Autor Robert Fuhr hat drittes Buch in Arbeit : Ein Leben mit Kenpo

In seinen Büchern beschäftigt sich Robert Fuhr mit der hawaiianischen Kampfkunst. Jetzt ist ein neuer Band erschienen.

Was ist Kenpo? Nicht jeder kann mit diesem Begriff etwas anfangen. Wer sich lang genug mit Robert Fuhr beschäftigt, wird sehr schnell die Antwort bekommen. Kenpo und Fuhr gehören einfach zusammen, nicht nur, weil der 1962 geborene Mann in Mönchengladbach eine Kampfkunstschule betreibt, in der er Kenpo lehrt. Kenpo ist eine alte hawaiianische Kampfkunst, die von sich sagt, Verteidigung sei die extremste Form, seine Gesundheit zu schützen.

Fuhr ist nicht nur Lehrer dieser Kampfkunst, die er selbst sein Leben lang lernen wird, weil das aktuelle Wissen und das momentane Können niemals endgültig sein können, sondern Teile eines lebenslangen Prozesses sind, der immer wieder in geistiger und körperlicher Aktivität zu neuen Erkenntnissen und Erfahrungen führt – bis hin zum Sinn des Lebens. Davon handelt auch das erste Buch, das Fuhr veröffentlicht hat. Der austrainierte, sportliche Mann ist nämlich nicht nur Lehrer, sondern auch Schriftsteller. In „Einer von zehn“ hat er niedergeschrieben, was ihn bewegt und was er erlebt hat. Und der in Rheydt geborene Fuhr hat schon vieles erlebt in seiner Karriere: Als diplomierter Betriebswirt hat er über 20 Jahre in einem Unternehmen gearbeitet, das Sicherheitsdienste anbietet. Dabei ist er, wie er sagt, „rund um die Welt gekommen“ und hat dabei auch Eduard X. Parker kennengelernt. Der 1931 auf Honolulu geborene Parker ist der kreative Kopf, der Gestalter und Weiterentwickler der hawaiianischen Kampfkunst, für die sich Fuhr schon seit seinem 16. Lebensjahr begeisterte. Parker galt und gilt als die herausragende Persönlichkeit von Kenpo.

Sein Wissen von Kenpo und seine Erlebnisse beim Sicherheitsdienst hat Fuhr in dem 2017 veröffentlichten „Einer von zehn“ niedergeschrieben. Das Buch ist kein Lehrbuch, obwohl es sich mit Kenpo beschäftigt. Es ist ein Thriller, eine Gesellschaftskritik, ein Weckruf. Von allem etwas ist dieser Roman, der nach Fuhrs Angaben auf tatsächlichen Begebenheiten beruht. Er nennt sein Erstlingswerk „biografischer Kriminalroman“. Ähnlich wird es im nächsten Thriller zugehen, an dem Fuhr derzeit arbeitet.

Veröffentlicht hat er vor wenigen Wochen ein anderes Buch. Es handelt von seinen Begegnungen und seinen Gesprächen mit Parker. „Ich habe erklären wollen, warum Parker in den USA ein Mythos ist. Und ich wollte mir Dinge von der Seele schreiben, die mir wichtig sind und die mich Parker gelehrt hat: Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichberechtigung.“ Das Buch „Die Dinge sind nie wie sie scheinen“ sei auch eine Dokumentation der Freundschaft zwischen Parker, der 59-jährig 1990 auf Honolulu starb, und Fuhr, der mittlerweile in Tetelrath mit seiner Lebensgefährtin einen privaten Rückzugsort gefunden hat. Stolz ist er darauf, dass er inzwischen als erster – und noch als einziger – deutscher Kenpo-Kämpfer in der amerikanischen Fachzeitschrift über diese Sportart porträtiert wurde. „Parker ist in den USA populärer denn je. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich ein Buch habe schreiben können, das Parker darstellt, wie ich ihn sah.“ Ob sein Buch auch in Amerika erscheinen wird, weiß Fuhr nicht. Geschrieben hat er es für die deutsche Kenpo-Gemeinde, der er zeigen wollte, wer sein Idol und sein Mentor, wer der Mensch Parker war.

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