Frauen machen Business Digital Overload – zu viel am Bildschirm?

Wegberg · Ständige Erreichbarkeit, spontane Wechsel zwischen Aufgaben und Displays. Astrid Buscher erklärt, welche Folgen es haben kann, zu digital unterwegs zu sein.

In ihrem Vortrag bei "Frauen machen Business" informierte Astrid Buscher über Digital Overload.

In ihrem Vortrag bei "Frauen machen Business" informierte Astrid Buscher über Digital Overload.

Foto: Schlaukopf/RUTH KLAPPROTH

Astrid Buscher referierte jetzt beim Netzwerktreffen des Vereins „Frauen machen Business" im Restaurant Asiana zum Thema Digital Overload. Die diplomierte Sportökonomin, die zusammen mit Lehrerin Gitte Lenz das Erkelenzer Schlaukopf-Institut für verhaltensauffällige Kinder betreibt und ausgebildete Dozentin für Gleichgewichtsprogramme ist, informierte ihre Netzwerkkolleginnen darüber, dass die Fülle der verschiedenen Kommunikationskanäle nicht nur Vorteile mit sich bringt.

„Für unser Gehirn bedeutet das permanenten Stress", erläuterte Buscher. „Die schier endlose Flut an digitalen Informationen verführt uns dazu, ständig zwischen verschiedenen Aufgaben auf Bildschirmen hin und her zu springen." Dabei verlerne man, sich auf eine Sache zu konzentrieren und die Aufmerksamkeit gezielt zu steuern. Die Folge: Der Zustand digitaler Überforderung sei erreicht – der sogenannte Digital Overload. Astrid Buscher machte deutlich, welche kleinen Übungen – zum Beispiel Augen- oder Atemübungen – gezielt Abhilfe schaffen. „Irgendwann ist die Kapazität unseres Gehirns überschritten", betonte die 55-Jährige bei ihrem Vortrag zum Thema „ Vor lauter Tools kein Land (mehr) in Sicht – Digital Overload".

„Jede Sekunde strömen 400.000 Sinnesreize auf unser Gehirn ein. Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit damit, neue Informationen zu suchen und aufzunehmen", sagt Astrid Buscher. Ein nahezu ständiges Nutzen digitaler Medien lasse kaum noch Zeit für kreatives Denken und Pausen. Der ständige Wechsel zwischen den Aufgaben bringe eine kognitive Überlastung mit sich. Erschöpfungszustände, negative Stressmuster sowie Verspannungen seien die Folge. „Wir bewegen uns immer weniger. Die Arbeitsspeicherkapazität wird reduziert." Dies habe negative Auswirkungen auf Gesundheit, Motivation und Leistung.

Rund 76 Prozent seien nahezu immer online, bei den Jugendlichen sogar 92 Prozent. Das Handy werde durchschnittlich 110 bis 180 Mal pro Stunde berührt. Der Blick in den digitalen Berufsalltag zeigt laut Buscher, welchem Stress man permanent ausgesetzt sei: Etwa 70 Prozent der Mails würden innerhalb von sechs Sekunden nach ihrem Eintreffen geöffnet, alle 40 Sekunden werde die Aufgabe gewechselt oder unterbrochen. Circa 55 Prozent greifen während des Essens nach ihrem Handy, 30 Prozent beim Autofahren, 29 Prozent beim Überqueren der Straße. Zweijährige, die sich häufig mit Fernseher und Handy beschäftigten, verfügten im Alter von vier Jahren über schlechtere Sprachfähigkeiten. Astrid Buscher rät, digitale Pausen einzuplanen, für ausreichend Schlaf zu sorgen und eine ausgewogene Energieversorgung sicherzustellen.

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