Wegberg: Haushaltssicherungskonzept als Chance

Wegberg : Haushaltssicherungskonzept als Chance

Die Stadt Wegberg bereitet sich auf diese besondere Situation vor. Bürger können schon jetzt Sparvorschläge machen.

Die Aussichten der Stadt Wegberg, das Haushaltssicherungskonzept (HSK) abwenden zu können, haben sich deutlich eingetrübt. Grund dafür sind Pensions- und Rückstellungszahlungen in Höhe von 900 000 Euro. Diese Summe wird die Bilanz für das Jahr 2014 zusätzlich belasten. Bisher hatte Bürgermeister Michael Stock die Hoffnung, die Haushaltssicherung mit einem positiven Jahresabschluss 2014 noch abwenden zu können.

Die Verwaltung treibt nun die Planungen zur Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes mit Hochdruck voran. Bei den vorliegenden Zahlen sei die Stadt dazu gesetzlich verpflichtet, sagte Bürgermeister Michael Stock in der Ratssitzung. Über die unerfreuliche Entwicklung hatte der Bürgermeister die Ratsfraktionen schon während eines Treffens hinter verschlossenen Türen am 3. März informiert. Bei diesem Termin war allerdings noch von einer Verschlechterung von rund 590 000 Euro die Rede. Diese Zahl musste die Verwaltung nach Rücksprache mit der Rheinischen Versorgungskasse nun nach oben korrigieren.

Bei dem Gespräch am 3. März waren neben allen Fraktionsvorsitzenden auch der Verwaltungsvorstand und die stellvertretenden Bürgermeister anwesend. Bürgermeister Michael Stock berichtete gestern während der Pressekonferenz nach der Ratssitzung von einem sehr positiven Gesprächsklima. "Die Beteiligten waren sich darin einig, dass diese schwierige Haushaltslage der Stadt nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Rat und Verwaltung gemeistert werden kann. Hierbei sehen sie die Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes als Chance für die Stadt Wegberg und werden dieses offensiv begleiten", sagte Stock. Das HSK hat zum Ziel, den Haushalt der Stadt Wegberg über einen Zeitraum von zehn Jahren zu konsolidieren. Es wurden weitere Gesprächstermine in gleicher Runde für den 18. April und 30. Mai sowie eine Klausurtagung mit allen Ratsmitgliedern im Kipshovener Hotel Esser für den 15. August vereinbart. Während der Klausurtagung werden Arbeitsgruppen gebildet und Bürgermeister Michael Stock wünscht sich "eine offene Diskussion, die konkrete Entscheidungen hervorbringt".

Der Stadtrat soll dann - so sieht es der Fahrplan der Verwaltung vor - in der ersten Sitzung nach den Sommerferien (1. September) über einen Maßnahmenkatalog zur Haushaltskonsolidierung entscheiden. Bei den Sparbemühungen komme alles auf den Prüfstand, kündigte Bürgermeister Michael Stock an, angefangen vom Bleistift bis hin zur möglichen Schließung des Hallenbads. Stock fordert die Bürger seiner Stadt auf, schon jetzt Sparvorschläge zu machen. Diese nimmt die Stadt Wegberg ab sofort unter der E-Mail wegberg2025@stadt.wegberg.de oder per Post an Stadt Wegberg, Rathausplatz 25, 41844 Wegberg (Stichwort: Wegberg 2025) entgegen. Die Verwaltung wird auch eigene Sparvorschläge machen, sagte Stock. Konkrete Beispiele wollte er gestern auf Nachfrage allerdings noch nicht nennen.

(RP)
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