Heimat-Serie: Großer Dienst für Heimatgedanken

Heimat-Serie: Großer Dienst für Heimatgedanken

Der ehemalige Leiter des Erkelenzer Berufskollegs, Theo Schmitz, setzt sich seit den 1960er Jahren mit Unterstützung von Familie und Behörden für den Erhalt der niederdeutschen Hofanlage mit Schrofmühle ein. Sie befindet sich seit mehr als 250 Jahren in Familienbesitz.

Die Biografie von Theo Schmitz ist eng mit dem Anwesen am Mühlenbach verbunden. Seine Großmutter Maria Elisabeth Pohl, geborene Gripekoven, hatte die Schrofmühle mit Gehöft Anfang des 20. Jahrhunderts von ihrem unverheirateten Onkel und Müller Mathias Schmitz geerbt. Zu dieser Zeit war sie bereits mit Ehemann Peter Josef Pohl Pächterin der Mühle. Die Schrofmühle befindet sich nachweislich seit mehr als 250 Jahren im Besitz der gleichen Familie.

Ein Gebäude, das von heimatlicher Geschichte und Wirtschaft zeugt und für dessen Erhalt sich Theo Schmitz zusammen mit Familie und Behörden seit den 1960er Jahren einsetzt. Die Mühle hatten die Großeltern bis Ende der 1920er Jahre betrieben und ist anschließend bis 1951 von Pächtern kommerziell genutzt worden. Theo Schmitz' Mutter war das einzige Kind, heiratete einen Volksschullehrer aus Beeck, wo Theo Schmitz geboren wurde und aufwuchs, und zog mit ihrem Mann Ende der 1950er Jahre in das Einfamilienhaus nahe der Schrofmühle. Zu dieser Zeit studierte Sohn Theo und arbeitete kurze Zeit später an der Erkelenzer Berufsschule.

Er erinnert sich noch sehr genau an seine damaligen Eindrücke vondem alten Anwesen. "Es war eine Katastrophe zu sehen, dass die Gebäude der Hofanlage inklusive Korn- und Ölmühle immer weniger wurden." Aus Verantwortung gegenüber der Geschichte und aus familiärem Interesse hatte er versucht, den Verfall zu stoppen und einzugrenzen. Er erinnert sich ebenso an die Schwierigkeit, das Unterfangen in den Griff zu bekommen, da es zu damaliger Zeit nicht üblich war, sich um Verfallenes zu kümmern. Er stand bis dahin mit seiner Familie alleine da. Eine Initialzündung habe es durch das Engagement von Friedel Krings, Beauftragter für Denkmalpflege im Kreis Erkelenz, gegeben. Dieser war ebenfalls der Auffassung, dass es wichtig war, die Mühle zu erhalten, da sie Symbol für eine wirtschaftliche Zeit ist und die erste Technik, die Menschen kannten. Gemeinsames Ziel war es, etwas zu erhalten, was noch vor zwei oder drei Jahrzehnten praktiziert worden war. "Vieles ist aus eigener Hand geschehen", erzählt Theo Schmitz, "meine drei Kinder und deren spätere Partner waren sehr, sehr eifrig dabei und sind es immer noch."

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Seit Anfang der 1960er Jahre war er selbst ständig im Einsatz. Die Familie besitzt eine Werkstatt und konnte einige Reparaturen selbst machen. "Beim Tun bekommt man Einblick darin, was in Jahrhunderten abgelaufen ist", bekräftigen er und Sohn Ferdinand Schmitz, der sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit einbrachte und schließlich auch Vorsitzender des im Jahr 2004 gegründeten Förder- und Museumsvereins Schrofmühle Rickelrath ist. Darunter falle zudem die Erkenntnis, dass die Schrofmühle einige Zeit bezüglich Fachkräfte und Handel zu den Niederlanden ausgerichtet war. So kaufte Theo Schmitz' Großvater Leinsamen in Roermond, als der örtliche Anbau zurückgegangen war. Die Restaurierungsmaßnahmen, die Familie Schmitz im Laufe der Jahrzehnte mit finanzieller Unterstützung von Behörden und Sponsoren veranlasste und teils selbst durchführte, sind vielfältig. So erfolgte in den 1970er Jahren unter anderem die Instandsetzung des Mahlwerks einschließlich Mahlgänge, Sackaufzug und Kollergang sowie der Einbau eines neuen Strauber-Wasserrads. Der Innenhof ist in den 1990er Jahren neu gestaltet worden. Die Montage des neuen Wasserrades in Originalgröße erfolgte 2001, die Neueinrichtung einer Ölpresse und Vervollständigung des Kollergangs 2005, die Wiederherstellung eines Ofens mit Rührwerk 2008 und die Eröffnung der Dauerausstellung "Wegberg — im Tal der Mühlen" in der ehemaligen Müllerwohnung 2009.

Unter Denkmalschutz steht die Rickelrather Schrofmühle seit 1985. 2010 wurde die einzige voll funktionstüchtige Wassermühle am Niederrhein offiziell als museale Einrichtung im Sinne des International Council of Museums (ICOM) anerkannt.