Wegberg: Manege frei für den Kastanienzirkus

Wegberg : Manege frei für den Kastanienzirkus

Der Kölner Spielecircus gastierte in Rath-Anhoven. Schüler der Kastanienschule wurden zu echten Artisten.

"Bevor die Show beginnt, noch ein paar Sicherheitshinweise..." - die waren dringend nötig, da die Schüler der GGS Rath-Anhoven über Scherben gingen, auf Drahtseilen balancierten und auch schon mal übers Ziel hinaus schossen.

Der Kölner Spielecircus hat in der Kastanienschule Halt gemacht und dort eine Woche mit den Kids geübt, gelacht und mit ihnen ganz viele Erfahrungen gesammelt. Während der Schulzeit wurde nicht mehr gelesen und gerechnet, sondern geturnt und getanzt. Möglich machten das die Eltern und Lehrer, die im Crashkurs ein paar Tricks lernten und diese dann den Jungs und Mädels beibrachten. Dabei durften die Kinder in alle Bereiche einmal reinschnuppern, um sich dann für eine Darbietung zu entscheiden.

An dieser wurde fast bis zur Perfektion gefeilt, um bei den beiden Auftritten am Ende der Projektwoche zu glänzen. Wie kleine Profis kaschierten sie dann die seltenen Patzer und faszinierten die Zuschauer stattdessen mit ihrer Freude. Vor vollen Rängen kamen die beiden Zirkusdirektoren Ina und Robin auf die Bühne und mussten sich direkt mit den Clowns herumschlagen. Als sie diese zur Ordnung gerufen und auch die Sicherheitshinweise verlesen hatten, begannen die Wasserspringer "Plitsch-Platsch". Mit Trampolin sprangen sie manch einmal sogar über die Matte hinaus. Zum Glück kamen "Superman-Akrobatik" und retteten die Situation mit Menschenpyramiden. Die "Schmerzlosen" aus dem Orient ließen das Blut in den Adern gefrieren, als sie über Scherben und Nägel spazierten, als sei es Watte. Nur ein einziges Pflaster erinnerte an die Proben - und das war auch nur an der Achillesferse. Auch präsentierten die "Panzerknacker" wie man ganz einfach aus einem Gefängnis mit Leiterakrobatik ausbricht. Vielleicht wäre es noch einfacher gewesen, beherrschten sie die hohe Kunst des Drahtseilaktes so "blind" wie die "Seilinis". Die "Flowerkids" zeigten, wie einfach jonglieren mit Stäben sein kann, ehe "Bob und seine Baumeister" auf Fassrollen balancierend den Boden wieder ebneten. Wieder kamen die Clowns daher, doch ein Gruppenfoto zu machen wollte einfach nicht klappen - Clowns eben. Die "Regenbogenkids" jonglierten und die "Püschelinis" tanzten.

Finanziert wurde das Projekt durch Sponsoren und einen Sponsorenlauf der Kinder, bei dem sie 3080 Euro erliefen. Davon spendeten sie 770 Euro an die Kinderkrebshilfe Ophoven. Der Scheck dazu wurde kurz vor Beginn der Vorstellung an Wiljo Caron überreicht, der sich bedankte.

Schulleiterin Ruth Jansen bedankte sich bei den 16 Helfern und dem zweiköpfigen Team des Kölner Spielecircus. Sie sagte: "Bestimmt wird das Projekt noch einmal auf dem Schulhof und beim Sportunterricht aufgegriffen. In dieser Woche haben alle viel gelernt, sie sind über sich hinausgewachsen, haben Selbstvertrauen gewonnen und erlebt, dass vieles nur mit der Unterstützung anderer möglich ist."

(RP)
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