Edith-Stein-Realschule Wegberg pflanzt Linde

An der Edith-Stein-Realschule Wegberg : Zeichen setzen gegen Vandalismus

Schüler und Lehrer der Edith-Stein-Realschule pflanzten mit Unterstützung der Stadt Wegberg eine Linde auf dem Schulhof. Der Baum ist ein Zeichen gegen blinde Zerstörungswut und soll in Zeiten der Klimabewegung für den Erhalt der Natur stehen.

Der Junge mit den dunkelblonden Haaren und der schwarzen Brille weiß erstaunlich genau, was er will. „Wenn ich 14 werde, werde ich mich politisch engagieren. Aber nicht bei den Jusos, sondern in der Jungen Union“, erklärt der Zwölfjährige im Gespräch mit Bürgermeister Michael Stock. Der Wegberger Verwaltungschef, der bekanntlich ein rotes Parteibuch besitzt und eher den Jusos zugewandt ist, nimmt den politischen Tiefschlag sportlich: „Es ist gut, wenn sich junge Leute wie Du politisch engagieren. Wir können uns ja noch mal kurz unterhalten, wenn Du 14 wirst“, sagt Michael Stock schmunzelnd und nimmt den Jungen mit auf den Schulhof der Wegberger Realschule.

Wenige Augenblicke zuvor hatte die Gemeinschaft der Edith-Stein-Realschule mit Schulleiter Christoph Scholz, dem Bürgermeister und Mitarbeitern der Verwaltung auf Kosten der Stadt Wegberg eine junge Linde gepflanzt. Und zwar genau an der Stelle, wo unbekannte Täter Ende September 2018 in einer üblen Nacht-und-Nebel-Aktion einen Baum zerstörten.

„Der Baum, der damals hier abgesägt wurde, war 2010 von der Schülervertretung gepflanzt worden“, erklärte Christoph Scholz im Gespräch mit den Schülern. Der Schulleiter erinnerte daran, dass es ein großer Schock für Schüler und Lehrer war, als der Baum – es war ebenfalls eine Linde – abgesägt auf dem Schulhof lag. In der gleichen Nacht waren auch mehrere Bäume im Wegberger Stadtpark abgesägt worden. Bürgermeister Stock kündigte damals an, die Stadt Wegberg werde sich die blinde Zerstörungswut einzelner Personen nicht gefallen lassen und die gefällten Bäume ersetzen – eine Aktion, die bei Wegberger Schülern gut ankommt: „Ich finde es toll, dass sich die Stadt dafür einsetzt“, sagte Schülerin Marie Marx aus der 10b während der Baumpflanzaktion.

Und Johanna Pies (10c) meinte, dass die Baumpflanzaktion ein deutliches Signal gegen den sinnlosen Vandalismus ist. „Außerdem wird auf diese Weise der Schulhof schön gestaltet, mit dem Baum sieht das alles schon viel freundlicher aus“, sagte Paula van der Wielen aus der 10c.

Dass die junge Linde auf dem Schulhof der Edith-Stein-Realschule in den nächsten Jahren nicht nur Klima und Menschen schützen, sondern auch zu einem Ort der Kommunikation werden soll, betonte Michael Stock. Der Bürgermeister wies auf die Bedeutung der Linde als „Baum des Volkes“ hin, stünden Linden als wichtige Ankerpunkte der dörflichen Gemeinschaft doch häufig auf zentralen Plätzen.

Gerd Pint von der Stadtverwaltung wies darauf hin, dass es erklärtes Ziel des Arbeitskreises „Weiterführende Schulen“ mit Vertretern aus allen Stadtratsfraktionen, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den drei Schulleitern sei, die Schulhöfe des Gymnasiums, der Realschule und der Hauptschule optisch aufzuwerten. „Dazu haben wir nun den Anfang gemacht“, sagte Realschulleiter Christoph Scholz. Dessen Schule bietet auch eine Garten-Arbeitsgemeinschaft an, die bei den Schülern sehr beliebt ist. Dort lernen sie unterschiedliche Pflanzensorten kennen und kümmern sich mit den betreuenden Lehrern um den Kräutergarten.

Zu den 20 engagierten Schülern der Garten AG zählt auch der Zwölfjährige mit der schwarzen Brille, der Bürgermeister Stock während der Baumpflanzaktion über seine politischen Absichten in Kenntnis gesetzt hat. Wenn er einmal in der Politik sei, werde er sich, so der Zwölfjährige weiter, selbstverständlich für ein gesundes Klima und eine tolerante Gesellschaft einsetzen – auch damit sich seine Hoffnung erfülle, dass die nun gepflanzte Linde auf dem Hof seiner Schule ein gutes und langes Leben hat und sie hoffentlich nicht wieder aus blinder Zerstörungswut abgesägt wird.