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Erhard Stroms schließt Fachgeschäft für Raumausstattung in Wegberg

Fachgeschäft in Wegberg : Engagierter Geschäftsmann schließt

Erhard Stroms, 25 Jahre Vorsitzender der Werbegemeinschaft Wegberg, war mehr als 45 Jahre mit seinem Fachgeschäft für Raumausstattung an der Hauptstraße anzutreffen. Für einen zweitägigen Sonderverkauf öffnet er ein letztes Mal.

Erhard Stroms’ Fachgeschäft ist in Wegbergs Innenstadt alteingesessen. 1973 machte er sich selbstständig und war seither an der Hauptstraße zu finden. Zudem war er mehr als 40 Jahre im Vorstand der Werbegemeinschaft Wegberg aktiv – davon rund 25 Jahre als deren Vorsitzender. Stroms hat jetzt das Rentenalter erreicht und mangels Nachfolger sein Geschäft geschlossen. Für einen Sonderverkauf öffnet er seine Tür ein letztes Mal, bevor ab 1. April ein Nachmieter gesucht wird.

Die mehr als vier Jahrzehnte, die er mit seinem Fachgeschäft an der Hauptstraße verbrachte, beinhalten viele Stationen, erinnert sich Erhard Stroms. Dabei ist seine geschäftliche Biografie eng mit der Stadtgeschichte verbunden. Seine erste Lokalität betrieb er an der Hauptstraße 45 in den Räumen des alten Kinos, die bis an die dahinterliegende Grachtstraße reichten. Ihm gegenüber führte einige Jahre lang zur gleichen Zeit Vater Heinrich Stroms einen Maler- und Verglasungsbetrieb. Als wegen der Stadtkernsanierung der hintere Bereich der Immobilie Nr. 45 abgebrochen wurde und sich an dieser Stelle Ärzte und Optiker niederließen, zog Erhard Stroms in das vordere Lokal der gleichen Hausnummer mit zusätzlicher Ausstellungsfläche und Lager ein. Anfang 2009 erfolgte der Umzug an die Hauptstraße 36, den heutigen Standort. „Von den Räumlichkeiten bot sich die letzte Adresse optimaler an”, erzählt der Geschäftsinhaber, „hier gibt es eine bessere Möglichkeit der Anlieferung und Abholung.“ Da er auch mit großen Bodenbelägen arbeitet, war dies für ihn neben der besseren Präsentationsmöglichkeit seiner Ware ein ausschlaggebendes Argument. Ebenso konnte er das zugehörige Nähatelier gut unterbringen.

Sein Sortiment hatte sich dabei über die Jahrzehnte weiterentwickelt: Lag im alten Kino der Schwerpunkt auf Bodenbelägen, Tapeten und Farben, ist dort der Bereich Gardinen und Sonnenschutz neu dazugekommen. „Kontinuierlich war es mehr die Innen- und Raumausstattung, auf die wir uns in den letzten 25 Jahren konzentriert haben, so dass wir heute als kompetenter Partner in diesem Bereich da sind.“

Erhard Stroms geht jetzt nach mehr als 45 Jahren Selbstständigkeit in den Ruhestand. Er hatte einen Nachfolger gesucht, was aber in dieser Branche ein Riesenproblem sei. Das hat ihn dazu bewogen, einen Schnitt zu machen und das Ganze abzuwickeln. Der Vermieter würde gerne wieder an ein Geschäft weitervermieten, weiß er.

„Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit Kunden deren Einrichtung zu gestalten und Fenster auszustatten“, betont Stroms rückblickend, wozu Beratung, Planung und Ausführung gehörten. Bis zum Schluss beschäftigte er eine Näherin und eine Raumausstatterin, die vor allem passgenaue Fensterbekleidungen anfertigten. Beide haben bereits eine Neuanstellung gefunden. Die Kundenbindung stellt für ihn einen wichtigen Aspekt dar, um lange Zeit erfolgreich bestehen zu können. Da habe er vor allem mit stets aktualisiertem Fachwissen punkten können, sagt er. Zudem pflegte er das Verhältnis zur Kundschaft, indem er ihr seit zehn oder 15 Jahren zwei Mal jährlich Zeitschriften eines Einkaufs- und Marketingverbandes zuschickte: Diese erschienen im Frühjahr und Herbst und gaben spürbare Impulse. „Man muss in gewisser Weise etwas tun und sich selbst mit verschiedenen Mitteln bewerben.“ Konkurrenz stellten zum einen die Einkaufszentren und zum anderen der Internethandel dar.

Als Ansatzpunkte für die Wegberger Innenstadt kann er sich vorstellen, dass bereits bestehende Geschäfte aus Außenorten in zentraler Lage wiedereröffnen. Oder dass neuen Mietern in den ersten beiden Jahren eine Mietstaffelung eingeräumt wird. Wer ein Unternehmen betreibe, müsse einen langen Atem haben, fügt Erhard Stroms an.