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Nähwerkstatt der Wegberger Hauptschule stärkt das Selbstbewusstsein

Projekt der Wegberger Hauptschule für Schüler mit Förderbedarf : Nähwerkstatt bringt Schub für das Selbstbewusstsein

Leise surren die Nähmaschinen, während die 13-jährige Michelle Reuter am Bügelbrett steht und mit dem Eisen auf einem schmalen rosafarbenen Band entlang fährt, das später als geknotete Schleife zur Kissen-Dekoration wird.

Vier Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nehmen seit Beginn des neuen Schuljahres an der kreativen Arbeitsgemeinschaft teil, die Sonderpädagogin Beate Berger an der Gemeinschaftshauptschule der Mühlenstadt eingerichtet hat.

„Die Kinder sind begeistert“, sagt Schulleiter Markus Monjeamb. Für Projekte ist er immer zu begeistern. Beate Berger geht es dabei um mehr als das bloße Vermitteln erster Kenntnisse im Umgang mit der Nähmaschine und dem Zuschneiden der Stoffe. Die vier Teilnehmerinnen sollen mehr Selbstbewusstsein entwickeln, sich besser konzentrieren können, stolz sein auf das Erreichte, Erfolgserlebnisse haben. „Mein Herzensprojekt“ nennt sie die freiwillige Doppelstunde dienstags nach dem Unterrichtsende, wenn alle schon nach Hause gegangen sind.

Das Quartett – Sophie Heyer (zwölf Jahre), Narin Ali (elf), Ayse Sicok (zwölf) und die 13-jährige Michelle – hat sichtlich Spaß an der gemeinsamen Arbeit in der Nähwerkstatt der Schule am Grenzlandring. Inzwischen sind die vier Mädchen ein eingespieltes Team. Michelle kannte vorher nur Sophie. Die Siebtklässlerin freut sich auf die Dienstage in dem umfunktionierten Klassenzimmer. An der Förderschule in Münster, an der Beate Berger vorher beschäftigt war, hatte sie ein ähnliches freiwilliges Angebot etabliert, dort sogar eine Schülerfirma gegründet.

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Auch die kleine Nähwerkstatt nimmt bereits erste Bestellungen entgegen. Fünf Kissen wurden inzwischen aus den Reihen des Lehrerkollegiums geordert, auch Schulleiter Monjeamb soll schon bald beliefert werden. Dass zurzeit nur Mädchen mit von der Partie sind, stuft die AG-Leiterin als Zufall ein. Auch Jungen hätten schon Interesse bekundet. Der Teilnehmerkreis ist nicht auf vier begrenzt. „Die Schülerinnen lernen unglaublich viel“, hat Markus Monjeamb festgestellt. Im Unterricht hingegen tun sie sich manchmal schwer. „Eine schöne Sache. Ein Schub fürs Selbstbewusstsein.“ Er betont, dass die Wegberger Hauptschule als Schule für praktisches Lernen gekennzeichnet sei. Bei etwa 30 der insgesamt 195 Schülerinnen und Schüler wurde ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt.

Finanziert wird die neue Nähwerkstatt durch die Anke-und-Dr.-Uwe-Schäkel-Stiftung, deren Ziel es ist, Chancengleichheit und Bildung zu unterstützen. Als der Förderantrag bewilligt war, kaufte Sonderpädagogin Beate Berger die vier robusten Nähmaschinen, Stoffe, Bügelbrett, Trennmesser und Stoffscheren.