Großveranstaltung in Rickelrath Das erwartet die Besucher beim Kürbisfest

Wegberg · Am 3. September verwandelt sich das kleine Wegberger Dorf Rickelrath wieder in einen großen Marktplatz. Die Veranstalter erwarten tausende Besucher. Was es im Ort zu kaufen und zu erleben gibt.

Die Herbstfrucht Kürbis steht bei dem Fest im Mittelpunkt.

Die Herbstfrucht Kürbis steht bei dem Fest im Mittelpunkt.

Foto: Angerdorf Rickelrath

Rickelrath ist mit seinen 637 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2022) eigentlich ein beschaulicher Ort – das wird sich am Sonntag, 3. September, ändern. Zum Rickelrather Kürbisfest werden dann Tausende Besucher im Angerdorf erwartet. Von 10 bis 18 Uhr gibt es ein großes Kulturprogramm und zahlreiche Marktstände.

„Wir sind sehr stolz darauf, was im Angerdorf Rickelrath immer wieder auf die Beine gestellt wird und mit welcher Professionalität hier gearbeitet wird. Das ist ein Aushängeschild für die ganze Stadt“, sagt der Wegberger Bürgermeister Michael Stock.

Normalerweise findet das Fest alle vier Jahre statt, wegen der Pandemie und der lange unklaren Situation hatte es nach 2018 nun allerdings fünf Jahre gedauert. „Wir sind seit knapp einem Jahr intensiv mit der Vorbereitung beschäftigt. So etwas geht nur als Teamarbeit“, erklärt Mitorganisator Michael Reiners. 13 Personen arbeiten im Orga-Team mit, knapp 100 Helfer werden dann am Veranstaltungstag selber benötigt.

Der Markt wird sich über die Wiesen des Dorfangers und rund um die Kirche erstrecken, auch fünf historische Höfe werden ihre Tore öffnen. „Es soll ein klassischer Bauernmarkt werden“, erklärt Michael Reiners. „Bei uns kann man keine AC/DC-Shirts kaufen, dafür altes Handwerk, Kunst und viele leckere regionale Produkte.“ Insgesamt 120 Marktstände soll es geben.

Handwerker wie ein Korbmacher, ein Apfelsaftpresser, ein Kunstschmied und ein Stiftedrechsler werden ihre Arbeit live präsentieren und Produkte verkaufen. Imker bringen Schaukästen mit ihren Bienenvölkern mit, Schäfer und Geflügelzüchter präsentieren ihre Tiere, die rollende Waldschule informiert über das Thema Jagd. Selbstverständlich wird auch der namensgebende Kürbis in zahlreichen Variationen ein bestimmendes Thema vieler Marktstände sein. Im Ort selber soll ohnehin alles nach Kürbis aussehen. Dazu hat der Verein bei allen Anwohnern Kürbissamen verteilt. „Wir freuen uns wieder auf schön dekorierte Vorgärten“, sagt Reiners.

Auf der Bühne gibt es ein Programm, „bei dem für jeden etwas dabei sein wird“, verspricht der Verantwortliche, Dirk Küppers. Neben Tanzauftritten von Hei on Klei, dem TSC Rheindahlen und der Merbecker SVM-Familie spielen Jagdhornbläser, die Wegberger Band Quod Libet, Die Kleinenbroicher und der in der Gegend bestens bekannte Nölkens Willi. Zu Gast ist zudem Borussia-Maskottchen „Jünter“.

Programmpunkte gibt es dieses Mal auch in der Kirche: Der große Gospelchor Joyful Voices singt, eine Ausstellung zeigt sakrale Gegenstände der Rickelrather Kirche, eine weitere beschäftigt sich mit dem Ort Rickelrath. „Es ist ja der urkundlich älteste Ort in Wegberg. Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung des Dorfs, der Schule, der Pfarre, mit verschiedenen Geschäften und Wohnhäusern im Wandel der Zeit“, erklärt Wilfried Reiners, stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

Auf den historischen Höfen wird es unter anderem eine Kunstausstellung zu sehen geben. Mundartkünstler Manfred Müchen gibt zudem Lieder zum Besten. Auch die Künstler, die auf der Bühne stehen, werden im Anschluss an verschiedenen Punkten im Ort unterwegs sein und die eine oder andere kleine Darbietung liefern.

Entstanden ist der Markt übrigens 2005 nach einer Idee des im vergangenen Jahr verstorbenen Armin Jackels. Er fand ein Kürbisfest am Bodensee so gut, dass er die Rickelrather animierte, es nachzumachen. Den Erlös der Veranstaltungen hat der Dorfverein über die Jahre unter anderem dazu genutzt, die Begegnungsstätte im Ort zu renovieren, eine „Buchhaltestelle“ zu bauen, einen Dorfkalender und eine Neubürgermappe zu entwickeln. Auch für die Zukunft gibt es bereits ein Projekt, wie Wilfried Reiners erzählt: „Wir werden gemeinsam mit der Stadt unseren Spielplatz erneuern. Zudem bauen wir einen Bolzplatz, der für die Jugend ganz wichtig ist.“ Man wisse, dass es für die Stadt wegen der angespannten Finanzlage derzeit nicht leicht sei, solche Projekte zeitnah zu realisieren. „Wir betrachten das als ein Geben und Nehmen zwischen Stadt und Dorfgemeinschaft“, sagt Reiners.

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