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Wegberg: Ein Eisenbahntraum für Groß und Klein

Wegberg : Ein Eisenbahntraum für Groß und Klein

Jeden Dienstag in der sechsten Stunde treffen Anastasia, Larissa, Stella, Isabell, Luca und Felix den früheren Rektor der Kastanienschule. Unter Fritz Wendts fachkundiger Anleitung halten die Viertklässler eine Modelleisenbahnanlage.

Die vier Mädchen und zwei Jungen bilden die Arbeitsgemeinschaft Modelleisenbahn. Und die hat eine lange Tradition. Beim Schulfest anno 1991 wurde die Idee geboren, die AG zu gründen. Das Interesse daran sei nach wie vor ungebrochen, so AG-Leiter Fritz Wendt. Einmal im Jahr laden die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft ein, um im ersten Stock der Kastanienschule einzutauchen in eine Miniaturwelt. Dafür mobilisiert der pensionierte Schulleiter nicht nur die aktuellen AG-Teilnehmer, sondern viele ehemalige Schüler und deren Eltern, die jetzt wieder als Helfer im Einsatz waren. Im Laufe der fast 23 Jahre wurde vieles von den Herstellerfirmen gestiftet. Dabei zeigte Familienvater Bernd Stüdemann seine wetterfeste Gartenbahn in einem eigenen Raum in der Schule.

Zurzeit nehmen zwei große Kartons viel Platz im Büro der Schulleiterin Helene Neumann ein. Der Inhalt verzückt wohl jeden Modelleisenbahn-Fan. Die Gemeinschaftsgrundschule Rath-Anhoven hat eine umfangreiche Ausstattung für die Modelleisenbahn-AG gewonnen, als sie sich am Wettbewerb "Werkstatt Modelleisenbahn" des Vereins "Mehr Zeit für Kinder" mit Sitz in Frankfurt am Main beteiligte.

"Wir haben die Jury mit unserem Konzept überzeugen können", freut sich Rektorin Helene Neumann. Sie präsentierte den Juroren den AG-Betrieb der Kastanienschule ausführlich in schriftlicher Form. Mit dem Gewinn des bundesweiten Wettbewerbs erfahre die Modelleisenbahn-AG noch einmal eine zusätzliche positive Aufwertung.

Helene Neumann: "Nichts motiviert Kinder mehr zu spielerischem Lernen als das Erfolgserlebnis, etwas selbst bewirkt oder erreicht zu haben." Kinder seien auf der Suche nach neuen Herausforderungen, an deren Überwindung sie wachsen könnten. Der Aufbau einer Modelleisenbahn stelle die Mädchen und Jungen vor echte Herausforderungen. Fähigkeiten zur Beschäftigung mit einem Problem und zur Suche nach einer Lösung seien nicht nur wichtig beim Aufbau einer Modelleisenbahn, sondern seien entscheidend für den gesamten Lern- und Lebenserfolg. Die Möglichkeit, aktiv handelnd und selbstgesteuert zu experimentieren, erlaube den Grundschülern neben einer kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten einen reflektierten Umgang mit der eigenen Herangehensweise. Bei der Werkstattarbeit wolle man dem natürlichen Forscherdrang der Kinder gerecht werden.

(cb)