Kommentar: Modellcharakter in NRW

Kommentar : Modellcharakter in NRW

Als erster von vier britischen Flughäfen in NRW wurde der Fliegerhorst in Wildenrath am 30. Oktober 1992 aus der militärischen Nutzung entlassen. Ein Jahr später rockten Prince, Tina Turner und Rod Stewart bei "Rock over Germany" vor 100 000 Besuchern dort die Festivalbühne.

Internationale Filmemacher träumten von "Hollyrath": Die alten Flugzeughallen sollten als Standort für Film- und Fernsehproduktionen dienen. Der Kreis Heinsberg stand damals vor großen Herausforderung: In Hückelhoven gingen durch die Schließung der Zeche Sophia-Jacoba Tausende Arbeitsplätze verloren. Auch bei der Akzo-Enka Gruppe in Oberbruch wurden Arbeitsstellen abgebaut.

Die Zukunft in Wildenrath begann am 27. Oktober 1995. Im Beisein des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement wurden an diesem Tag auf dem Flugplatz-Areal der erste 15 Meter lange Schienenstrang ins Schotterbett gesenkt. Dies war der Startschuss für das Siemens-Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge, das 1997 den Betrieb aufnahm und sich bis heute zum weltweit modernsten Zuglabor entwickelte. Auf den angrenzenden Flächen entwickelt sich der Gewerbe- und Industriepark Wildenrath (Wegberg-Oval). Wo es zu Zeiten der militärischen Nutzung Anfang der 1990er Jahre 375 zivile Arbeitsplätze gab, sind es heute mehr als 1000. Die erfolgreiche Umwandlung des früheren RAF-Flugplatzgeländes Wildenrath gilt bis heute als maßstabgebend für NRW - und die Ansiedlung von Siemens als Glücksfall für Wegberg.

VON MICHAEL HECKERS

(RP)
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