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Wegberg: Erfahrene Hilfe für Puppen und Bären

Wegberg : Erfahrene Hilfe für Puppen und Bären

Bei Puppendoktorin Brigitte Lüpertz sind Patienten in scheinbar hoffnungslosem Zustand ebenso in guten Händen wie Notfälle oder leicht Beschädigte. Mit Geschick und Herz lässt sie Puppen und Teddybären wieder in Glanz erstrahlen.

Das älteste "Kind" im Geschäft von Puppendoktorin Brigitte Lüpertz ist bereits 89 Jahre alt. Nett anzusehen sitzt der Charakterjunge der Firma "Cellba" in Strickkleidung im Regal und lässt das Herz von Puppenliebhabern höher schlagen. Dabei befindet er sich in guter Gesellschaft weiterer hochwertiger Puppen, die aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind.

Ein akuter Notfall, der an diesem Morgen von der Puppendoktorin versorgt wird, ist eine mit Stoff bezogene Puppe, deren Kopf beim Spiel der Enkelin der Kundin abgefallen ist. Der Kopf soll stabil angenäht, die teils offenen Fingerkuppen geschlossen und ein neues Kleidchen angezogen werden. Solche Notfälle, Puppen oder Teddybären in schlechtem Allgemeinzustand oder leicht Beschädigte sind bei Brigitte Lüpertz, die ihnen zu neuem ungeahntem Glanz verhilft, in guten Händen. "Vor allem für Kinder ist es eine kleine Katastrophe, wenn ihre Puppe kaputt geht", weiß Lüpertz, "es fällt ihnen sehr schwer, auf die Reparatur zu warten."

Aber auch Sammler oder Besitzer von alten Weggefährten aus Kindertagen hängen an den wertvollen Stücken, die die Puppendoktorin bei größeren Maßnahmen in ihrer Werkstatt in Lövenich wiederherstellt. Ihre Ausbildung zur Puppen- und Bärenrestaurateurin hatte Brigitte Lüpertz im Jahr 1993 in der bekannten Puppenklinik Kellers in Mönchengladbach begonnen. Nach mehr als einem Jahr übernahm sie die Werkstattleitung und war 15 Jahre dort beschäftigt. Sie lernte alle handwerklichen Fertigkeiten, um Spielzeug instand zu setzen: Haare frisieren und schneiden, Näharbeiten mit der Hand, das feine Bemalen von Puppengesichtern, Augen einsetzen und Gliedmaßen annähen zählen dazu. 99 von 100 Puppen seien zu reparieren, sagt sie.

Die Vorliebe fürs Handwerk hatte sie bereits in ihrer Kindheit entdeckt. "Ich habe immer liebend gerne gebastelt und meinen Barbie-Puppen selber Kleidung genäht", erzählt sie lächelnd, "das Machen war für mich immer wichtiger als das Spielen." Im Jahr 2009 startete sie in die Selbstständigkeit, die sie mit dem Einzug in ihr Wegberger Geschäft vor zwei Jahren festigte.

Hier bietet sie zudem Schmuck aus amerikanischen Indianer-Reservaten und von ihr kunstvoll gefertigte Haarspangen oder Ketten und Puppenkleidung an. Den Großteil der ausgestellten Puppen und Teddybären übernimmt sie in Kommission von Kunden. So verfüge sie über ein wechselndes Angebot. Die Sammler und Liebhaber der qualitativ hochwertigen Stücke seien vor allem Menschen über 40 Jahre, die beispielsweise nur Babys eines bestimmten Materials sammelten. Mit Kinderpuppen aus der Kriegszeit verbänden viele eine Menge Erinnerungen, da sie zu dieser Zeit wenige Puppen besaßen und viel mit ihnen durchlebt hatten. Porzellan, Zelluloid und später Kunststoffe waren beliebte Fertigungs- Materialien.

(cole)