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Katarina Barley zu Gast in Wegberg

Neujahrsempfang der SPD Wegberg : Barley in Beeck: Für Europa kämpfen

Mit Katarina Barley begrüßte die SPD Wegberg einen prominenten Gast zum Neujahrsempfang in Beeck. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments macht sich große Sorgen um die Europäische Union.

Auf Katarina Barley warten schwierige Tage. Der EU-Austritt Großbritanniens, der am 31. Januar vollzogen werden soll, ist für die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments eine Katastrophe. „Ich mache mir sehr große Sorgen um die Europäische Union“, sagte die 51-Jährige beim Neujahrsempfang der SPD Wegberg im Beecker Flachsmuseum.

Dass zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union ein Staat austritt, ist nach Darstellung von Katarina Barley „das Ergebnis von übelstem Populismus“. In Großbritannien gebe es „eine dramatische Spaltung einer wundervollen Gesellschaft“. Das sei ein ernst zu nehmendes Alarmsignal. Es gebe im aber auch ein positives Zeichen: Im Verlaufe der Diskussion um den Brexit hätten sich die Zustimmungswerte zur EU deutlich erhöht. Vielen Menschen sei allerdings nicht bewusst, wie dramatisch die Situation in der Europäischen Union sei, sagte Barley und kam auf die Entwicklungen in Polen und Ungarn zu sprechen. Polen hebe mit der Justizreform den Grundsatz aus, das europäisches Recht über nationales Recht steht. Damit lege das Land die Axt an das Gebilde der der Europäischen Union. Leidenschaftlich forderte Barley die rund 100 Besucher im Flachsmuseum zu einem Diskurs im Sinne Europas auf. „Es lohnt sich, für Europa zu kämpfen“, sagte sie und zitierte Helmut Schmidt: „Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.“

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Die SPD Wegberg begrüßt zu ihren Neujahrsempfängen traditionell prominente Redner wie 2017 den damaligen NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, 2018 Thorsten Schäfer-Gümbel und zuvor Ralf Jäger und Norbert Walter-Borjans. Michael Stock, einziger SPD-Bürgermeister im Kreis Heinsberg, und Katarina Barley kennen sich seit 2012. Barley berichtete, dass sie Stock in der Führungsakademie der Sozialdemokratie in Berlin kennengelernt habe. „Michael wollte Bürgermeister werden, ich in den Bundestag. Hat doch ganz gut geklappt“, sagte Barley. Immer wieder habe Michael Stock ihr von seiner Heimatstadt vorgeschwärmt. Daraufhin habe sie ihm einen Besuch in Wegberg zugesagt.

Die 51-Jährige charakterisiert sich selbst als „Europäerin durch und durch“. Sie wurde in Köln geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in der Domstadt. Ihr Vater ist Brite, ihre Mutter Deutsche. Sie besitzt beide Staatsangehörigkeiten, fühlt sich aber in erster Linie als Europäerin.

Mit dem Vorsitzenden Georg Wimmers und einer Abordnung des Heimatvereins Wegberg-Beeck hatte Barley zu Beginn ihres Besuchs das Museum für europäische Volkstrachten am Kirchplatz in Beeck besichtigt. Von der Sammlung zeigte sich die 51-Jährige beeindruckt.