Lara Schmitz und Katrin Alef reisen zum Pfadfindertreffen in die USA

Reise nach West Virginia : Von Wegberg nach West Virginia

Lara Schmitz und Katrin Alef, beide 16 Jahre jung, reisen in die USA. Die Pfadfinderinnen vom Wegberger Stamm Titus Brandsma nehmen am Weltpfadfindertreffen teil. Es findet nur alle vier Jahre statt. Sie sind die einzigen Kreis Heinsberger Teilnehmerinnen. Die Freude ist riesig.

Einfach war das nicht. 23 Kilogramm – mehr durfte das Gepäck besser nicht wiegen, „weil wir das schließlich selbst schleppen müssen“, lachen Katrin Alef und Lara Schmitz. Die beiden 16-Jährigen unternehmen derzeit eine tolle Reise, die erste übrigens ohne Eltern: Katrin, Schülerin des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg, und Lara, Schülerin der Wassenberger Betty-Reis-Gesamt­schule, sind seit Freitag unterwegs zum Weltpfadfindertreffen in Glen Jean, südöstlich der Hauptstadt Charleston gelegen. Lara und Katrin vom Wegberger Stamm Titus Brandsma sind die beiden einzigen Pfadfinder aus dem Kreis Heinsberg, die das Abenteuer mitmachen.

45.000 Pfadfinder aus 150 Ländern kommen in diesen Tagen bis zum 2. August in Glen Jean beim „Jamboree“ zusammen. 1300 von ihnen stammen aus Deutschland. „Wenn das Lager komplett ist, dann ist die zweitgrößte Stadt West Virginias entstanden. In dieser Größenordnung muss man sich das vorstellen“, sagt Ulrich Alef, Katrins Vater. Er unterstützte übrigens den Wunsch seiner Tochter sofort, in die USA reisen zu wollen, denn Alef war selbst Pfadfinder, hat selbst eine Menge für sein eigenes Leben bei den Pfadfindern mitgenommen. Vor allem Werte. Katrin sagt: „Bei den Pfadfindern passiert viel und entwickelt sich. Das geschieht nahezu nebenbei, ehe man merkt, dass man auch als kleiner Teil viel für das große Ganze leisten kann.“ Nicht nur Katrin, auch Lara hat festgestellt, in den Jahren bei den Pfadfindern teamfähiger und selbstständiger geworden zu sein.

Jedoch: Das Reisevergnügen ist nicht ganz preiswert. Ulrich Alef rechnet vor: „Man kann sagen, dass sich die Summe etwa nach dem Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Landes richtet. Das soll Pfadfindern aus ärmeren Ländern helfen, auch die große Reise unternehmen zu können. Aus unserer Sicht kann man sagen, dass 4000 Euro für das Lager in West Virginia zusammenkommen.“ Einen Teil dieser Summe hat Katrins Familie gesponsert, dazu haben Katrin und auch Lara zuletzt viel gearbeitet und Geld gespart. Zeit hatten sie, denn die Anmeldungen liegen mittlerweile anderthalb Jahre zurück. Nur alle vier Jahre findet das Lager statt, zuletzt machte es Station in Japan. Damals war Laras Bruder mit dabei, so dass auch ihre Familie problemlos grünes Licht für die Reise gab.

In West Virginia freuen sich die beiden Mädchen darauf, viel Neues kennenzulernen. „Es wird ein großes Programm geben, das von fremden Kulturen lebt, das Nachhaltigkeit aufzeigt, das auch Sport beinhaltet. Alles geschieht in der Gemeinschaft“, sagen sie unisono. Stichwort fremde Kulturen beispielsweise: Beim „Jamboree“, also dem Großzeltlager bzw. Pfadfindertreffen, ist auch ein „Culture Day“ geplant, bei dem die jungen Teilnehmer, die 14 bis 17 Jahre alt sind, ihre Kultur präsentieren können. Dies geschieht auf vielfältige Weise. Laras und Katrins Unit etwa will kulinarisch überzeugen und als typisch deutsches Gericht den Strammen Max servieren. Gerne sollen auch deutsche Pfadfinderlieder gesungen werden. Im Gegenzug hoffen sie, viel von anderen Kulturen zu lernen.

Übrigens: Eine straffe Organisation ist bei 45.000 Teilnehmern Pflicht. Auch die Gruppen selbst müssen sehen, wie sie sich organisieren. Dazu zählt sicherlich auch das Zubereiten der Mahlzeiten.

Sie freuen sich auf West Virginia: Lara Schmitz (l.) und Katrin Alef nehmen am Pfadfindertreffen in den USA teil. Rund 45.000 Pfadfinder aus der ganzen Welt kommen dort beim "Jamboree" zusammen. Foto: Anke Backhaus

Katrin und Lara, die bekundeten, nervös und aufgeregt, aber voller Freude zu sein, haben jedenfalls ihre Kluft dabei. Sie greifen auf das petrolfarbene Hemd des Rings deutscher Pfadfinder zurück, das mit diversen Aufnähern bestückt ist. Auch das klassische Halstuch ist dabei. Kurz vor Abreise galt es nur noch, die schwierige Aufgabe zu lösen, das Reisegepäck zu organisieren.

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