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Kreis Heinsberg: Bürgermeister wirft NRW-Gesundheitsminister Stigmatisierung vor

Coronavirus-Krise im Kreis Heinsberg : Vor Borussen-Duell: Stock wirft Minister Stigmatisierung vor

Stock kritisiert NRW-Gesundheitsminister Laumann, weil er Fans aus dem Kreis Heinsberg gebeten habe, das Borussen-Duell im Borussia-Park nicht zu besuchen.

Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Kreis Heinsberg hat sich Wegbergs Bürgermeister Michael Stock (SPD) mit einem offenen Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gewandt. Stock stört sich daran, dass der NRW-Gesundheitsminister die Frage, ob Bürger aus dem Kreis Heinsberg besser nicht am Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr) teilnehmen sollten, um andere Gäste vor einer denkbaren Infektion zu schützen, bejaht hat.

Diese Aufforderung an die Bevölkerung des Kreises Heinsberg, nicht zum Spiel der Borussia gegen den BVB zu fahren, sei eine Stigmatisierung der Menschen in dieser Region und des gesamten Kreises Heinsberg, wirft Stock dem NRW-Gesundheitsminister vor. „Mit Ihrer Aussage unterstellen Sie den Einwohnerinnen und Einwohnern aufgrund ihres Wohnsitzes im Kreis Heinsberg eine generelle Ansteckungsgefahr. Damit sorgen Sie dafür, dass die Menschen hier aufgrund ihres Wohnsitzes im Kreis Heinsberg von anderen Menschen gemieden oder gar diskriminiert werden“, schreibt Wegbergs Bürgermeister in dem offenen Brief.

Bürgermeister Stock. Foto: Michael Heckers

Der NRW-Gesundheitsminister suggeriere, die Menschen im Kreis Heinsberg seien grundsätzlich eine potenzielle Kontaktperson, mithin eine Gefahr für die übrige Bevölkerung. Wenn sich die Verantwortlichen dazu entschließen, ein Spiel der Fußball-Bundesliga in Mönchengladbach stattfinden zu lassen, sei es selbstverständlich, dass Fans aus jeder Region der Welt sich dieses Spiel ansehen könnten. „Die Aufforderung an die Bevölkerung des Kreises Heinsberg, nicht zum Spiel zu fahren, ist eine Stigmatisierung der Menschen in dieser Region und des gesamten Kreises Heinsberg“, schreibt Stock. Als Bürgermeister von Wegberg weist er dieses Stigma weit von der Stadt und bittet NRW-Gesundheitsminister Laumann darum, zukünftig auf die Wirkung seiner Sprache zu achten. Stock: „Aufforderungen oder Bitten dienen nicht dem Ziel, die vorliegende Krise für die Bevölkerung im betroffenen Landkreis den Umständen entsprechend zu gestalten.“

Mit 220 (Stand: 6. März, 16 Uhr) gibt es im Kreis Heinsberg bundesweit die meisten positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen. Borussia Mönchengladbach hat allen Karteninhabern aus dem Kreis Heinsberg angeboten, freiwillig auf den Besuch des Heimspiels gegen Borussia Dortmund am Samstag (7. März) zu verzichten. Dafür würde Borussia nicht nur den Eintrittspreis erstatten, sondern für Borussias nächstes Europapokalspiel eine Freikarte spendieren.