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Im Tier-Refugium Wegberg häufen sich Anfragen für Haustiere

Tier-Refugium Wegberg hat Aufnahmestopp : Angst vor Virus verunsichert Tierbesitzer

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise möchten Menschen vermehrt ihre Haus- und Weidetiere beim Tier-Refugium abgeben.

Kleine Tierbabys, vom Marder bis zum Igel, außerdem Wildvögel, die aus dem Nest gefallen sind, finden sich auf dem Gelände des Tier-Refugiums Wegberg an der Rather Straße in Rath-Anhoven. Ebenso auch Wildtierkinder, die von anderen Tieren verschleppt wurden. Um alle bedürftigen Tiere aus Wald, Feld und Weide kümmert sich Antonia Greco normalerweise.

Doch momentan kann sie lediglich versuchen, die Tiere an andere Stationen oder Helfer weiterzuvermitteln. Selbst aufnehmen kann sie gerade keine Tiere. „Einmal, weil wir keinen Platz mehr haben, und auch, weil wir nicht wissen, wie hart es uns finanziell treffen wird in diesem Jahr. Wir versuchen weiterhin zu helfen und über unser Netzwerk die Tiere weiterzuvermitteln.“

Zwar gebe es immer Fälle, in denen Menschen ihr Haus- oder Weidetier abgeben möchten oder müssen – doch in Verbindung mit der Corona-Krise häufen sich die Anfragen diesbezüglich. Viele können ihre finanzielle Situation nicht überblicken und haben Angst, die Kosten nicht mehr tragen zu können. „Wir vermuten, dass die Spendenbereitschaft in diesem Jahr nicht so hoch sein wird, da die Menschen natürlich erst mal selbst schauen müssen, wie sie klar kommen. Es ist für alle Beteiligten eine schwierige Situation“, erklärt Antonia Greco, die das Tier Refugium Wegberg mit aufgebaut hat.

„Die Betreuung der Tiere ist sehr intensiv und kostenaufwendig.“ Normalerweise finanziert sich das Tierrefugium aus Spenden und den Einnahmen von Trödelmärkten, zu denen zwei der Mitglieder regelmäßig hingegangen sind und wo sie bereits sogar Stammkunden gewonnen hatten. Doch das fällt jetzt einfach weg.

„Wir haben uns bereits mit ausreichend Futter eingedeckt, da es zu Lieferverzögerungen kam. Da wollten wir natürlich auf Nummer sicher gehen, um genügend Futter für die Tiere zu haben.“ Das sind einmal Heu und Körner, aber auch Katzenfutter mit hohem Fleischanteil für die Igel. Für die Vögel-„Päppelkinder“ bedarf es Aufzuchtbrei.

Momentan sind zwei Taubenkinder zu füttern und zu pflegen – alle zwei Stunden. Sie sind noch im Haus, da es draußen zu kalt ist. „Wenn im Frühjahr die Vogelkinder kommen, die Insekten fressen, sperren sie alle zwanzig Minuten ihre Schnäbel auf. Je nach Anzahl ist es kaum zu bewältigen. Mit fünf Vogelbabys ist es noch überschaubar. Bei zwanzig hörst Du hinten auf und kannst vorn wieder anfangen“, erklärt Antonia Greco.

Seit 2003 besteht der Gnadenhof für Wildtiere in Rath-Anhoven. Inzwischen beinhaltet er eine Wildtierhilfe für Igel und Wildvögel. Die Wildtiere werden wieder ausgewildert, wenn sie aufgepäppelt sind. Einige Tiere, die jung und gesund sind, werden vermittelt, wenn es Möglichkeiten dafür gibt. Andere Tiere jedoch, die schon alt sind, oder aus schlechter Haltung kamen, mutet das Team einen Wechsel nicht mehr zu. Sie dürfen im Refugium bleiben.

Auf dem Gelände stehen im Moment zwei Esel und einige Kamerunschafe im Auslaufgehege. Zwei Hasen werden gerade sozialisiert. Hühner, Gänse, Enten und Truthähne dürfen auf dem Gelände herumlaufen, ebenso die Schweine. Die Waschbären haben ein eigenes Gehege, Tauben und Vögel ihre Volieren. Die ganze Betreuung und Aufzucht liegt momentan auf zwei Schultern und Hilfe wird gern gesehen. „Wir freuen uns über jeden, der sich der Aufgabe annimmt.“

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