1. NRW
  2. Städte
  3. Wegberg

Wegberg: Einsatz für Brutvögel und Wintergäste

Wegberg : Einsatz für Brutvögel und Wintergäste

An der Holtmühle waren am Wochenende Freiwillige der Mönchengladbacher Kreisjägerschaft, des Hegering Mönchengladbach und des BUND aktiv. Sie setzen sich für den Erhalt Lebensraumes für Brutvögel und Wintergäste ein.

Man muss schon sehr vorsichtig sein, wohin man tritt. Der Boden ist sehr aufgeweicht. Wohin man blickt - die Natur scheint unberührt zu sein. Und doch ist ein Eingreifen durch die menschliche Hand unerlässlich: Um den Lebensraum für Brutvögel und die bald ankommenden Wintergäste zu erhalten, waren die Mönchengladbacher Kreisjägerschaft, der Hegering Mönchengladbach sowie der BUND am Samstag in aller Frühe im Naturschutzgebiet Mühlenbachtal unterwegs, um dort den Erlenaufwuchs zu entfernen, damit der Lebensraum Schilf gesichert wird.

Das Gebiet, in dem die Gladbacher aktiv sind, liegt nur wenige Schritte von der Holtmühle entfernt. Es ist noch früh am Morgen und kalt, doch die Sonne schickt ihre ersten wärmenden Strahlen. Jürgen Schöttler und Dirk Brauner, beide von der Kreisjägerschaft Mönchengladbach, treffen sich mit den Akteuren am Parkplatz der Holtmühle. Ehe die Aktion beginnt, ist es Schöttler wichtig, auf einige Sicherheitsaspekte hinzuweisen. "Ich stelle das Auto am Fahrbahnrand ab, aber auch dann gilt für alle, gut auf den Straßenverkehr zu achten." Man hat eben seine Erfahrungen gemacht - selbst mit Rennradfahrern, die mit hohem Tempo in dem Waldgebiet unterwegs sind, von den Autos eben ganz zu schweigen.

  • Die Polizei fahndet nach dem Unbekannten,
    Wegberg : Unbekannter droht Wurstverkäufer mit Messer
  • Lisa Tellers und Christian Pape haben
    Kooperation mit Verein Mentor im Kreis Heinsberg : Pape und Tellers unterstützen Leselernhelfer
  • Abbé George, Namensgeber des Fördervereins, hat
    Wegberger Hilfe in Afrika : Förderverein informiert über sein Projekt in Burundi

Mitte der 1970er Jahre sei der Zeitpunkt des Gipfels der Naturzerstörung gewesen, heißt es - Baugebiete seien erschlossen worden, dazu schritt der Autobahnbau enorm voran. Dies habe Naturland und damit auch Lebensräume enorm zerstört. Wie der BUND, mit Astrid Linzen vor Ort, sagte: "Damals gab es noch eine viel größere Artenvielfalt. Vögel wie die Grauammer kennt heute kaum noch jemand." Mit der Aktion am Gebiet der Holtmühle ging es am Samstag darum, eines von noch wenigen Schilfgebieten zu retten. "Tun wir das nicht, gibt es hier bald nur noch Wald", unterstrich Astrid Linzen. Schilfgebiete seien wichtig, denn ein solches sei einerseits Brutgebiet vieler Vogelarten, zudem überwintern die Tiere hier auch. Zu den Leitvögeln zählt der Drosselrohrsänger, der auch andere Arten anzieht. Von Bedeutung für die Tiere ist ein stabiles Schilf.

In dem Gebiet, in dem die Stadtgrenzen von Wegberg und Mönchengladbach verlaufen, finden gerade Erlen optimale Bedingungen vor. Dass die Bäume sicher daher so gut ausbreiten, sei nur normal, so die Naturschützer. Etwa ein, bis zweimal pro Jahr sei der Rückschnitt und die Entfernung der jungen Erlen nötig, um das Schilf zu erhalten. Astrid Linzen: "Wir haben derzeit nur ein kurzes Zeitfenster, um den Erlenaufwuchs zu entfernen. Wir müssen nämlich den Zeitpunkt treffen, an dem die Brutzeit bereits beendet, die Wintergäste jedoch noch nicht da sind. Wir sprechen hier etwa über den Zeitraum Mitte September bis Mitte Oktober."

Die Entfernung des Erlenaufwuchses aus dem FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie) mit der stellenweise Zurücknahme der Erlen ist nach Angabe der Naturschützer erforderlich, um den Lebensraum Schilf für die nächsten Jahre zu sichern.

(back)