Neue Angebote Merbecker Bücherei setzt auf den Nachwuchs

Merbeck · Die katholische öffentliche Bücherei St. Maternus in Merbeck hat nun eine noch größere und modernere Auswahl für die jüngsten Leser. Das hat sich nach der Renovierung getan.

Walburga Stahl (r.) und Lene Minitz im neuen Leseraum der Bücherei St. Maternus Merbeck.

Walburga Stahl (r.) und Lene Minitz im neuen Leseraum der Bücherei St. Maternus Merbeck.

Foto: Renate Resch

In der Merbecker Bücherei hat sich einiges getan. „Wir haben letztes Jahr den großen Schritt gewagt und nach rund 60 Jahren die alten Regale hinausgeworfen“, erzählt Walburga Stahl, die die Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei St. Maternus vor zwei Jahren von ihrer langjährigen Vorgängerin Hella Heinrichs übernommen hat. „Renoviert wurde die Bücherei ja bereits zuvor, jetzt haben wir aber auch alles mit neuen Möbeln eingerichtet und dort, wo vorher nur eine Kinderecke war, einen eigenen Raum für die Kinder geschaffen.“

Im neuen Kinderraum können die Medien für den Lesenachwuchs nun auch zeitgerecht präsentiert werden: Hier warten neben kindgerechten Büchern auch Hörbücher, DVDs und Tonieboxen auf die Fantasie junger Köpfe. „Gerade die Tonieboxen sind bei den Jüngsten beliebt. Musik oder Hörspiele werden darüber aktiviert und abgespielt, dass die passende Figur auf die Box gestellt wird – das kann schon ein ganz kleines Kind schaffen“, sagt Stahl und fügte lachend hinzu: „Wir haben aber natürlich auch noch viele Oldschool-Medien wie beispielsweise CDs.“

Die Geschichte der Merbecker Bücherei ist schon über 150 Jahre alt. „Natürlich war die Einrichtung sehr lange ausschließlich katholisch geprägt, aber wer jetzt denkt, wir wären eine stur religiöse Miefbücherei, hat damit unrecht“, betont Stahl. Das Sortiment für Groß und Klein ist breit gefächert – zu den über 4000 Medien gehören neben einer großen Auswahl für Kinder und Jugendliche auch aktuelle Kriminalromane, Sachbücher, Biografien, Reiseführer, Lexika und vieles mehr.

Nun werden auch Gesellschaftsspiele zum Katalog der Bücherei gehören – erst kürzlich hat Stahl mit finanzieller Unterstützung des Bistums ein Budget von rund 400 Euro für Familienspiele jeder Altersgruppe ausgegeben. „Wir wollen alle Mitglieder unserer Klientel und ihre Familien im Blick behalten – unsere älteste Leserin, die regelmäßig Bücher und Hörbücher ausleiht, wird in diesem Jahr 93. Dennoch war es mir wichtig, dass wir uns auf Kinder ausrichten und die Lust am Lesen bei den jungen Generationen fördern.“ Dieser Aufgabe kommt das Team nicht nur innerhalb der eigenen Räumlichkeiten neben der Kirche nach – die Merbecker Bücherei ist auch mit zwei Bücherkisten in den Kindergärten von Harbeck und Merbeck vertreten, außerdem betreut sie die Schulbibliothek in Merbeck, die in Zusammenarbeit mit der katholischen Bücherei erstellt wurde.

„In Summe betreuen wir mit unseren Aktivitäten außerhalb der Bücherei rund 200 Kinder, insgesamt haben wir über 300 regelmäßige Leser“, sagt Stahl. Die Bücherkisten in den Kindergärten werden halbjährlich mit neuen altersgerechten Bilderbuchgeschichten bestückt, dabei gehören auch Tonies oder Tiptoibücher dazu. „Leseförderung haben wir uns auch deshalb als Schwerpunkt auf die Fahnen geschrieben, weil beispielsweise unter den diesjährigen Erstklässlern in Merbeck die große Mehrheit aus Jungen besteht. Die tun sich erfahrungsgemäß etwas schwerer mit dem Lesen als ihre Mitschülerinnen, daher haben wir ansprechende Bücher angeschafft, die vom Silbenlesen bis hin zu zeitgemäßen Comics reichen“, schildere Stahl.

Gerade Graphic Novels wie „Gregs Tagebücher“ seien bei der Zielgruppe besonders beliebt. „Wir beraten auch gerne – wir hatten in der Vergangenheit vier Jungs, die es gar nicht mit dem Lesen hatten, die wir aber auf verschiedenen Wegen dazu bringen konnten, sich für die Geschichten zu begeistern und sich Bücher auszuleihen. Bei einem, den ich über einen Film ‚geknackt‘ habe, scheint es wirklich zum Hobby geworden zu sein – er liest jetzt auch über das Punktesystem von Antolin hinaus gerne Bücher, mit ihm haben wir also einen jungen Bücherwurm gewonnen“, freut sie sich. Gerade bei Jungen schwinde die Leserschaft häufig mit der weiterführenden Schule.

Das komplett ehrenamtliche Team besteht neben Walburga Stahl aus ihrer Schwester Ingrid Borowski, der ehemaligen Leiterin Hella Heinrichs, sowie der zwölfjährigen Maja, die gerne Zeit in der Bücherei verbringt und Stahl einmal monatlich bei der Verbuchung unterstützt.

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