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Monika Wilmen im literarischen Kalender 2021 des Vereins "Die Wortfinder"

Preis ging nach Wegberg : Besondere Autorin: Tapfer will ich bleiben

Ein Text von Monika Wilmen erscheint im literarischen Kalender 2021 des Vereins „Die Wortfinder“. Sie hat darin ihre Gefühle während der Corona-Zeit ausgedrückt. Die Autorin lebt im Wohnverbund des Landschaftsverbandes.

„Tapfer will ich bleiben.“ Mit diesen vier Worten, die Teil eines Textes sind mit dem Titel „Ein anderes Licht auf etwas werfen“, drückt Monika Wilmen eindrucksvoll aus, wie sie sich in der Zeit der Corona-Pandemie fühlt. Der Satz gilt nicht nur für sie, der Satz gilt für alle ihre Mitbewohner und auch für das Betreuungspersonal im Haus der LVR-Wohnverbunds an der Jakob-Hoogen-Straße in Wegberg. Dort lebt die jüngst ausgezeichnete Autorin. Und der Satz kann eine Richtschnur sein für alle, die sich mit den Einschränkungen durch das Corona-Virus abfinden müssen.

Man darf sich nicht entmutigen lassen in der tristen Zeit, man muss tapfer sein. „Es geht aber vorbei. Bald werde ich bestimmt ein Licht am Ende des Tunnels sehen“, so heißt es am Ende des Textes, für den Monika Wilmen beim Literaturwettbewerb des Vereins „Die Wortfinder“ ausgezeichnet wurde. Ihr Preis: Ihr Text, der von Trauer, Bedrückung und Angst vor dem Virus ebenso spricht wie von der Perspektive, der Hoffnung, der Vorfreude auf die Zukunft, ist einer der wichtigsten Beiträge in einem literarischen Wandkalender, den der Förderverein für 2021 veröffentlicht.

Monika Wilmen, Mitte 60, hat in dem Wohnverbund des Landschaftsverbands eine Heimat gefünden, In der Seniorenbetreuung im Haus verbringt sie ihre Zeit, die größtenteils im Schreiben und Lesen besteht. Bis vor drei Jahren war sie, die vor 18 Jahren von Viersen nach Wegberg zog, noch in einer Werkstatt des LVR-Verbunds beschäftigt. Jetzt widmet sie sich voll und ganz den Worten. Das ist ihre Welt, das Schreiben ist ihre Art, sich und ihre Gefühle auszudrücken. „Sie ist nicht nur eine Schreiberin, sie ist auch eine tolle Rednerin“, meint Silke Mollenhauer, die Monika Wilmen betreut. „Mit ihren Geschichten, Tagebüchern oder Notizen zu Geburtstagen ist sie immer präsent.“ Was Monika Wilmen auszeichne, sei ihr ansteckender Optimismus. Das „Tapfer will ich bleiben“ sei ansteckend. Sie ergreife gerne und bei unterschiedlichen Anlässen das Wort und halte gerne Reden.

Den preiswürdigen Text hatte Monika Wilmen schon geschrieben, ohne von dem Literaturwettbewerb zu wissen. „Er passt einfach in die Zeit und drückt aus, wie sich die Menschen fühlen“, sagt Silke Mollenhauer, die den Text mit Zustimmung der Autorin für den Literaturwettbewerb einreichte. „Sie war sofort begeistert von der Idee und hat den Text noch einmal überarbeitet.“ Mit großer Motivation schrieb Monika Wilmen ihre Gedanken auf Papier. „Das Aufschreiben ihre Ängste, Nöte, Sorgen, aber auch Freuden und schönen Ausblicke halfen ihr, mit der aktuellen Situation umzugehen“ , sagt ihre Betreuerin.

Für die Wettbewerbsbeiträge hatten „Die Wortfinder“ durchaus Vorgaben gemacht. So mussten einige Schlüsselworte vorkommen, die von vornherein im Beitrag von Monika Wilmen vorhanden waren. Den handschriftlichen Text tippte die Betreuerin ab, ohne ihn grammatikalisch oder stilistisch zu verändern. „Der Text gibt wieder, wie Monika Wilmen ist.“ Sie sei voller Sorge, wenn sie vor dem Fernseher erlebt, was derzeit mit den Menschen geschehe. Sie könne mitfühlen, wenn sie spontan im Gottesdienst aus dem Stegreif rede. Sie verzweifele nicht, sondern blicke nach vorn, berichtet Silke Mollenhauer.
 Insgesamt waren es rund 1000 Werke von mehr als 500 Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die eine fachkundige Jury auswerten und auswählen musste. Der 2010 gegründete Verein „Die Wortfinder“ fördert das kreative Schreiben und die Literatur von besonderen Menschen und Menschen in besonderen Lebenslagen. Der Schwerpunkt liegt bei Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung. An sie richtet sich der jährliche Literaturwettbewerb.

An der Preiswürdigkeit des Textes von Monika Wilmen gab es dabei keinerlei Zweifel. Sie hat die wichtigste, allgemeingültige Aussage für das Leben in dieser schlimmen Zeit auf den Punkt gebracht: „Tapfer will ich bleiben.“