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Kommunalwahl 2020 in Wegberg: Themen, Parteien und Kandidaten im Überblick

Wahlkampfthemen und Kandidaten : Die wichtigsten Antworten zur Kommunalwahl in Wegberg

Bei der Kommunalwahl am 13. September tritt Bürgermeister Michael Stock gegen gleich sechs Mitbewerber an. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Kandidaten und die relevantesten Themen.

Seit 2014 ist Michael Stock Bürgermeister der chronisch klammen Kommune Wegberg. Bei der Kommunalwahl am 13. September will der SPD-Mann in eine zweite Amtszeit gehen, bekommt aber gehörige Konkurrenz: Gleich sechs Mitbewerber wollen ebenfalls an die Spitze der 29.000 Einwohner starken Stadt gewählt werden. Wer will Bürgermeister werden? Und welche Themen sind die entscheidenden im Wahlkampf? Wir geben die wichtigsten Antworten.

Wann wird gewählt?

Die Kommunalwahl 2020 findet am Sonntag, 13. September, statt. In der Regel sind die Wahllokale zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Per Briefwahl können wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme bereits vor dem Wahltermin abgeben. Spätestens bis 16 Uhr am Wahltag muss der Wahlbrief beim Wahlamt der Stadt Wegberg vorliegen.

Sollte keiner der Kandidaten oder Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt beziehungsweise das Amt des Landrats die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, findet eine Stichwahl statt. Die ist zwei Wochen nach dem ersten Wahltermin, also für den 27. September, angesetzt.

Was wird gewählt?

Die wahlberechtigten Wegbergerinnen und Wegberger wählen im September einen neuen Bürgermeister, einen Landrat sowie den Stadtrat und Kreistag.

Was sind die wichtigsten Themen der Kommunalwahl?

Die schwierige Haushaltslage ist das bestimmende Thema in der Mühlenstadt. Das Haushaltssicherungkonzept sieht vor, dass Wegberg spätestens 2024 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen muss, also keine neuen Schulden mehr machen darf. Zugleich gibt es einen Investitionsstau, die Stadt muss dringend in die Sanierung der Kanäle investieren. Außerdem steht der Bau der neuen Feuerwache auf dem Programm, die im Herbst 2022 in Betrieb gehen und mehr als neun Millionen Euro kosten soll.

Wer kandidiert für das Amt des Bürgermeisters?

Hinter vorgehaltener Hand spricht man in der Mühlenstadt von den „Glorreichen Sieben“, denn in Wegberg treten gleich sieben Bürgermeisterkandidaten an, drei Frauen und vier Männer: Michael Stock (43) geht für die SPD als Amtsinhaber ins Rennen, Marcus Johnen (41/CDU) ist sein Herausforderer. Christiane Merz-Valsamidis (53/Bündnis 90/Die Grünen) hat im Wahlkampf zwei klare Ziele formuliert: Sie möchte es in die Stichwahl schaffen (“Dann ist alles möglich“) und die Grünen sollen zweitstärkste Fraktion im neuen Rat der Stadt Wegberg werden. Rüdiger Birmann (49) ist Bürgermeisterkandidat der Partei „Die Linke“, Thomas Nelsbach (53) geht für die Freien Wähler Wegberg ins Rennen um das Amt des Wegberger Verwaltungschefs. Als erfahrene Kommunalpolitikerin tritt Nicole von den Driesch (50) als Bürgermeisterkandidatin für die Wählergemeinschaft „Aktiv für Wegberg“ an. Nicole von den Driesch gehört dem Wegberger Stadtrat bereits seit 1999 an. Die FDP setzt mit Katharina Wagner aus Arsbeck-Büch vor allem auf Finanzexpertise. Die 51 Jahre alte Bürgermeisterkandidatin der Wegberger Liberalen ist Richterin am Finanzgericht und arbeitet in Düsseldorf im Büro des Staatssekretärs für Justiz.

Wie haben die Parteien bei der vergangenen Kommunalwahl abgeschnitten?

In der Stichwahl setzte sich Michael Stock (SPD) 2014 mit 72,2 Prozent der Stimmen klar gegen CDU-Mann Reinhold Pillich (27,8) durch. Im ersten Wahlgang lag Stock zuvor nur knapp vor Pillich, damals hatte es fünf Bewerber gegeben. Bei der Wahl zum Stadtrat sammelte die CDU in Wegberg 41,6 Prozent der Stimmen, die SPD kam auf 27,3 Prozent. Ebenfalls in den Rat zogen Grüne (9,2), FDP (7,9), Aktiv für Wegberg (8,8) und Freie Wähler (5,2) ein. Nach der Wahl hatten sich einige SPD-Mitglieder von der Partei distanziert und als neue Partei „Die Linke“ gegründet. Annette Dahmen-Langela saß zuletzt als einzige „Linke“ im Stadtrat.

Welche Topthemen wurden seit der letzten Wahl umgesetzt?

Bürgermeister Michael Stock steht für eine seriöse Haushaltspolitik in Wegberg. Das war in den Jahren zuvor alles andere als selbstverständlich. Pünktliche Jahresabschlüsse und Haushaltsentwürfe gab es in Wegberg lange nicht. Zwischen 2014 und 2019 hat die Stadt fast 20 Millionen Euro Schulden abgebaut. Dabei profitierte Wegberg auch von der gut laufenden Konjunktur.

Zu kurz gekommen sind in dieser Zeit die Investitionen, die jetzt nachgeholt werden müssen. Unter Bürgermeister Stock wurde Wegberg offiziell zur Mühlenstadt, der Tagestourismus läuft gut. Die Stadt hat einen Masterplan für Wegberg aufgestellt und die Vereinsförderung neu strukturiert. Den Schulen wurde zugesichert, dass das vorhandene Angebot erhalten bleiben soll. Seitdem Baudezernent Frank Thies an Bord ist, bemüht sich die Mühlenstadt deutlich aktiver um Fördergelder und es gibt spürbar mehr Bewegung bei der Entwicklung von Gewerbeflächen und Baugebieten im Stadtgebiet.