Beim Laakebüll in Rath-Anhoven Wo Karneval für Kinder „ganz cool“ ist

Rath-Anhoven · Die Karnevalsgesellschaft Laakebüll Rath-Anhoven fördert den jecken Nachwuchs – und setzt Session für Session ein Kinderprinzenpaar in den Mittelpunkt. Die aktuellen Regenten sind Tom und Leonie. So pflegen beide das Brauchtum.

 Sie regieren die Nachwuchsjecken in Rath-Anhoven: Das Laakebüll-Kinderprinzenpaar Tom I. und Leonie I. – beide gehen leidenschaftlich gern auf die Bühne.

Sie regieren die Nachwuchsjecken in Rath-Anhoven: Das Laakebüll-Kinderprinzenpaar Tom I. und Leonie I. – beide gehen leidenschaftlich gern auf die Bühne.

Foto: KG Laakebüll

Da war schon immer dieser Traum. Leonie Schroers‘ Augen leuchteten, wenn sie im Karneval ein Kinderprinzenpaar sah. Kinderprinzessin wollte sie sein. Zu Hause in Rath-Anhoven bei der Karnevalsgesellschaft (KG) Laakebüll, in der sie auch schon getanzt hatte. Der Elfjährigen fehlte nur eines – ein Prinz. Wirklich lange suchen musste sie dann doch nicht, in Tom Schippers, ebenfalls elf Jahre jung, war dieser Prinz gefunden. So schön einfach lassen sich Wünsche und Träume erfüllen.

Prinz Tom I. und Prinzessin Leonie I. setzen bei den Rot-Weißen eine Tradition fort. Denn: Der Laakebüll fördert den Nachwuchs, indem die Kindertollitäten im Mittelpunkt stehen. Sicher, auch in weiteren Gesellschaften ist das in gewisser Weise Usus. Heike Jansen ist die Vorsitzende der KG Laakebüll. Sie weiß, dass sich auch Karnevalsgesellschaften entwickeln müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Und Kinder sind nun mal die Zukunft, irgendwann einmal sind sie in den Vereinen verantwortlich. Heißt: Die Begeisterung früh wecken, ihnen aber auch gut zuhören. In Rath-Anhoven scheint das jedenfalls gut zu funktionieren. Gute Verbindungen hat die Gesellschaft daher zur Kastanienschule, „jedoch können die Kinder auch schon älter sein, denn je älter sie sind, je lockerer sind sie auf der Bühne“, sagt Heike Jansen. Leonie und Tom etwa sind mittlerweile beide Sechstklässler im Erkelenzer Cornelius-Burgh-Gymnasium.

Das Kinderprinzenpaar ist längst angekommen im heimischen Fastelovend. Sie genießen es sichtlich, Woche für Woche auf den Bühnen, die Karneval bedeuten, zu stehen, dort in den Sälen sogar Klassenkameraden zu treffen, die in anderen Gesellschaften aktiv sind. So sieht man sich nicht nur außerhalb des Klassenzimmers, sondern auch in völlig anderer Kleidung, im Fall von Tom und Leonie sind das schmucke Ornate, eigens angepasst von Laakebüll-Haus- und Hofschneiderin Doris Jackels. Begegnungen wie diese schätzen die jungen Tollitäten und überhaupt das ganze jecke Drumherum. „Es ist schon ganz cool, wenn man da oben steht, wenn die Leute auf uns gucken. Und die ganzen Orden, die wir bekommen, sind toll“, sagt Tom, der bislang ganz zwanglos Karneval gefeiert hat. Zwar stimmt Leonie ihm da uneingeschränkt zu, doch eine einzige Sache stört sie am Dasein einer echten Karnevalsprinzessin dann doch: „Ja, das ist dann, wenn ich frisiert werde“, schmunzelt das Mädchen, das immer eine edle Hochsteckfrisur bekommt, auch ein hübsches Diadem ziert ihren Kopf.

Leonie möchte übrigens nach ihrer Amtszeit gerne weitertanzen, dafür freut sich die KG Laakebüll, die beste Kontakte zu den nun benachbarten Keyenberger Grubenrandpiraten unterhalten, über weitere Kinder, die etwa in Leonies Alter sind, damit eine neue Tanzgarde gegründet werden kann. Doch bis es soweit ist, haben Tom und Leonie noch eine Menge zu tun. Beim Laakebüll läuft es nämlich rund. Heike Jansen ist froh, dass die Gesellschaft Corona schadlos überstanden hat. In der Spitze bis zu 120 Aktive gehen auf die Bühne – ein extrem guter Wert für eine Gesellschaft aus einem Ort dieser Größenordnung.

Bleibt noch der Blick auf die Großen. In der Gesellschaft gibt es in dieser Session nämlich auch ein Dreigestirn. Prinz Hartmut I. (Frenken), Bauer Manni I. (Wier) und Jungfrau Ute I. (Udo Hutmacher) begleiten das Kinderprinzenpaar. „Die sind alle ganz cool“, betonen Leonie und Tom unisono. Das Dreigestirn wird am Tulpensonntag, wenn sich der Kinderzug ab 14.11 Uhr am Rheinweg in Bewegung setzt, auf der unteren der beide Ebenen des Prinzenwagens stehen – die „Bel Etage“ ist nämlich traditionell reserviert für das Kinderprinzenpaar, das während des Zuges auch schon Jobs an die Eltern verteilt hat, die die Kamelle nachladen dürfen.

Und dann fällt der Blick auf besondere Orden: Die KG schenkt den Kindertollitäten immer ganz persönliche Erinnerungsorden, die die Kinder immer an eine tolle Zeit zurückdenken lassen werden.

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