Wegberg: Musikalische Weltreise mit Ali Claudi Trio

Wegberg : Musikalische Weltreise mit Ali Claudi Trio

Schnelle Gitarrengriffe und fetzige Rhythmen - das Ali Claudi Trio beschwingt mit feurigem Swing sein Publikum.

Eine beeindruckende Vorstellung bot das Ali Claudi Trio bereits zum zweiten Mal in der Wegberger Mühle. Ali Claudi, einer der erfolgreichsten Jazzgitarristen in Deutschland, der bereits mit Jazzgrößen wie Kurt Edelhagen und Jimmy Wood gemeinsam auf der Bühne performte und auf zahlreichen Jazzfestivals aufgetreten ist, sorgte für ein begeistertes und jubelndes Publikum.

Begleitet haben ihn der virtuose Pianist Hans Günther Adam, der mit seinen flinken Fingern das Publikum in Staunen versetzte und gleichzeitig mit einer atemberaubenden Technik ein Basspedal mit seinem Fuß spielte, sowie André Spajic am Schlagzeug. "Ali ist ein echt dufter Typ und hat ein gutes Gespür für das Publikum und das Programm", meinte der Schlagzeuger, der gleichzeitig der Leiter dieser Konzertreihe ist und diese gemeinsam mit dem Kulturring Wegberg organisiert. Das Programm ist vorab jedoch nicht festgelegt. Viel mehr werden die Songs kurz vor der Performance beim Essen oder einem leckeren Bierchen ausgewählt: "Wir Jazzmusiker leben von der Spontanität", bemerkte Spajic, "es wird immer ein gemischtes Programm aus Blues, Soul und natürlich Swing". Die drei Musiker mit Leib und Seele musizieren und kennen sich schon seit sehr vielen Jahren und schätzen sich daher sehr.

Beide musikalischen Begleitungen brillierten im Laufe des Konzerts am Klavier und Schlagzeug mit mehreren Soli, die für Szenenapplaus sowie begeistertes Murmeln sorgten. Doch vor allem Ali Claudi glänzte mit herzerwärmenden Soul und seinem bewundernswerten Gitarrenspiel. Zusammen führte das Trio so das jazzbegeisterte Publikum auf eine musikalische Weltreise des Jazz. Über den Broadway in New York City, in die Karibik, nach Frankreich und immer weiter. Das Programm bot eine gute Mischung von Jazz-Klassikern, wie "I can see clearly now" von Johnny Nash oder "La mer" von Charles Trenet, die mit wundervoller Metaphorik zum Träumen einladen. Des Weiteren spielten die drei Vollblutmusiker Stücke von Duke Ellington, Ray Charles und George Gershwin und vielen anderen Künstlern.

Insgesamt besitzen sie ein Repertoire mit über 1000 Songs. "Ich suche sie nach dem Publikum aus", sagte der Pionier der Jazzgitarre Ali Claudi. Das Publikum soll etwas Schönes erleben. "Es muss die Leute mit dem Hintern vom Stuhl heben", sagte er. Es wird deutlich spürbar, dass dieser Mann für seine Musik und vor allem dem Swing lebt. So stand der Abend unter dem Motto "The Art of Swing" und Claudi erklärte: "Die Kunst des Jazz ist etwas ganz Gewagtes. Es sollte einen Beschwingen und innerlich mitziehen". Genau das ist dem Trio wieder gelungen. "Wir sind immer alle begeistert", sagte die Vorsitzende des Kulturrings Annemie Kammans-Feldberg. Bei diesem feurigen Swing ertappe man sich schnell selbst beim Mitwippen.

(alv)
Mehr von RP ONLINE