Im BizzPark Heinsberg-Oberbruch: Große Kunstschau mit Museumsflair

Kunst in der Fabrik : Große Kunstschau mit Museumsflair

Nach positiver Resonanz vor zwei Jahren präsentieren sich viele Künstler auf großzügiger Fläche im Fabrikgebäude im BizzPark Oberbruch. Das Ausstellungskonzept stammt von Künstler Johannes Donner aus Wegberg-Watern.

Die Initialausstellung in den großzügigen Räumen war vor einigen Jahren „Traces of Time“, Spuren der Zeit, von Ruth Schulmeyer (Malerei), Birgit Merle (Fotografie) und Leo Horbach (Skulpturen) gewesen. Im Anschluss hatte Ruth Schulmeyer im Jahr 2017 zusammen mit dem ebenfalls ausstellenden Wegberger Künstler Johannes Donner 2017 eine erste große Gemeinschaftsausstellung mit zehn Künstlern aus drei Nationen in dem Fabrikgebäude im BizzPark auf die Beine gestellt.

Da die Schau sehr gut ankam, ist derzeit eine weitere große Auflage mit zwei zusätzlichen neuen Kunstschaffenden zu sehen. Somit zeigen jetzt zwölf Künstler aus Italien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland unter dem Titel „Kunst in der Fabrik“ – Unlimited Druckgrafik, Glaskunst, Malerei, Skulpturen, Eisenkunst, Edelstahlobjekte und Fotografie.

Ihnen stehen dazu erneut rund 3500 Quadratmeter Fläche in zwei Räumen zur Verfügung. Skulpturen, Objekte und großformatige Gemälde haben somit genügend Platz, um ihre Wirkung voll zu entfalten. Dabei bilden Stellwände im größeren Raum Teilbereiche, in denen sich Besucher in Ruhe den Werken der jeweiligen Künstler widmen können. „Viele haben neue Sachen dabei, wobei nicht extra für die Ausstellung angefertigt wurde“, erläutert Johannes Donner die Besonderheiten, „die meisten zeigen, was bei ihnen in den letzten eineinhalb Jahren entstanden ist.“ Die neu hinzugekommenen Kunstschaffenden sind Valerio Cerasani mit Grafiken und Ralf Walraff, der fiktive Fotografie zeigt. Zudem lebt Tochter Luisa derzeit in Mailand. „Mit ihr und Valerio ist frische junge Kunst dazwischen gekommen“, merkt Ruth Schulmeyer an. Wobei generell jeder die gleichen Möglichkeiten bekommt, seine Werke zu präsentieren.

Neu sei auch, dass die Skulpturen außer im separaten, dafür vorgesehen Raum, zwischen den Bildern und weiteren Kunstwerken im großen Raum ausgestellt sind. „Die Besucher verweilen bis zu eineinhalb Stunden, erkunden die Räumlichkeit und erleben eine Atmosphäre wie in einem Museum.“ Der Titel Unlimited beziehe sich auf den heutzutage logistisch einfacheren, grenzüberschreitenden Austausch der Künstler untereinander und auf die Kunst, die alle verbindet.

Im Einzelnen hat Maarten Vaessen vor allem Skulpturen aus unbehandeltem Eisen gefertigt. Eine Elfer-Figurengruppe in Kombination mit Steinen aus dem Fluss Maas ist in loser Anordnung zu sehen: Attribute wie Dornenkrone, Angel oder Steinlast auf dem Rücken regen zu Deutungen an. Leo Horbach zeigt Skulpturen, die er aus Stein erschafft, wobei er sich von der Mythologie, Sagen und Legenden inspirieren lässt. Dazu sind mit digitalem Meißel erschaffene zweidimensionale Arbeiten zu sehen.

Dagegen hat sich Wilfried Kleiber ganz dem Arbeiten mit Edelmetall und weiteren Materialien verschrieben, die er in prägnanten Formen und Kombinationen ausstellt. Vielfältig in Farb- und Materialwahl sowie in ihrer jeweiligen Aussage laden abstrakte Werke einiger Maler zur längeren Betrachtung ein, während etwa Marleen Hansen ihre „Geisteskinder“ mit fließendem Linienspiel und einer Explosion von Farben auf den Träger gebannt hat.

Dazu sind von Beate Bündgen neun mit Druckstöcken aufgebrachte Musen der Künste sowie lodernd bewegte „Strukturen des Lebens“ sowie von Ingrid Capozzi Wand- und Standobjekte aus Glas zu sehen. 14 Fotos hat Luisa Donner aus einer Sammlung von 40 000 Negativen ihres Vaters ausgewählt, die er in den 70er und 80er Jahren als Fotojournalist in Aachen anfertigte. Sie schrieb freie Prosatexte dazu und beide erstellten ergänzend das Buch „Du bist so weit weg. Aus einer schlafenden Sammlung“ mit zusätzlichen Fotos und Texten.

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