Wegberg: Moderner Unterricht in der iPad-Klasse

Wegberg: Moderner Unterricht in der iPad-Klasse

Stefan Huppertz, Medienberater im Kreis Heinsberg, informiert in Wegberg Schulleiter über den neuen iPad-Koffer.

14 Jahre alte PCs, defekte Smartboards, lahme Internetverbindungen: Die IT-Ausstattung an Wegbergs Schulen ist zu großen Teilen veraltet. Rat und Verwaltung haben das erkannt und wollen das mit Blick auf den Schulstandort Wegberg ändern. Eine Möglichkeit, Unterricht mit modernen Medien möglich zu machen, sind die sogenannten iPad-Klassen. Stefan Huppertz, Medienberater im Kreis Heinsberg, stellte dieses Konzept jetzt auf Einladung der CDU in Wegberg vor.

Die Wegberger Stadtverwaltung erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit den Leitern der vier Grundschulen und drei weiterführenden Schulen aus dem Stadtgebiet zurzeit einen Medienentwicklungsplan, aus dem deutlich werden soll, welche Ziele die Schulen verfolgen und welche Neuanschaffungen, beispielsweise PCs, Tablets oder Smartboards, dafür notwendig sind. Um diesen Prozess zu fördern, hatte die CDU die Schulleiter und Verantwortlichen der Schulen im Bereich Neue Medien jetzt in die Geschäftsstelle der Union an der Bahnhofstraße eingeladen.

Nachdem Georg Schmitz von der CDU die Gäste begrüßt hatte, erklärte Medienberater Stefan Huppertz, dass mit dem iPad-Koffer eine Plattform für alle Schulen geschaffen wurde. In dem robusten Roll-Koffer, der sowohl einen Stromanschluss als auch einen Netzwerkanschluss bietet, befinden sich 16 iPads und iPads Pro (9.7, 10.5 und 12.9 Zoll) mit jeweils 128 Gigabyte Speicherplatz. Die Tablets können für Unterrichtszwecke in den Klassen an die Schüler ausgegeben werden. Der Koffer hat mit diesem Inhalt einen Wert von rund 10.000 Euro. "Was hier vor Ihnen steht, ist ein ganzer Computerraum", sagte Stefan Huppertz. Der Transportkoffer bietet die Möglichkeit, die iPads gleichzeitig zu laden und zu administrieren. Durch den Einsatz des kostenfreien Programms Apple Configurator werden die iPads zentral verwaltet. Apps können zeitgleich installiert und Geräte gemeinsam konfiguriert werden. Außerdem sind die iPads in dem abschließbaren Koffer vor unbefugtem Zugriff geschützt. Durch die mobile Einheit ist eine Nutzung an allen Orten des Schulgebäudes möglich. Als Vorzüge dieses System lobte Huppertz außerdem das stabile iOS-Betriebssystem und die Tatsache, dass viele Apps, die im Unterricht genutzt werden könnten, kostenlos erhältlich sind. Mit entsprechenden Programmen könnten die Lehrer jederzeit auf die einzelnen Geräte der Schüler zugreifen. Huppertz machte deutlich, dass es alleine mit der Medienausstattung nicht getan ist: "Was Sie brauchen, ist ein Medienkonzept", sagte er. Es müsse klar definiert sein, zu was die Tablets im Unterricht genutzt werden sollen und für welche Inhalte sie sich besonders eignen. Dabei gelte der Grundsatz: "Erst die Pädagogik, dann die Technik".

Die Pädagogen nutzten den Informationsabend mit Medienberater Stefan Huppertz, um die Geräte auszuprobieren und ihre Fragen zu stellen. Barbara Tillmanns, Leiterin des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums, wies darauf hin, dass die Schulen bei der technischen Wartung der Geräte auf ausreichende Unterstützung angewiesen seien. "Die technische Wartung kann im Schulalltag sehr belastend sein", sagte sie. Auch Karin Viethen von der Edith-Stein-Realschule sagte, dass die technische Betreuung wie bisher durch einen einzigen Kollegen nicht zu leisten sei und forderte Hilfestellung, beispielsweise durch den Servicedienstleister RegioIT.

Weil Wegberg sparen muss, konnte die Stadt als Schulträger in den vergangenen Jahren kaum Geld für die Ausstattung der Schulen mit neuen Medien ausgeben. Dadurch wird vor allem die regelmäßige Wartung und Aktualisierung der Geräte zum Problem. Gerd Pint, der bei der Stadtverwaltung für die Schulen zuständig ist, erklärte das Problem wie folgt: "Wir haben zurzeit etwa 380 Rechner an allen Wegberger Schulen. Das ist ungefähr die dreifache Menge dessen, was wir im Rathaus an Computern zur Verfügung haben. Gleichzeitig steht uns für die Schulen im Vergleich zum Rathaus aber nur ein Zehntel des Geldes zur Verfügung."

Es sei vereinbart, dass die katholische Grundschule in Arsbeck mit dem Teilstandort in Wildenrath bei der Umsetzung des Medienkonzepts als Pilotschule dienen soll. "Den iPad-Koffer finde ich gut, aber ist aber nicht das Allheilmittel", sagte Pint am Ende des Informationsabends. Würde man die Wegberger Schulen mit 15 solchen Koffern ausstatten und Wartungs-, Planungs- und Auslieferungskosten zusammenrechnen, rede man über eine Summe von rund 200.000 Euro, erklärte er. Das sei zwar viel Geld. Sollte den Schulen damit aber entscheidend geholfen werden, sei es aber auch gut investiertes Geld. "Darum ist mein Appell an alle Wegberger Schulen: Bitte testet den iPad-Koffer". Die Wegberger Schulleiter ließen sich nicht lange bitten und vereinbarten bereits die ersten Testphasen mit Stefan Huppertz. Jede Schule aus dem Kreis Heinsberg, die Interesse hat, kann die Geräte nach Terminvereinbarung eine Woche lang kostenlos testen.

(hec)