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Wegberg: "Frackwürdig" nimmt Alltägliches künstlerisch auf die Schippe

Wegberg : "Frackwürdig" nimmt Alltägliches künstlerisch auf die Schippe

Eine kurzweilige Würdigung der Comedian Harmonists präsentierte das Mönchengladbacher Ensemble "Frackwürdig" auf Einladung von Opus 512.

Gleich fünf Zugaben waren notwendig, um dem Beifall des Publikums gerecht zu werden. Dann hieß es: "Auf Wiedersehen irgendwo in der Welt!" Mit Spritzigkeit, gutem Gesang und einigen Albereien auf der Bühne hat das Mönchengladbacher Ensemble "Frackwürdig" das Wegberger Publikum unterhalten. Es war eine Würdigung der Comedian Harmonists, deren auch heute noch eingängige Lieder das Ensemble sang. Satirische Texte und Geschichten des Schriftstellers Kurt Tucholsky fügten sich passend in das Programm, das der Kulturförderkreis Opus 512 präsentierte. Das Publikum im gut gefüllten Forum musste mehrfach lachen und schmunzeln.

Die Zuschauer merkten dem Ensemble um Hayk Deinyan, Christoph Erpenbeck, Frank Valentin, Tobias Scharfenberg, Markus Heinrich und Carsten Seefing am Piano an, dass sie von der Theaterbühne kommen. Ihre Bühne ist normalerweise die des Theaters Mönchengladbach/Krefeld. Sie gestalteten ihr Konzert als eine kleine Show. Mit fünf Miniaturkakteen fuchtelten sie bei "Mein kleiner grüner Kaktus" auf der Bühne herum. Solche kleinen Showeinlagen unterstützen die Komik der witzigen Stücke. Für "Ich hab' für dich 'nen Blumentopf bestellt" hatten die Sänger Blumentöpfe dabei. Das Ergebnis von "Hallo, was machst Du heut' Daisy" waren fünf miteinander verknotete Kabeltelefone. Ein Kabelwirrwarr.

Nicht nur die vielen kleinen Requisiten unterstützen die Komik. "Frackwürdig" schaffte es auch durch Mimik und Gestik, das Publikum zum Lachen zu bringen. Die fünf Sänger sprangen und hüpften auf der Bühne. Sie zogen Grimassen und gestikulierten mit ihren Händen. Bei der "Puppenhochzeit" bewegten die Sänger sich wie ungelenke Puppen. Während sie "Der Onkel Bumba" sangen, tanzten sie ihren ganz eigenen Rumba-Stil.

Die satirischen Texte von Tucholsky nahmen vieles Alltägliche auf die Schippe. Eine wissenschaftliche Abhandlung definierte die Familie als "Ansammlung mehrerer Menschen mit unterschiedlichem Geschlecht, die ihre Nase in deine Angelegenheiten stecken". Die Texte handelten vom Mann, der immer zu spät kommt und Glück heißt. Oder von Frauen von Freunden, die Freundschaften zerstören. Eine Schauspieleinlage bei der ein Ehepaar einen Witz erzählt, endete mit einem unglücklichen Freund. Dieser wurde mit einem halben Witz zurückgelassen, während das Ehepaar in einen heftigen Streit verfiel.

Nicht fehlen durften Klassiker, wie "Ein Freund, ein guter Freund", "Veronika" und "Wochenend und Sonnenschein". Für die Zugabe "Schöne Isabella von Kastilien" tauschten die Sänger Frack gegen Torero-Anzüge. Nicht umsonst erhielt das Ensemble drei Jahre in Folge den Publikumspreis des Theater-Oskars der Rheinischen Post. Auch das Wegberger Publikum war begeistert und äußerte diese Begeisterung in lang andauerndem Applaus und Jubelrufen.

(anek)