LVR Naturschutztstation Umweltassistenten

Umweltassistenten ausgebildet : Neue Wege für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Freizeit und Lernen inklusiv - Natur für alle. Das ist das Motto eines vom LVR geförderten Projekt, das Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen soll. Sie erhielten nun ihre Urkunden, denn sie sind jetzt Umweltassistenten.

Die kleine Gruppe probt eifrig auf dem Außengelände der Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath. Begleitet werden sie von der Neusser Theaterpädagogin Özlem Zeytin. Nebenan beobachten die beiden Umweltpädagoginnen Helga Kortzitze und Natascha Lenkeit-Langen die interessante Szenerie. „Man staunt, wie die jungen Leute aus sich herausgehen“, sind sich beide Frauen einig und freuen sich über die Lernerfolge.

Diese kleine Gruppe besteht aus jungen Menschen mit psychischen oder körperlichen Erkrankungen. Sie haben von Anfang 2017 an einem vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderten Projekt teilgenommen. Der Titel: Freizeit und Lernen inklusiv - Natur für alle“. Das Projekt hatte die Naturschutzstation Haus Wildenrath beantragt. Das Ziel dieses besonderen Projekts lautete, die jungen Leute (17 bis 28 Jahre alt), die von der Werkstatt Prospex kommen, fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen. Doch das ist nicht so einfach, denn: „Aufgrund der Erkrankungen kann man nicht einfach so voraussetzen, dass dies auf Anhieb gelingt“, sagten die Umweltpädagoginnen, die das Projekt über den ganzen Zeitraum begleitet haben, übereinstimmend. Von anfangs sechs sind letztlich drei übrig geblieben.

Im Verlauf des Projekts haben die jungen Teilnehmer auf dem Gelände der Nabu-Naturschutzstation eine Menge gelernt. Natascha Lenkeit-Langen erklärte: „Da ging es um viele unterschiedliche Teilbereiche. Unter anderem haben sich die jungen Leute um die Tiere gekümmert, haben sie gepflegt, gefüttert und die Ställe vorbereitet, außerdem haben sie an Spinnrädern gearbeitet.“ Auch kreative Angebote rundeten das gesamte Projekt ab - wie eben das bereits erwähnte Theaterspiel in der Natur.

„Dieses Projekt fand in mehreren Blöcken statt und wurde auch jahreszeitengemäß mit den Teilnehmern umgesetzt“, erwähnte Helga Kortzitze. Ganz wichtig sei es, dass die Teilnehmer mit dem Projekt auch lernen sollten, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Über allem stehe jedoch der Aspekt, dass die Urkunden, die die Teilnehmer zum Umweltassistenten machen, zwar nichts mit beruflicher Qualifikation im herkömmlichen Sinn zu tun habe, vielmehr gehe es um das Stichwort Motivation. Dazu sagte Natascha Lenkeit-Langen: „Die Motivation soll ja darin bestehen, dass die jungen Menschen etwas in der Hand haben, das dokumentiert: Wir haben uns etwas angeeignet.“

Bei der Übergabe der Urkunden waren die jungen Teilnehmer sichtlich erfreut, eben diese Dokumente erhalten zu haben. Die Theaterpädagogin Özlem Zeytin und die beiden Umweltpädagoginnen Helga Kortzitze und Natascha Lenkeit-Langen gratulierten den Teilnehmern, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft. „Wer weiß - vielleicht werden sie demnächst hier in irgendeiner Form regelmäßig mitarbeiten“, hoffen nun Helga Kortzitze und Natascha Lenkeit-Langen.