Wegberg: kfd-Frauen besuchten Spreewald

Wegberg : kfd-Frauen besuchten Spreewald

Die Katholische Frauengemeinschaft Wegberg und Beeck war unterwegs in Richtung Spreewald. Unter anderem führte die Reise zur Gedenkstätte Bautzen. Hier befand sich das Stasi-Gefängnis Bautzen II. Als Sonderobjekt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) erlangte es traurige Berühmtheit. Partei- und Regimekritiker, Ausreisewillige, Fluchthelfer, Spione und abtrünnige MfS-Mitarbeiter wurden dort inhaftiert. Das andere Gefängnis in Bautzen wird wegen seiner gelben Klinkerfassade "Gelbes Elend" genannt. Dieses Gefängnis wurde nach dem Kriegsende 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager genutzt. Die Toten des Speziallagers wurden in Massengräbern auf dem "Karnickelberg" verscharrt. Das Gelände wurde zum Friedhof umgestaltet. Seit 2000 kann in einer Kapelle der Opfer gedacht werden.

Anschließend ging es nach Bautzen. Die für die Besucher augenfälligste Besonderheit sind die deutsch-sorbischen Orts- und Straßenschilder. Einen für das Auge und die Seele schönen Ausgleich fanden die Frauen im Branitz-Park. Als über 60-Jähriger legte Fürst Pückler in Branitz einen Landschaftspark nach englischem Vorbild an. Am dritten Tag erwartete die Frauen ein Ausflug in den Spreewald. Bei einer Kahnfahrt, die beste Möglichkeit, die einzigartige, seit 1991 als UNESCO-Biosphärenreservat geschützte, mehrere Hundert Kilometer umfassende, Flusslandschaft kennenzulernen. Im romantischen Hirschwinkel legte man eine Pause ein. Von Lübbenau ging es weiter zu einer Rundfahrt durch den Oberspreewald. Danach folgte eine Stadtrundfahrt durch Cottbus.

Auf der Rückfahrt nach Hause erfolgte ein Stopp in Golßen. Hier wurden die Frauen im Spreewaldhof erwartet. Nach der Begrüßung durch die Eheleute Linkenheil und einem Vortrag ging es hinter die Kulissen des Spreewaldhofes. Der Spreewaldhof Golßen wird seit 1991 von den beiden Geschwistern Karin Seidel und Konrad Linkenheil geführt. Der Spreewaldhof verarbeitet in der Erntezeit, Juni bis September, 19.000 Tonnen Gurken. Diese werden von Helfern per Hand mit sogenannten Gurkenfliegern geerntet. Die Einzigartigkeit der Spreewälder Originale ist seit 1999 eine geschützte geografische Angabe. "Nur wo Spreewald drauf steht, ist auch Spreewald drin."

Neben dem bekannten Apfelmus, das bis 2000 in Wegberg hergestellt wurde, hat das Unternehmen 2009 eine 20 Hektar große Plantage Stachelbeeren angelegt. Heute bauen sie die stacheligen grünen Beeren bereits auf 50 Hektar an.

(RP)
Mehr von RP ONLINE