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Mit Hans Süper und der Flitsch im Sölzer Klaaf

Christian Pape trifft Hans Süper in Köln : Ein Kölsch mit Hans Süper im Sölzer Klaaf

Mit Hans Süper (82) kommt eine kölsche Legende zu „Pape macht Zirkus“ nach Wegberg-Beeck. Gastgeber Christian Pape besuchte den „Mann mit der Flitsch“ in dessen Stammkneipe „Sölzer Klaaf“ im Kölner Stadtteil Sülz.

Ika, die gutgelaunte Wirtin der kölschen Veedelskneipe Sölzer Klaaf, bringt ein frisches Kölsch an den Tisch. „Danke, Du hast mich noch lieb“, sagt Hans Süper artig. Dann klopft er vorsichtig mit der rechten Hand auf den hölzernen Mandolinenkasten, der auf der Sitzbank liegt. „Ich bin et“, sagt er leise, als wolle er behutsam jemanden aufwecken. Er öffnet den Kasten, und zum Vorschein kommt das Instrument, das seinen Eigentümer auf den großen Kölner Karnevalsbühnen legendär gemacht hat. „Mein Name ist Hans Süper, auch wenn ich meistens mit Michael Jackson unterschreibe“, sagt er. Der 82-Jährige hat die Lacher mal wieder auf seiner Seite. Auf seine unnachahmliche Art stimmt er auf der Mandoline, die er liebevoll „meine Flitsch“ nennt, den „Hebammen-Twist“ an, der sich als das Weihnachstlied „Ihr Kinderlein kommet“ entpuppt.

Heimspiel für Süper im Sölzer Klaaf. In seiner Stammkneipe begrüßt er Christian Pape aus Wegberg-Beeck mit einer innigen Umarmung und sagt: „Schön, dat du do bes!“ Pape zählt selbst zu den gefragtesten Künstlern im Kölner Karneval. Der Beecker ist beeindruckt von den unzähligen Karnevalsorden, Ehrenurkunden und Fotos, die die Wände des Süper-Saals im Sölzer Klaaf zieren. Christian Pape ist überzeugt: Der Mann mit der Flitsch kann es immer noch wie früher.

Christian Pape und Hans Süper sind vom 16. bis 19. Mai beide bei „Pape macht Zirkus“ in Wegberg-Beeck zu sehen. Foto: Daniel Rüdell

Hans Süper gilt als einer der größten Kölner Karnevalisten aller Zeiten und zählt zu den besten Komikern. Egal, wo er auftaucht, steht er im Mittelpunkt – auch 16 Jahre nach seinem offiziellen Abschied von den großen Kölner Karnevalsbühnen. Seine Auftritte mit seinem Bühnenpartner Hans Zimmermann als Colonia Duett sind legendär, was ihn in den Rang eines kölschen Originals und einer lebenden Legende erhebt. Sein Ausspruch „Du Ei!“ wurde zum geflügelten Wort.

Zu Spitzenzeiten absolvierte Hans Süper bis zu 14 Auftritte am Tag. Heutzutage sind es nur noch ein knappes Dutzend – pro Jahr und nur für nahestehende Personen und ganz besondere Veranstalter. Für Gastgeber Christian Pape ist es deshalb eine besondere Ehre, dass die kölsche Legende bei allen fünf Vorführungen von „Pape macht Zirkus“ vom 16. bis 19. Mai im beeindruckenden Spiegelzelt von Haus Beeck dabei sein wird. „Das werden wunderbare Shows im Garten von meinem Freund Christian“, kündigt Hans Süper an. Davon ist auch der Gastgeber selbst überzeugt: „Zweieinhalb Jahrzehnte war Hans Süper der Top-Star auf den Karnevalsbühnen am Rhein und prägte eine ganze Humorkultur. Auf seiner Mandoline brachte er es zu wahrer Virtuosität. Mit seinen 82 Jahren besitzt Hans Süper noch eine ungebrochene Strahlkraft.“

Mittlerweile ist Familie Pape mit Hans Süper eng befreundet. Nena, Höhner, Bläck Fööss, Brings und Wolfgang Niedecken mit BAP - Veranstalter, die solche Künstler präsentieren, gibt es einige. Aber wohl nur einen, der solch hochrangige Künstler in seinem eigenen privaten Garten auftreten lässt. Bei einem Kaffeekränzchen im Haus Beeck war Hans Süper ganz begeistert von der einzigartigen Idee und der ganz besonderen familiären Atmosphäre im Innenhof von Haus Beeck, die „Pape grillt“ und „Pape macht Zirkus“ unverwechselbar macht. „Wo wird man schon so nett empfangen wie bei Familie Pape? Silvia hatte extra Kuchen gebacken. Amelie ist so ein freundliches, aufgewecktes Mädchen und Pape Karl-Heinz ist auch ein ganz feiner Kerl. Wie gerne hätte ich Christians Mama kennengelernt. An den Kindern zeigt sich der Charakter der Eltern“, zeigt sich Hans Süper gerührt.

Während des Gegenbesuchs von Christian Pape in Köln haben die beiden jede Menge Spaß beim gemeinsamen Musizieren und Herumalbern im Sölzer Klaaf: „Hans, du hast das absolute musikalische Gehör“, meint Christian Pape anerkennend, nachdem Süper ein Liedchen auf dem Kazoo, einem kleinen Membranophon, zum Besten gegeben hat. „Dat kütt doher, weil ming Papp mir mal en Radio an d’r Kopp jeworfe hätt“, kontert Süper. Nach unzähligen Anekdoten, Bauchschmerzen vor Lachen, aber auch ernsthaften Gesprächen bringt der Kölsche Jong den Becker Jung noch zur Tür: „Ich freue mich auf Beeck“, sagt Süper zum Abschied. „Meine ganze Heimat freut sich auf Dich“, sagt Pape.

Wieder zurück im Haus Beeck klingelt sein Handy. Hans Süper erkundigt sich, ob Christian Pape wieder gut zu Hause angekommen ist. Hans Süper und Christian Pape – da haben sich Zwei gefunden.