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Johanniter-Stift Erkelenz: Senioren freuen sich über Tierbesuch von Panuba aus Uevekoven

Senioren im Erkelenzer Johanniter-Stift : Tierischer Besuch vom Erlebnisbauernhof

Tiere vom Erlebnisbauernhof Panuba aus Wegberg-Uevekoven sollen Senioren durch die Zeit der Berührungslosigkeit und Kontaktarmut helfen.

„Wann kommen sie denn endlich?“ Diese Frage stellen gleich mehrere Bewohnerinnen und Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz, die im Garten der Einrichtung auf Stühlen unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln sitzen und ungeduldig auf den angekündigten Besuch warten. Bei diesem handelt es sich nicht etwa um Zweibeiner, sondern um Vierbeiner, Tiere vom Erlebnishof Panuba „Tiergeschützte Aktivitäten & Therapie“ aus Wegberg-Uevekoven von Gregor Kryk.

Dann endlich fährt er mit seinem Wagen samt Anhänger vor. Kurz darauf mischen sich Bella, ein Australian Shepherd, Dackel Emma, das Pony Leica, die Alpakas Ben und Toni, das Huhn Mathilda und zehn Kaninchen namens Wuschel und Kuschel mitten unter die Bewohnerinnen und Bewohner, die ihr Glück gar nicht fassen können. Sie streicheln voller Hingabe die Tiere, liebkosen und herzen sie.

Vergessen ist damit die Zeit der Berührungslosigkeit, der Kontaktarmut und der Mangel an Sinneseindrücken, die die Bewohnerinnen und Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz wegen der Corona-Pandemie hinnehmen mussten. Lange war ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft verwehrt. Auch heute gilt für die Mitarbeiter und Pflegekräfte immer noch das Gebot der Distanz.

„Schlimm war die Zeit, als wir selbst bei den Angehörigen die Kontakte unterbinden mussten“, erzählt Gaby Kerst, Leitung Sozialer Dienst. Dass die Bewohner nun in den Genuss tierischer Zuwendung kommen und sie in Interaktion mit den Tieren treten können, sei ein Geschenk der Subkommende Aachen des Johanniterordens, so Kerst. Gero von Plessen, Leiter der Subkommende, ist persönlich gekommen. Er, die Mitarbeiter der Einrichtung mit Leiterin Astrid Hadick und Gaby Kerst werden Zeugen dieser intensiven Begegnung zwischen Mensch und Tier.

Zärtlich werden die Kaninchen, die auf dem Schoß der Bewohnerinnen und Bewohner sitzen, gestreichelt. Auch Huhn Mathilda bekommt ihre Streicheleinheiten. Pony Leica hat indessen den Korb mit Äpfeln an der Herbstdekoration entdeckt und stibitzt sogleich einen. Währenddessen toben Bella und Emma miteinander – sehr zum Vergnügen der Anwesenden. Vor allem als der Dackel sich einen kleinen Kampf mit Huhn Mathilda liefert, bei dem er den kürzen zieht, gibt es lachende Gesichter.

„Wieso ist er als Jagdhund so liebevoll, auch zu den Kaninchen“, ist da eine Frage. Gregor Kryk erklärt, dass alle Tiere speziell ausgebildet werden und wurden. Schließlich sollen sie zur Kommunikation verhelfen, alle Sinne anregen, durch die körperliche Nähe eine tiefgehende entspannende Wirkung entfachen, in der Begegnung Gespräche fördern und Erinnerungsarbeit leisten.

Bei einigen Bewohnern werden in der Tat viele Erinnerungen geweckt. Da weiß eine Bewohnerin zu berichten, dass ihr Vater im Kaninchenzuchtverein war, eine andere erzählt von ihrem Dackel, der immer unter dem Bett schlief, und wieder eine andere erinnert sich daran, dass als man selber Kind war, es viele Tiere Zuhause gab. Dazwischen fallen Sätze wie „Ich liebe Tiere“ oder „Das ist das Schönste mit den Tieren“. Dies und die glücklichen Gesichter der Bewohner zeigen den Mitarbeitern, Gero von Plessen und Gregor Kryk, dass das Zusammentreffen von Mensch und Tier in der Einrichtung ein gelungenes Geschenk war.

(RP)