Wegberg: Keine Baugrundstücke im Grüngürtel

Wegberg : Keine Baugrundstücke im Grüngürtel

Der Bauausschuss lehnt einen Antrag der CDU ab, wonach auf einer Waldfläche am Grüngürtel Baugrundstücke entstehen sollten. Nach Ansicht der Union entgehen der klammen Mühlenstadt dadurch Einnahmen in Millionenhöhe.

Einnahmen in Millionenhöhe für die Stadt verspricht sich die CDU aus der Vermarktung einer Fläche am Grüngürtel zwischen den Straßen Kiefernweg und Tannenweg. Darum hat die Unionsfraktion beantragt, dass die Stadtverwaltung prüfen soll, ob die Grünfläche bebaut und vermarktet werden kann. Doch daraus wird vorerst nichts: Die Mehrheit des Bauausschusses stimmte gegen den CDU-Antrag.

Die Waldfläche am Grüngürtel zwischen Kiefernweg und Tannenweg dient als "grüne Verbindung" zwischen dem Beecker Wald jenseits des Grenzlandrings und der Grünfläche entlang des Beeckbachs im Innenring. Sie wurde in den 1970er Jahren als städtebauliche Trennung der Orte Beeck und Wegberg eingerichtet. Der sogenannte Grüngürtel wurde im ursprünglichen Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1979 als städtebauliche Zielsetzung festgeschrieben.

SPD, Grüne, FDP, AfW und Freie Wähler votierten mit 13 Stimmen gegen den Antrag, die CDU mit zehn Stimmen dafür. Vorausgegangen war eine hitzige Debatte im Wegberger Rathaus. "Wegberg ist die Stadt im Grünen. Die Grünflächen haben eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Wir sollten aus dem Masterplan ein Gesamtkonzept entwickeln und dieses nicht mit spontanen Einzelprojekten durchkreuzen", begründete Mark Bonitz die ablehnende Haltung der SPD. Die Sozialdemokraten zeigten sich außerdem davon überzeugt, dass die Bezirksregierung mögliche Wohnbaupläne für den Grüngürtel nicht genehmigen würde. Für die Grünen sprach sich Dr. Gerhard Arndt gegen den CDU-Antrag aus. "Zuletzt wurden schon am Beeckbach viele Bäume abgeholzt. Jetzt sollen am Grüngürtel die nächsten Bäumen fallen. Wo soll das noch enden?", sagte er mit Blick auf das Leitbild von Wegberg als Stadt im Grünen. Heinz Nießen (FDP) bezeichnete die Wirkung des Grüngürtels, der sich quer durch das bebaute Gebiet des Innenrings zieht, als "ökologisch sinnvoll und für das Stadtklima förderlich". Bürgermeister Michael Stock wies darauf hin, dass der im CDU-Antrag angesprochene Bereich zwischen Kiefernweg und Tannenweg sowohl im Flächennutzungsplan als auch im übergeordneten Regionalplan als Grünfläche ausgewiesen sei und es deshalb keine Zweifel an der ablehnenden Haltung zur Vermarktungsabsicht geben könne.

CDU-Fraktionschefin Petra Otten erinnerte daran, dass sich die Stadt Wegberg im Haushaltssicherungskonzept befindet und die Vermarktung des stadteigenen Geländes am Grüngürtel mehrere Millionen Euro in die leere Kasse spülen könnte. "Warum stellen wir uns hier nicht ein bisschen flexibler auf?", fragte sie. Ihr Stellvertreter Georg Gellissen ergänzte, dass nicht daran gedacht sei, alle Bäume abzuholzen, sondern dass bestimmte Bereiche als Grundstücksabgrenzungen ausgespart würden.

Die Union würde es außerdem außerordentlich begrüßen, wenn Möglichkeiten zur Wohnbebauung innerhalb des Grenzlandrings geschaffen würden, denn diese seien Mangelware.

(RP)
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