstverständlich auf ein absolutes Minimum reduziert", teilt das Bauunternehmen mit. Ab Ende April wird die Venloer Straße unter der alten Eisenbahnbrücke nur noch einspurig zu befahren sein. Dann beginnen auch die Erdarbeiten für die Baugrube. Ende Mai wird dann vor der alten Brücke mit dem Bau der neuen Brücke aus Beton begonnen — und zwar in erhöhter Lage, um die vorgeschriebene Durchfahrtshöhe für Busse und Lkw zu gewährleisten.

Der Austausch der alten gegen die neue Brücke soll in den Herbstferien erfolgen. Dann werden sowohl die Bahnstrecke als auch die Venloer Straße für 56 Stunden komplett gesperrt. Ein Kran wird dann die alte Brücke herausnehmen und die neue Betonbrücke wird hydraulisch von der Herstelllage in die Endlage geschoben. Wenn die neue Brücke eingeschoben ist, werden noch bis voraussichtlich Ende Dezember Restarbeiten an Stützwänden, Erdarbeiten sowie Garten- und Landschaftsarbeiten vorgenommen. Bis Ende des Jahres 2014 soll alles fertig sein. Dieser Zeitplan gilt auch für die Brücke am Waldweg in Dalheim, weil die Arbeiten weitgehend parallel ausgeführt werden.

Nach Auskunft des Technischen Beigeordneten Rudolf Fabry plant die Deutsche Bahn AG auch, später die Brücke über den Grenzlandring zu erneuern.

(RP)
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