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Wegberg: Kämmerer-Stelle: CDU warnt vor Überlastung

Wegberg : Kämmerer-Stelle: CDU warnt vor Überlastung

Wegberg braucht zum 1. Oktober einen neuen Stadtkämmerer. Doch die CDU ist gegen den Vorschlag von Bürgermeister Michael Stock.

Die CDU-Fraktion hat in der Diskussion um die Bestellung eines Stadtkämmerers zum 1. Oktober und die geplante Zusammenlegung der Stelle des Kämmerers mit der Leiterstelle des Fachbereichs Finanzwirtschaft nun ihre ablehnende Haltung begründet. Die Union ist der Meinung, dass die geplante Zusammenlegung im Bereich Finanzen eine einzelne Person überfordern würde.

Mit FDP und Freien Wählern stimmte die CDU (insgesamt 13 Stimmen) am Dienstag im Hauptausschuss gegen den Vorschlag von Bürgermeister Michael Stock. Stock möchte den bisherigen Leiter des Fachbereichs Finanzwirtschaft, Hans Bertrams, zum neuen Stadtkämmerer bestellen. SPD, Grüne und AfW (insgesamt 10 Stimmen) votierten dafür. Stock beabsichtigt auch, den Fachbereich Finanzwirtschaft mit dem Geschäftsbereich des Kämmerers zusammenzulegen. Eine endgültige Entscheidung über die Personalie soll in der Ratssitzung am 23. September fallen.

Bei der angespannten Haushaltslage der Stadt ist die CDU-Fraktion der Auffassung, "dass der Bereich Finanzwirtschaft von seinem Fachbereichsleiter gut geführt wird". Hans Bertrams habe eine Fülle von Aufgaben: Im Fachbereich Finanzwirtschaft seien Einnahmen und Ausgaben zu überwachen, es müssten Abweichungen vom Soll analysiert und die erforderlichen Jahresabschlüsse sowie ein neuer Haushaltsplan erstellt werden. Er müsse außerdem die vollständige Finanzbuchhaltung führen sowie daraus bilanzielle Planungsszenarien entwickeln. Neben diesen Themen müsse der Leiter des Bereichs Finanzwirtschaft ebenfalls das Controlling als Instrument der ständigen Verbesserung ausbauen. "Wie sollen bei dieser Fülle an Handlungsbedarfen von einer Person noch die Aufgaben des Kämmerers erfüllt werden?", fragt sich die CDU.

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Zu den Aufgaben des Kämmerers gehören nach Auffassung der Union die Erschließung von Finanzierungsquellen und die Verhandlung mit Finanzdienstleistern, die Erschließung von öffentlichen Fördermitteln (Land, Bund, EU) einschließlich der Durchsetzung zum Erhalt der Mittel. Das Controlling als strategisches Instrument sei auszubauen und die strategische Finanzplanung durchzuführen. Handlungsfelder seien erkennbar bei den Gebieten Sozialversicherung, Gewerbesteuer, Mittelaufbau für Pensionen und die Entwicklung eines Managementverhaltens zu diesen Themen. "Allein die Thematik Neuorganisation der Verwaltung in Richtung Konzernstruktur braucht einen ,Macher' und Gestalter, wenn man Chancen suchen und wahrnehmen will", heißt es in der Stellungnahme der Union. "Bei der derzeitigen Situation im Fachbereich Finanzwirtschaft wäre es sträflich, den Leiter dieses Bereiches mit anderen Aufgaben zu betrauen." Deshalb fordert die CDU-Fraktion die Stelle des Kämmerers nicht mit der Stelle des Fachbereichsleiters der Finanzwirtschaft zusammenzulegen. Eine solche Zusammenlegung der Funktionen nur unter Kostenaspekten zu sehen, sei sträflich. "Aus diesen Gründen hat die CDU-Fraktion der Bestellung des Leiters des Fachbereiches Finanzwirtschaft zum Kämmerer nicht zugestimmt", heißt es.

Die CDU-Fraktion legte zwei neue Anträge vor. Zum einen möchte die Fraktion wissen, warum die Abwassergebühren in der Stadt Wegberg wesentlich höher ausfallen als in vergleichbaren Nachbargemeinden. Außerdem soll ein elektronischer "Kummerkasten" auf der Internetseite der Stadt Wegberg angeboten werden.

(RP)